Ab welchem Alter ist die Nutzung von Mundspülungen für Kinder sicher?
Die allgemeine Empfehlung von Zahnärzten und Fachgesellschaften lautet: Mundspülungen sind frühestens ab einem Alter von 6 Jahren sicher und sinnvoll.
Hier sind die wichtigsten Gründe und Voraussetzungen für die Nutzung:
1. Die wichtigste Voraussetzung: Das Ausspucken
Das Kind muss den Schluckreflex sicher kontrollieren können. Es muss verstehen, dass die Flüssigkeit im Mund hin- und hergeschwenkt und danach vollständig ausgespuckt werden muss. Wenn ein Kind die Spülung noch regelmäßig verschluckt, ist es zu jung.
2. Warum erst ab 6 Jahren?
- Gefahr der Fluorose: Viele Mundspülungen enthalten Fluorid zur Kariesprävention. Wenn Kinder im Alter, in dem sich die bleibenden Zähne noch im Kiefer entwickeln (meist bis ca. 6-8 Jahre), zu viel Fluorid verschlucken, kann es zu einer Dentalfluorose kommen. Dabei entstehen unschöne weiße oder bräunliche Flecken auf den bleibenden Zähnen.
- Magenbeschwerden: Das Verschlucken größerer Mengen Mundspülung kann zu Übelkeit und Erbrechen führen.
3. Worauf sollte man bei der Auswahl achten?
Wenn Ihr Kind alt genug ist, sollten Sie auf folgende Punkte achten:
- Alkoholfrei: Mundspülungen für Kinder dürfen keinen Alkohol enthalten. Alkohol trocknet die Schleimhäute aus und ist für Kinder gefährlich, falls sie doch einmal einen Schluck trinken.
- Kindgerechter Fluoridgehalt: Mundspülungen für Kinder haben oft einen angepassten Fluoridgehalt (meist um die 200–250 ppm Fluorid).
- Milder Geschmack: Scharfe Menthol-Aromen schrecken Kinder oft ab. Es gibt spezielle Produkte mit Erdbeer- oder Kaugummigeschmack (hier ist jedoch Vorsicht geboten, damit das Kind die Spülung nicht für ein Getränk hält).
4. Wann ist eine Mundspülung überhaupt nötig?
In den meisten Fällen ist Zähneputzen (zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta) und die Reinigung der Zahnzwischenräume völlig ausreichend. Eine Mundspülung ist eine Ergänzung, kein Ersatz.
Sinnvoll kann sie sein bei:
- Trägern von festen Zahnspangen: Hier ist die Mundhygiene erschwert, und eine Spülung erreicht Stellen, an die die Bürste kaum hinkommt.
- Hohem Kariesrisiko: Wenn der Zahnarzt eine zusätzliche Fluoridierung empfiehlt.
Fazit und Tipp:
Machen Sie den „Wassertest“: Lassen Sie Ihr Kind ein Glas normales Wasser im Mund hin- und herspülen und dann in das Waschbecken ausspucken. Wenn das Kind dies mehrmals hintereinander schafft, ohne einen Schluck zu verschlucken, ist es bereit für eine (alkoholfreie) Mundspülung.
Hinweis: Im Zweifelsfall sollten Sie beim nächsten Termin Ihren Zahnarzt fragen, ob eine Mundspülung für Ihr Kind individuell bereits sinnvoll ist.