Tutorial: ZÄHLENWENN mit ODER-Verknüpfung in Excel
Hier ist ein umfassendes Tutorial, wie du die ZÄHLENWENN-Funktion (COUNTIF) in Excel mit einer ODER-Logik verknüpfst.
Die Standard-Funktion ZÄHLENWENN ist eigentlich darauf ausgelegt, nur ein einziges Kriterium zu prüfen. Wenn du jedoch wissen möchtest, wie oft „Äpfel“ ODER „Birnen“ in einer Liste vorkommen, gibt es zwei effiziente Wege, dies zu lösen.
Methode 1: Die einfache Addition (für wenige Kriterien)
Dies ist der einfachste Weg: Du schreibst für jedes Kriterium eine eigene ZÄHLENWENN-Funktion und addierst die Ergebnisse mit einem Pluszeichen.
Die Formel:
=ZÄHLENWENN(Bereich; "Kriterium1") + ZÄHLENWENN(Bereich; "Kriterium2")
Beispiel: Du hast eine Liste mit Obst in Spalte A (A2:A10) und möchtest zählen, wie oft „Apfel“ oder „Birne“ vorkommt.
=ZÄHLENWENN(A2:A10; "Apfel") + ZÄHLENWENN(A2:A10; "Birne")
Methode 2: Die Matrix-Konstante (der Profi-Weg)
Wenn du viele Kriterien hast, wird die erste Methode sehr lang und unübersichtlich. Kürzer geht es mit einer sogenannten Matrix-Konstante (geschweifte Klammern).
Die Formel:
=SUMME(ZÄHLENWENN(Bereich; {"Kriterium1"; "Kriterium2"; "Kriterium3"}))
So funktioniert es:
{"Kriterium1"; "Kriterium2"}: In den geschweiften Klammern gibst du Excel eine Liste von Suchbegriffen.ZÄHLENWENN: Excel berechnet im Hintergrund für jeden Begriff einzeln das Ergebnis (z. B. 3 Äpfel und 2 Birnen).SUMME: DaZÄHLENWENNnun zwei Ergebnisse liefert, addiert dieSUMME-Funktion diese zu einem Gesamtergebnis (3 + 2 = 5).
Beispiel:
=SUMME(ZÄHLENWENN(A2:A10; {"Apfel"; "Birne"; "Banane"}))
Methode 3: Mit Zellbezügen (Dynamisch)
Möchtest du die Kriterien nicht fest in die Formel schreiben, sondern aus Zellen beziehen (z. B. stehen deine Suchbegriffe in E1 und E2), nutzt du die Funktion SUMMENPRODUKT.
Die Formel:
=SUMMENPRODUKT(ZÄHLENWENN(Bereich; Kriterienbereich))
Beispiel:
- Deine Daten: A2:A10
- Deine Suchbegriffe (z. B. "Apfel", "Birne"): E1:E2
=SUMMENPRODUKT(ZÄHLENWENN(A2:A10; E1:E2))
Der Vorteil hier: Du kannst die Begriffe in E1 und E2 jederzeit ändern, ohne die Formel anzupassen.
Zusammenfassung: Was solltest du wählen?
- 1-2 Kriterien: Nutze Methode 1 (Addition), da sie am leichtesten zu verstehen ist.
- Viele Kriterien (fest definiert): Nutze Methode 2 (geschweifte Klammern), um die Formel kurz zu halten.
- Flexible Kriterien: Nutze Methode 3 (
SUMMENPRODUKT), wenn sich deine Suchbegriffe oft ändern und in separaten Zellen stehen.
Tipp: Achte bei Texten immer darauf, die Kriterien in Anführungszeichen zu setzen (z. B. "Apfel"). Bei Zahlen ist das nicht nötig.