Warum die Sahara früher einmal grün gewesen ist
- Klimaänderungen in der Erdgeschichte
- Die sogenannte "Grüne Sahara" oder Feuchtzeit
- Einfluss der Erdumlaufbahn (Milanković-Zyklen)
- Folgen für Mensch und Umwelt
- Zusammenfassung
Klimaänderungen in der Erdgeschichte
Die Sahara, heute die größte heiße Wüste der Erde, war in der Vergangenheit nicht immer so trocken und karg wie heute. Vor Jahrtausenden war die Region zeitweise grün und fruchtbar. Diese Veränderungen resultieren aus natürlichen Klimaschwankungen, die durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Hauptursache sind langfristige Veränderungen in der Erdumlaufbahn und der Neigung der Erdachse, welche die Verteilung der Sonneneinstrahlung verändern und somit das Klima weltweit beeinflussen.
Die sogenannte "Grüne Sahara" oder Feuchtzeit
Vor etwa 10.000 bis 5.000 Jahren, während des Holozäns, erlebte die Sahara eine nennenswerte Feuchtperiode. Dieses Klimaereignis wird oft als "Grüne Sahara" bezeichnet. Aufgrund der veränderten Erdachsenneigung gab es stärkere Monsunwinde aus dem Atlantik, die feuchte Luftmassen in die Region transportierten. Dies führte zu häufigeren Regenfällen, die Flüsse und Seen in die Wüste brachten und eine üppige Vegetation ermöglichten. Die Landschaft war mit Grasländern, Savannen und sogar Wäldern bedeckt, was eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt sowie frühe menschliche Siedlungen ermöglichte.
Einfluss der Erdumlaufbahn (Milanković-Zyklen)
Die klimatischen Schwankungen, welche die Sahara grün werden ließen, sind eng mit den Milanković-Zyklen verbunden. Diese beschreiben Veränderungen in der Erdumlaufbahn, der Erdachsenneigung und der Präzession, welche im Rhythmus von mehreren tausend Jahren die Intensität und Verteilung der Sonneneinstrahlung verändern. Während Phasen mit intensiver Sonneneinstrahlung in bestimmten Regionen steigt die Temperatur und der Wasserkreislauf nimmt zu, was zu vermehrtem Niederschlag führt. Diese astronomischen Veränderungen wirken sich direkt auf das globale Klima und somit auch auf die Sahara aus.
Folgen für Mensch und Umwelt
Die Grüne Sahara-Periode war entscheidend für die menschliche Besiedlung Nordafrikas. Archäologische Funde beweisen, dass Menschen in dieser Zeit in der Region lebten, jagten, sammelten und sich sogar rudimentär sesshaft machten. Als die Feuchtperiode endete und die Region wieder austrocknete, zogen viele Menschen in fruchtbarere Gebiete südlich oder entlang des Nils um. Diese klimatischen Veränderungen hatten also eine große Bedeutung für die kulturelle und demographische Entwicklung der Menschheit.
Zusammenfassung
Die Sahara war früher grün, weil sich durch natürliche astronomische Zyklen das Klima änderte und die Region für mehrere tausend Jahre feuchter wurde. Diese Feuchtphase ermöglichte eine üppige Vegetation und das Leben von Menschen und Tieren, bevor die Gegend aufgrund neuer klimatischer Bedingungen wieder austrocknete und zur heutigen Wüste wurde.