Primavera P6 Tutorial: Kapitel 3.2 – Arbeiten mit Vorgängen (Teil 1 von 2)

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Hier ist ein detailliertes Tutorial für Kapitel 3.2: Arbeiten mit Vorgängen in Primavera P6 (Teil 1 von 2).


Nachdem Sie die Projektstruktur (WBS) festgelegt haben, besteht der nächste Schritt darin, die eigentlichen Arbeitspakete – die Vorgänge (Activities) – zu definieren. In diesem ersten Teil lernen Sie, wie Sie Vorgänge erstellen, benennen und die grundlegenden Typen verstehen.


1. Einleitung: Was ist ein Vorgang (Activity)?

In Primavera P6 ist ein Vorgang die kleinste Einheit eines Projekts, die kontrolliert und gesteuert wird. Er hat einen Namen, eine Dauer, Start- und Endtermine sowie zugewiesene Ressourcen und Kosten.


2. Vorgänge hinzufügen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen neuen Vorgang in Primavera P6 zu erstellen. Stellen Sie sicher, dass Sie sich in der Ansicht "Activities" befinden.

Methode A: Über das Menü

  1. Wählen Sie den WBS-Knoten aus, unter dem der Vorgang erscheinen soll.
  2. Klicken Sie in der rechten Toolbar auf das "+" (Add) Symbol oder drücken Sie die Einfügen-Taste (Insert) auf Ihrer Tastatur.

Methode B: Rechtsklick

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste in den Tabellenbereich unter den gewünschten WBS.
  2. Wählen Sie "Add".

Der "New Activity" Wizard

Falls der Assistent (Wizard) aktiviert ist, öffnet sich ein Fenster, das Sie Schritt für Schritt durch die ID-Vergabe und Benennung führt. Erfahrene Nutzer deaktivieren diesen oft, um die Daten direkt in der Tabelle einzugeben.


3. Vorgangs-ID und Vorgangsname

Jeder Vorgang benötigt eine eindeutige Identifikation.

  • Activity ID: Dies ist ein eindeutiger Code (z.B. A1000, BAU-10). Primavera zählt diese IDs automatisch hoch (z.B. in 10er-Schritten). Sie können das Präfix und das Inkrement in den Projekteinstellungen anpassen.
  • Activity Name: Beschreiben Sie hier kurz und prägnant, was getan wird (z.B. "Fundament gießen" oder "Software-Spezifikation erstellen").
    • Tipp: Verwenden Sie am besten eine Kombination aus Substantiv + Verb.

4. Die verschiedenen Vorgangstypen (Activity Types)

Dies ist einer der wichtigsten Aspekte in P6. Sie finden die Auswahl im Tab "General" im unteren Detailbereich (Activity Details).

  1. Task Dependent (Standard): Der Vorgang wird basierend auf seinem eigenen Kalender geplant. Dies ist der am häufigsten verwendete Typ.
  2. Resource Dependent: Der Terminplan richtet sich nach dem Kalender der zugewiesenen Ressource (wichtig, wenn Ressourcen nur eingeschränkt verfügbar sind).
  3. Start Milestone: Ein Meilenstein mit der Dauer 0, der den Beginn eines Projektphasen-Abschnitts markiert (z.B. "Projektstart").
  4. Finish Milestone: Ein Meilenstein mit der Dauer 0, der den Abschluss markiert (z.B. "Abnahme erfolgt").
  5. Level of Effort (LOE): Ein Vorgang, dessen Dauer sich automatisch an die Zeitspanne zwischen seinen Vorgängern und Nachfolgern anpasst (z.B. Projektmanagement-Aufwand).
  6. WBS Summary: Fasst alle Vorgänge innerhalb eines WBS-Knotens zusammen.

5. Dauer festlegen (Original Duration)

In der Spalte "Original Duration" geben Sie an, wie lange der Vorgang voraussichtlich dauern wird.

  • Die Standardeinheit ist meist Tage (Days).
  • P6 berechnet das Enddatum automatisch basierend auf dem Startdatum und der Dauer, sobald der Terminplan (Schedule / F9) ausgeführt wird.
  • Beachten Sie: Meilensteine haben immer eine Dauer von 0.

6. Den richtigen Kalender zuweisen

Ein Vorgang kann nur an Tagen stattfinden, die im zugewiesenen Kalender als Arbeitszeit definiert sind.

  1. Markieren Sie den Vorgang.
  2. Gehen Sie im unteren Bereich auf den Tab "General".
  3. Wählen Sie unter "Activity Calendar" den passenden Kalender aus (z.B. "5-Tage-Woche" oder "7-Tage-Schicht").

Zusammenfassung der wichtigsten Schritte

  1. WBS-Ebene wählen.
  2. Add klicken.
  3. Activity ID und Name vergeben.
  4. Activity Type festlegen (meist Task Dependent).
  5. Original Duration (Dauer) eingeben.
  6. Kalender prüfen.

Vorschau auf Teil 2: Im nächsten Kapitel (3.2 Teil 2) behandeln wir die Vorgangsbeziehungen (Links/Logic), damit P6 berechnen kann, welcher Vorgang nach welchem folgen muss, und wie man Constraints (Einschränkungen) setzt.

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