Wie man den Fehler NET::ERR_CERT_AUTHORITY_INVALID im Browser behebt: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Der Fehler NET::ERR_CERT_AUTHORITY_INVALID ist eine der häufigsten Warnmeldungen in Webbrowsern wie Google Chrome, Microsoft Edge oder Brave. Er weist darauf hin, dass die Verbindung zur Website nicht sicher ist, da der Browser der Zertifizierungsstelle (Certificate Authority, kurz: CA) des SSL-Zertifikats nicht vertraut.
In den meisten Fällen liegt das Problem entweder an den Einstellungen Ihres Computers/Browsers oder an einem fehlerhaften Zertifikat auf dem Webserver.
In dieser Anleitung erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie den Fehler beheben können – sowohl als Besucher einer Website als auch als Webseitenbetreiber.
Teil 1: Lösungen für Webseitenbesucher (Client-Seite)
Probieren Sie die folgenden Schritte der Reihe nach aus, um das Problem auf Ihrem Gerät zu beheben.
Schritt 1: Datum und Uhrzeit Ihres Systems überprüfen
SSL-Zertifikate sind nur für einen bestimmten Zeitraum gültig. Geht die Uhr Ihres Computers vor oder nach, kann der Browser das Zertifikat fälschlicherweise als abgelaufen oder noch nicht gültig einstufen.
- Windows: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Uhrzeit in der Taskleiste > Datum und Uhrzeit anpassen > Aktivieren Sie Uhrzeit automatisch festlegen.
- macOS: Öffnen Sie die Systemeinstellungen > Datum & Uhrzeit > Aktivieren Sie Datum und Uhrzeit automatisch einstellen.
- Starten Sie Ihren Browser neu und rufen Sie die Website erneut auf.
Schritt 2: Browser-Cache und Cookies löschen
Manchmal speichert der Browser veraltete Zertifikatsdaten oder fehlerhafte Cache-Dateien.
- Öffnen Sie Ihren Browser (z. B. Chrome).
- Drücken Sie die Tastenkombination
Strg + Umschalt + Entf(Windows) oderCmd + Umschalt + Entf(Mac). - Wählen Sie als Zeitraum Gesamte Zeit.
- Setzen Sie einen Haken bei Cookies und andere Websitedaten sowie Bilder und Dateien im Cache.
- Klicken Sie auf Daten löschen und laden Sie die Seite neu.
Schritt 3: Den SSL-Status auf dem Computer leeren
Genau wie der Browser speichert auch das Betriebssystem einen Cache für SSL-Zertifikate.
Unter Windows:
- Drücken Sie die Windows-Taste und tippen Sie Internetoptionen ein.
- Wechseln Sie zum Reiter Inhalte.
- Klicken Sie auf die Schaltfläche SSL-Status löschen.
- Bestätigen Sie mit OK.
Unter macOS:
- Löschen Sie Zertifikate im Schlüsselbund (Keychain Access), falls Sie dort zuvor manuell ungültige Zertifikate hinterlegt haben.
Schritt 4: Antivirenprogramm und VPN vorübergehend deaktivieren
Einige Antivirenprogramme verfügen über eine sogenannte „HTTPS-Überprüfung“ oder einen „SSL-Scan“. Dabei schaltet sich das Antivirenprogramm zwischen Browser und Website, was zu Zertifikatskonflikten führen kann.
- Deaktivieren Sie testweise die HTTPS-Überprüfung in den Einstellungen Ihres Antivirenprogramms (z. B. bei Avast, Bitdefender, Kaspersky).
- Schalten Sie Ihr VPN kurzzeitig aus, falls Sie eines nutzen.
- Testen Sie, ob die Website nun erreichbar ist. (Denken Sie daran, den Schutz später wieder zu aktivieren!)
Schritt 5: Browser-Erweiterungen im Inkognito-Modus testen
Manchmal greifen Ad-Blocker oder Sicherheits-Erweiterungen in den Datenverkehr ein.
- Öffnen Sie ein Inkognito-Fenster (privates Fenster) mit
Strg + Umschalt + N(Windows) bzw.Cmd + Umschalt + N(Mac). - Rufen Sie die betreffende Website auf.
- Funktioniert es hier? Dann liegt das Problem an einer Erweiterung. Deaktivieren Sie Ihre installierten Extensions nacheinander, um den Übeltäter zu identifizieren.
Schritt 6: DNS-Server ändern
Ein fehlerhafter DNS-Cache Ihres Internetanbieters kann dazu führen, dass Sie auf eine falsche IP-Adresse geleitet werden, die ein unpassendes Zertifikat ausliefert.
- Öffnen Sie die Netzwerkeinstellungen Ihres Computers.
- Ändern Sie den DNS-Server auf einen öffentlichen, vertrauenswürdigen Anbieter:
- Google DNS:
8.8.8.8und8.8.4.4 - Cloudflare DNS:
1.1.1.1und1.0.0.1
- Google DNS:
- Leeren Sie den DNS-Cache über die Eingabeaufforderung (CMD) als Administrator mit dem Befehl:
ipconfig /flushdns
Schnelle Notlösung (Auf eigene Gefahr!)
Wenn Sie der Website zu 100 % vertrauen (z. B. einem internen Router oder einem Testserver):
- Klicken Sie auf der Fehlerseite auf den Button Erweitert (Advanced).
- Klicken Sie ganz unten auf den Link Weiter zu [Website-Name] (unsicher). (Hinweis: Geben Sie auf solchen Seiten niemals Passwörter oder Zahlungsdaten ein!)
Teil 2: Lösungen für Webseitenbetreiber (Server-Seite)
Falls Sie der Inhaber der Website sind und Besucher diesen Fehler melden, liegt die Ursache auf Ihrem Server:
- Selbstsigniertes Zertifikat ersetzen:
Browser vertrauen selbstsignierten Zertifikaten standardmäßig nicht. Nutzen Sie stattdessen ein kostenloses, anerkanntes Zertifikat von Let's Encrypt oder erwerben Sie ein Zertifikat bei einer offiziellen Stelle (z. B. DigiCert, Sectigo). - Intermediate-Zertifikate (Chain) prüfen:
Oft fehlt auf dem Webserver das Zwischenzertifikat (Intermediate CA). Der Browser kann die Vertrauenskette zur Root-CA dann nicht vollständig prüfen. Nutzen Sie Online-Tools wie das Qualys SSL Labs Tool, um die sogenannte „Certificate Chain“ zu testen und zu korrigieren. - Erneuerung nach Domainumzug:
Haben Sie die Domain kürzlich umgezogen, verweist das Zertifikat eventuell noch auf den alten Server. Stellen Sie sicher, dass das Zertifikat für die Domain neu ausgestellt und an die richtige IP gebunden wurde.