Tutorial: Prozessorzugehörigkeit in Windows 11 festlegen

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Hier ist ein detailliertes Tutorial, wie du die Prozessorzugehörigkeit (Processor Affinity) in Windows 11 anpassen kannst.

Die Prozessorzugehörigkeit (Processor Affinity) bestimmt, welche CPU-Kerne eine bestimmte Anwendung nutzen darf. Dies kann nützlich sein, um die Performance zu optimieren, Ruckler in alten Spielen zu vermeiden oder um sicherzustellen, dass eine rechenintensive App nicht das gesamte System verlangsamt.

Es gibt zwei Wege: Die schnelle Methode über den Task-Manager (temporär) und die Methode über eine Verknüpfung (dauerhaft).


Methode 1: Über den Task-Manager (Temporär)

Diese Einstellung geht verloren, sobald das Programm geschlossen wird.

  1. Programm starten: Öffne die Anwendung oder das Spiel, für das du die Kerne festlegen möchtest.
  2. Task-Manager öffnen: Drücke Strg + Umschalt + Esc oder mache einen Rechtsklick auf das Windows-Logo (Start) und wähle Task-Manager.
  3. Registerkarte „Details“: Klicke in der linken Seitenleiste auf das Symbol für Details (das Symbol sieht aus wie eine Liste mit kleinen Kästchen).
  4. Prozess finden: Suche in der Liste nach der .exe-Datei deines Programms.
  5. Zugehörigkeit festlegen:
    • Mache einen Rechtsklick auf den Prozess.
    • Wähle im Menü den Punkt Zugehörigkeit festlegen.
  6. Kerne auswählen:
    • Ein Fenster öffnet sich. Standardmäßig ist „Alle Prozessoren“ ausgewählt.
    • Entferne den Haken bei „Alle Prozessoren“ und setze die Haken nur bei den CPU-Kernen (z. B. CPU 0, CPU 1), die das Programm nutzen soll.
  7. Bestätigen: Klicke auf OK.

Methode 2: Dauerhafte Einstellung per Verknüpfung

Damit die Einstellung bei jedem Start automatisch angewendet wird, kannst du eine spezielle Verknüpfung erstellen.

Hierfür nutzen wir den start /affinity-Befehl in der Eingabeaufforderung. Die Affinität wird hierbei als Hexadezimal-Wert angegeben.

Schritt A: Den Hex-Wert ermitteln

Jeder Kern entspricht einem Bit. Hier sind gängige Beispiele für ein System mit mehreren Kernen:

  • Kern 0 nutzen: Hex-Wert 1
  • Kern 1 nutzen: Hex-Wert 2
  • Kern 0 & 1 nutzen: Hex-Wert 3
  • Kern 2 & 3 nutzen: Hex-Wert C
  • Alle Kerne (bei 4 Kernen): Hex-Wert F

Schritt B: Verknüpfung erstellen

  1. Mache einen Rechtsklick auf deinen Desktop -> Neu -> Verknüpfung.
  2. Gib im Feld „Geben Sie den Speicherort des Elements ein“ folgendes Format ein: cmd.exe /c start /affinity [HEX-WERT] "" "[PFAD ZUR ANWENDUNG]"
    • Beispiel (Programm soll nur auf Kern 0 & 1 laufen): cmd.exe /c start /affinity 3 "" "C:ProgrammeMeinSpielspiel.exe"
  3. Klicke auf Weiter, gib der Verknüpfung einen Namen und klicke auf Fertig stellen.
  4. Ab jetzt startet das Programm immer mit der von dir festgelegten Kern-Zuweisung.

Methode 3: Tools von Drittanbietern (Für Profis)

Wenn du viele Programme verwalten willst und dir die Hex-Werte zu kompliziert sind, gibt es spezialisierte Software, die diese Einstellungen dauerhaft speichert:

  • Process Lasso: Das bekannteste Tool für CPU-Management. Es erlaubt „Prozessor-Affinitäten“ dauerhaft und mit einer grafischen Oberfläche zu speichern.
  • Bill2's Process Manager: Ein älteres, aber oft noch funktionierendes Tool für ähnliche Zwecke.

Wichtige Hinweise

  • CPU 0 vermeiden? Bei vielen Systemen läuft die meiste Hintergrundarbeit von Windows auf Kern 0. Wenn ein Spiel ruckelt, kann es manchmal helfen, das Spiel auf alle Kerne außer CPU 0 zu legen.
  • Performance: Das Entziehen von Kernen kann die Leistung eines Programms auch verschlechtern, wenn es für Multi-Core-Betrieb optimiert ist.
  • Admin-Rechte: Für manche Systemprozesse benötigst du Administratorrechte im Task-Manager, um die Zugehörigkeit zu ändern.

Tipp: Wenn du ein modernes System mit Intel "P-Cores" und "E-Cores" hast, kann das Festlegen der Zugehörigkeit auf die P-Cores bei älteren Spielen massive Performance-Sprünge bringen!

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