VirtualBox Guide 2021: Was ist es, wie installiert man es und wie nutzt man es?
Hier ist ein ausführliches Tutorial zu VirtualBox, strukturiert in die drei von dir gewünschten Bereiche.
Virtualisierung ist eines der mächtigsten Werkzeuge in der IT – egal ob für Software-Entwickler, Cyber-Security-Interessierte oder Heimanwender. In diesem Guide erfährst du alles, was du für den Start mit Oracle VM VirtualBox wissen musst.
Teil 1: Was ist VirtualBox?
VirtualBox ist eine kostenlose Open-Source-Software von Oracle, mit der man sogenannte Virtuelle Maschinen (VMs) erstellen kann.
Die Grundidee
Stell dir vor, du könntest einen Computer innerhalb deines Computers laufen lassen. Dein eigentliches Betriebssystem (z. B. Windows 10) wird als Host bezeichnet. Das Betriebssystem, das in VirtualBox läuft (z. B. Linux oder ein zweites Windows), ist der Guest (Gast).
Warum sollte man VirtualBox nutzen?
- Sicherheit: Du kannst verdächtige Programme in einer isolierten Umgebung testen, ohne deinen echten PC zu gefährden.
- Software-Tests: Installiere verschiedene Betriebssysteme (Ubuntu, Windows 7, Android x86), ohne deine Festplatte neu partitionieren zu müssen.
- Alte Software: Nutze Programme, die nur auf alten Betriebssystemen laufen.
- Kostenlos: Im Gegensatz zu Konkurrenten wie VMware Workstation (Pro) ist VirtualBox für Privatanwender komplett gratis.
Teil 2: Wie installiert man VirtualBox?
Die Installation ist unkompliziert. Folge diesen Schritten:
- Download: Gehe auf die offizielle Webseite virtualbox.org und klicke auf den großen Button "Download VirtualBox". Wähle für Windows die Version "Windows hosts" (oder "OS X hosts" für Mac).
- Installer ausführen: Öffne die heruntergeladene
.exe-Datei. - Standardeinstellungen: Du kannst die meisten Einstellungen einfach so lassen, wie sie sind. Klicke auf "Next".
- Netzwerk-Warnung: Während der Installation wird VirtualBox kurzzeitig deine Internetverbindung unterbrechen, um einen virtuellen Netzwerkadapter zu installieren. Das ist normal. Bestätige mit "Yes".
- Installation abschließen: Klicke auf "Install".
- Zusatz-Tipp (Extension Pack): Lade dir auf derselben Webseite auch das "Oracle VM VirtualBox Extension Pack" herunter. Installiere es nach der Hauptsoftware, um Support für USB 3.0 und bessere Performance zu erhalten.
Teil 3: Wie benutzt man VirtualBox? (Erste Schritte)
Um ein Betriebssystem in VirtualBox zu nutzen, benötigst du ein ISO-Abbild des gewünschten Systems (z. B. eine Windows 10 ISO oder eine Ubuntu ISO).
1. Eine neue Virtuelle Maschine erstellen
- Öffne VirtualBox und klicke oben auf den blauen Button "Neu".
- Name: Gib der Maschine einen Namen (z. B. "Mein Ubuntu").
- Typ & Version: VirtualBox erkennt meist am Namen schon, ob es Linux oder Windows ist. Falls nicht, stelle es manuell ein.
2. Ressourcen zuweisen
- Arbeitsspeicher (RAM): Schiebe den Regler in den grünen Bereich. Für Windows 10 sollten es mindestens 4096 MB (4 GB) sein, für Linux reichen oft 2048 MB (2 GB). Wichtig: Gib der VM nie mehr als die Hälfte deines echten RAMs.
- Festplatte: Wähle "Festplatte jetzt erzeugen" -> "VDI" -> "dynamisch alloziert". Letzteres bedeutet, dass die virtuelle Festplatte auf deiner echten Festplatte nur so viel Platz wegnimmt, wie sie im Gast-System tatsächlich belegt.
3. Das Betriebssystem installieren
- Wähle deine neue VM in der Liste links aus und klicke auf "Ändern" (Einstellungen).
- Gehe zu "Massenspeicher". Klicke auf das leere CD-Symbol unter dem Controller.
- Klicke rechts auf das kleine CD-Icon und wähle "Abbild auswählen". Suche nun deine heruntergeladene ISO-Datei.
- Bestätige mit OK und klicke im Hauptmenü auf den grünen Pfeil "Starten".
4. Die Installation im Gast-System
Die VM startet nun wie ein normaler Computer von der "CD" (deiner ISO). Folge den Installationsanweisungen des jeweiligen Betriebssystems.
5. Der wichtigste letzte Schritt: Guest Additions
Sobald das Gast-System installiert ist und läuft, wirkt es oft etwas langsam und das Fenster lässt sich nicht vergrößern.
- Gehe im Fenster der laufenden VM oben im Menü auf "Geräte" -> "Gasterweiterungen einlegen...".
- Im Gast-System öffnet sich nun ein virtuelles Laufwerk. Führe die dortige Installationsdatei aus und starte die VM neu.
- Ergebnis: Du hast nun volle Bildschirmauflösung, eine flüssige Mausbedienung und kannst Dateien per Drag & Drop zwischen Host und Guest verschieben.
Fazit
Mit VirtualBox hast du ein mächtiges Labor direkt auf deinem Desktop. Experimentiere ruhig mit den Einstellungen – falls eine VM mal kaputtgeht, kannst du sie einfach löschen und eine neue erstellen, ohne dass dein Haupt-PC davon betroffen ist!