Ab welchem Stadium von Hautrissen ist die Anwendung einer Schrundensalbe ratsam?

Melden

Die Anwendung einer Schrundensalbe ist bereits beim ersten Anzeichen von oberflächlichen Rissen oder starker Verhornung ratsam. Idealerweise wartet man nicht, bis die Risse schmerzhaft werden oder bluten.

Hier ist eine detaillierte Einteilung der Stadien und wann welche Pflege sinnvoll ist:

1. Stadium: Trockenheit und Rauheit (Prävention)

  • Anzeichen: Die Haut an den Fersen (oder Ellenbogen/Fingerkuppen) ist trocken, weißlich verfärbt und fühlt sich rau an. Es gibt noch keine sichtbaren Risse.
  • Maßnahme: Hier reicht oft noch eine normale, feuchtigkeitsspendende Fußcreme (mit z. B. 10 % Urea). Eine spezielle Schrundensalbe ist hier noch nicht zwingend nötig, kann aber helfen, Hornhautbildung vorzubeugen.

2. Stadium: Oberflächliche Risse (Idealer Zeitpunkt für Schrundensalbe)

  • Anzeichen: Es zeigen sich feine, weiße Linien in der Hornhaut. Die Haut ist dort unelastisch und beginnt einzureißen, die Risse dringen aber noch nicht in die tiefen, lebenden Hautschichten vor (sie bluten nicht).
  • Maßnahme: Jetzt ist der beste Zeitpunkt für eine Schrundensalbe. Diese Salben sind meist fettreich und enthalten hochdosiertes Urea (bis zu 25 %) oder Salicylsäure, um die Hornhaut aufzuweichen und die Elastizität wiederherzustellen.

3. Stadium: Tiefe Schrunden (Akute Pflege)

  • Anzeichen: Die Risse sind tief und schmerzhaft. Sie können gerötet sein oder bei Belastung bluten. Es besteht die Gefahr, dass Keime eindringen und Entzündungen verursachen.
  • Maßnahme: Hier ist eine Schrundensalbe dringend notwendig, oft kombiniert mit wundheilungsfördernden Inhaltsstoffen wie Panthenol, Bisabolol oder Zink.
  • Tipp: Die Salbe dick auftragen und über Nacht Baumwollsocken tragen (Okklusiv-Effekt), um die Wirkung zu intensivieren.

Woran erkennt man eine gute Schrundensalbe?

Eine klassische Schrundensalbe unterscheidet sich von normaler Fußcreme durch:

  1. Hoher Fettanteil: Erzeugt einen Schutzfilm und verhindert weiteren Feuchtigkeitsverlust.
  2. Keratolytische (hornhautlösende) Stoffe: Hohe Konzentration an Urea (Harnstoff) oder Allantoin.
  3. Hautberuhigende Stoffe: Panthenol zur Regeneration der Hautbarriere.

Wann zum Arzt?

In folgenden Fällen sollten Sie keine Selbstbehandlung mit Schrundensalben durchführen, sondern einen Podologen oder Arzt (Dermatologen) aufsuchen:

  • Diabetes: Diabetiker haben ein geringeres Schmerzempfinden an den Füßen und eine schlechtere Wundheilung. Risse können hier schnell zu gefährlichen Infektionen führen.
  • Entzündungszeichen: Wenn die Risse eitern, stark geschwollen sind oder stark pochen.
  • Sehr tiefe, blutige Wunden: Hier muss erst die Wundheilung im Vordergrund stehen, bevor man mit stark urea-haltigen Salben arbeitet (Urea kann in offenen Wunden stark brennen).

Zusammenfassend: Sobald die Haut an den Fersen nicht mehr nur trocken ist, sondern erste sichtbare weiße Risse zeigt, sollten Sie zur Schrundensalbe greifen, um schmerzhafte tiefe Fissuren zu verhindern.