Tutorial: Virtuellen Arbeitsspeicher in Windows 10 erhöhen – So geht’s richtig!
Hier ist ein ausführliches Tutorial, wie du den virtuellen Arbeitsspeicher (die sogenannte Auslagerungsdatei) unter Windows 10 optimal einstellst.
Der virtuelle Arbeitsspeicher (auch "Paging File" oder "Auslagerungsdatei" genannt) ist ein Bereich auf deiner Festplatte (HDD oder SSD), den Windows wie normalen RAM verwendet, wenn der physische Arbeitsspeicher voll ist. Dies kann die Systemstabilität erhöhen und Abstürze verhindern.
Teil 1: Wie viel virtuellen Arbeitsspeicher sollte ich einstellen?
Bevor wir zur Anleitung kommen, klären wir die wichtigste Frage: Welche Werte sind ideal?
Es gibt eine bewährte Faustformel für die manuelle Einstellung:
- Untergrenze (Anfangsgröße): Das 1,5-fache deines physischen Arbeitsspeichers (RAM).
- Obergrenze (Maximale Größe): Das 3-fache deines physischen Arbeitsspeichers.
Beispiel bei 8 GB RAM:
- Rechnung: 8 GB = 8.192 MB
- Anfangsgröße: 8.192 * 1,5 = 12.288 MB
- Maximale Größe: 8.192 * 3 = 24.576 MB
Wichtiger Hinweis: Wenn du bereits 16 GB oder 32 GB RAM hast, benötigt Windows selten riesige Auslagerungsdateien. In diesem Fall reicht oft eine Anfangsgröße von 4.000 MB und eine maximale Größe von 8.000 - 12.000 MB aus.
Teil 2: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Folge diesen Schritten, um den Speicher manuell anzupassen:
Schritt 1: Systemeigenschaften öffnen
- Drücke die Windows-Taste auf deiner Tastatur.
- Tippe "Erweiterte Systemeinstellungen anzeigen" ein und drücke Enter.
- Ein kleines Fenster namens "Systemeigenschaften" öffnet sich. Du befindest dich automatisch im Reiter Erweitert.
Schritt 2: Leistungseinstellungen aufrufen
- Klicke im Bereich "Leistung" auf die Schaltfläche Einstellungen....
- Ein neues Fenster "Leistungsoptionen" öffnet sich. Wechsel hier oben auf den Reiter Erweitert.
Schritt 3: Virtuellen Arbeitsspeicher ändern
- Klicke im Bereich "Virtueller Arbeitsspeicher" auf die Schaltfläche Ändern....
Schritt 4: Werte manuell festlegen
- Deaktiviere ganz oben den Haken bei "Auslagerungsdateigröße für alle Laufwerke automatisch verwalten".
- Wähle dein Systemlaufwerk aus (normalerweise C:).
- Aktiviere den Punkt "Benutzerdefinierte Größe".
- Gib nun deine berechneten Werte bei Anfangsgröße und Maximale Größe in Megabyte (MB) ein.
- Ganz wichtig: Klicke danach unbedingt auf die Schaltfläche Festlegen. Erst dann werden die Werte übernommen.
- Bestätige alle Fenster mit OK.
Schritt 5: Neustart
Damit die Änderungen wirksam werden, musst du deinen Computer neu starten. Windows wird dich in der Regel auch direkt dazu auffordern.
Teil 3: Vor- und Nachteile im Überblick
| Vorteil | Nachteil |
|---|---|
| Verhindert "Out of Memory"-Fehlermeldungen. | Belegt Speicherplatz auf der Festplatte/SSD. |
| Erhöht die Stabilität bei Multitasking oder Videoschnitt. | Festplattenspeicher ist langsamer als echter RAM. |
| Ältere Programme laufen oft stabiler. | Bei extrem hohen Werten kann die SSD theoretisch schneller abnutzen (heutzutage vernachlässigbar). |
Fazit
Die manuelle Erhöhung des virtuellen Arbeitsspeichers ist besonders hilfreich, wenn du wenig physischen RAM (4 GB oder 8 GB) hast oder Fehlermeldungen bei anspruchsvollen Anwendungen erhältst. Wenn dein System jedoch flüssig läuft, leistet die automatische Verwaltung von Windows 10 heutzutage meist sehr gute Arbeit.