Tutorial: Ein virtuelles Netzwerk in VirtualBox erstellen (Internes Netzwerk)
Hier ist ein ausführliches Tutorial, wie du ein internes Netzwerk in VirtualBox einrichtest. Diese Netzwerkart ist ideal für isolierte Testumgebungen (Labs), in denen VMs miteinander kommunizieren sollen, aber keinen Zugriff auf das Internet oder das Host-System haben.
1. Was ist ein internes Netzwerk?
Das "Interne Netzwerk" in VirtualBox ist eine isolierte Software-Struktur.
- Kommunikation: VMs innerhalb desselben internen Netzwerks können sich gegenseitig sehen.
- Isolation: Es gibt keine Verbindung zum Host-Betriebssystem und kein Internetzugriff.
- Sicherheit: Ideal zum Testen von Malware, Server-Client-Strukturen oder DHCP-Konfigurationen, ohne das physische Netzwerk zu stören.
2. Schritt-für-Schritt-Konfiguration
Um ein internes Netzwerk aufzubauen, müssen mindestens zwei virtuelle Maschinen (VMs) denselben Netzwerknamen erhalten.
Schritt A: Netzwerkeinstellungen öffnen
- Öffne VirtualBox.
- Wähle die erste VM in der Liste aus (sie muss ausgeschaltet sein).
- Klicke auf Ändern (das Zahnrad-Symbol) und navigiere zum Reiter Netzwerk.
Schritt B: Adapter konfigurieren
- Stelle sicher, dass bei Adapter 1 der Haken bei „Netzwerkadapter aktivieren“ gesetzt ist.
- Wähle unter „Angeschlossen an:“ den Eintrag Internes Netzwerk aus.
- Im Feld Name: kannst du einen Namen vergeben (standardmäßig steht dort
intnet). Du kannst ihn beliebig ändern, z. B.LaborNetz.- Wichtig: Alle VMs, die miteinander kommunizieren sollen, müssen exakt den gleichen Namen in diesem Feld stehen haben.
- Klicke auf OK.
Schritt C: Zweite VM konfigurieren
- Wiederhole die obigen Schritte für die zweite VM.
- Wähle auch hier Internes Netzwerk und gib den gleichen Namen (
LaborNetz) ein.
3. IP-Adressen konfigurieren (Wichtig!)
VirtualBox stellt im internen Netzwerk standardmäßig keinen DHCP-Server bereit. Das bedeutet, deine VMs bekommen nicht automatisch eine IP-Adresse. Du hast zwei Möglichkeiten:
Methode 1: Statische IP-Adressen (Empfohlen für einfache Tests)
Du musst die IP-Adressen innerhalb der Gast-Betriebssysteme manuell vergeben.
- VM 1:
- IP-Adresse:
192.168.1.1 - Subnetzmaske:
255.255.255.0
- IP-Adresse:
- VM 2:
- IP-Adresse:
192.168.1.2 - Subnetzmaske:
255.255.255.0
- IP-Adresse:
Methode 2: Den VirtualBox-eigenen DHCP-Server nutzen
Wenn du möchtest, dass VirtualBox doch IP-Adressen verteilt, kannst du dies über die Kommandozeile (Terminal/CMD) auf deinem Host-Rechner aktivieren:
VBoxManage dhcpserver add --netname LaborNetz --ip 192.168.1.1 --netmask 255.255.255.0 --lowerip 192.168.1.10 --upperip 192.168.1.50 --enable
4. Die Verbindung testen
- Starte beide virtuellen Maschinen.
- Öffne auf VM 1 das Terminal (Linux) oder die Eingabeaufforderung (Windows).
- Prüfe mit einem Ping, ob die andere Maschine erreichbar ist:
- Befehl:
ping 192.168.1.2(wenn VM 2 diese IP hat).
- Befehl:
- Wenn du eine Antwort erhältst, steht die Verbindung!
5. Erweiterte Einstellungen (Optional)
Wenn du Pakete mit einem Tool wie Wireshark zwischen den VMs analysieren möchtest, klappe in den Netzwerkeinstellungen der VM den Punkt Erweitert auf und setze den Promiscuous-Modus auf „Alle erlauben“.
Zusammenfassung der Vorteile:
- Kein IP-Konflikt mit dem Heimnetzwerk.
- Keine Gefahr durch Viren, die sich im Netzwerk verbreiten könnten.
- Volle Kontrolle über die Netzwerktopologie.