Was bewirken spezielle Handcremes für die Anwendung über Nacht?

Melden

Spezielle Handcremes für die Nacht unterscheiden sich von herkömmlichen Tagescremes vor allem durch ihre Zusammensetzung, Reichhaltigkeit und Einwirkzeit. Da die Hände nachts nicht gewaschen werden und keine Gegenstände berühren müssen, können diese Cremes intensiver wirken.

Hier sind die wichtigsten Effekte und Wirkungsweisen im Detail:

1. Intensive Regeneration

Nachts schaltet der Körper auf Reparatur um. Die Zellteilungsrate der Haut ist während des Schlafs höher. Nachtcremes enthalten oft Wirkstoffe wie Panthenol, Allantoin oder Ceramide, die diesen natürlichen Erneuerungsprozess unterstützen und kleine Risse oder Reizungen heilen.

2. Tiefenwirksame Feuchtigkeit (Okklusionseffekt)

Handcremes für die Nacht sind meist deutlich „fetter“ (wasser-in-öl-basiert). Sie bilden einen feinen Schutzfilm auf der Haut, der den sogenannten transepidermalen Wasserverlust verhindert. Das bedeutet: Die Feuchtigkeit wird in der Haut eingeschlossen. Inhaltsstoffe wie Urea, Hyaluronsäure oder Glycerin ziehen Wasser in die tieferen Hautschichten ein.

3. Reparatur der Hautschutzbarriere

Hände sind tagsüber extremen Belastungen ausgesetzt (Wasser, Seife, Kälte, UV-Licht). Dies schädigt den Säureschutzmantel. Nachtcremes enthalten oft hochwertige Fette wie Shea-Butter, Jojobaöl, Mandelöl oder Avocadoöl, die die Lipidbarriere der Haut wieder auffüllen. Dadurch werden die Hände widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse am nächsten Tag.

4. Längere Einwirkzeit ohne Unterbrechung

Das ist der größte praktische Vorteil: Da man die Hände nachts nicht wäscht, können die Wirkstoffe über 7 bis 8 Stunden hinweg kontinuierlich in die Haut einziehen. Tagescremes müssen meist schnell einziehen, damit man keine Fettflecken hinterlässt – Nachtcremes hingegen dürfen (und sollen) einen reichhaltigen Film hinterlassen.

5. Anti-Aging-Effekt

Viele Nacht-Handcremes enthalten Inhaltsstoffe wie Vitamin E, Vitamin C oder sogar Retinol. Diese bekämpfen freie Radikale und helfen dabei, Pigmentflecken (Altersflecken) vorzubeugen oder aufzuhellen und die Hautelastizität zu verbessern.


Profi-Tipp für maximale Wirkung: Baumwollhandschuhe

Um den Effekt einer nächtlichen Handkur zu verstärken, kann man die Creme dick auftragen und anschließend dünne Baumwollhandschuhe überziehen.

  • Wärmeentwicklung: Durch die Handschuhe entsteht leichte Wärme, die die Poren öffnet.
  • Bessere Aufnahme: Die Wirkstoffe werden förmlich in die Haut „gepresst“.
  • Schutz der Bettwäsche: Die reichhaltige, oft fettige Creme landet nicht im Bettzeug.

Zusammenfassung: Für wen sind sie geeignet?

Spezielle Nachtcremes sind besonders empfehlenswert für Menschen mit:

  • Sehr trockener, rauer Haut.
  • Rissigen Stellen (z. B. an den Fingerkuppen).
  • Berufen, in denen die Hände oft gewaschen oder desinfiziert werden müssen (Pflege, Gastronomie, Handwerk).
  • Neurodermitis oder Ekzemneigung (hier auf parfümfreie Produkte achten).

Fazit: Während Tagescremes eher schützen, dienen Nachtcremes der Reparatur und Tiefenpflege.

0