Nmap auf Ubuntu installieren und grundlegende Netzwerk-Scans durchführen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Melden

Nmap (Network Mapper) ist eines der beliebtesten und mächtigsten Open-Source-Werkzeuge für die Netzwerkerkundung und Sicherheitsüberprüfung. System- und Netzwerkadministratoren nutzen es, um zu prüfen, welche Geräte im Netzwerk aktiv sind, welche Ports geöffnet sind und welche Sicherheitslücken eventuell existieren.

In diesem Tutorial erfährst du, wie du Nmap auf einem Ubuntu-System installierst und direkt deine ersten grundlegenden Scans durchführst.


Voraussetzungen

  • Ein System mit einer laufenden Ubuntu-Installation
  • Zugriff auf das Terminal (Kommandozeile)
  • Benutzerkonto mit sudo-Rechten (Root-Berechtigung)

Teil 1: Nmap auf Ubuntu installieren

Nmap ist standardmäßig in den offiziellen Ubuntu-Paketquellen enthalten. Die Installation ist daher in wenigen Schritten erledigt.

1. Paketliste aktualisieren

Öffne dein Terminal und aktualisiere zunächst die Paketlisten deines Systems:

sudo apt update

2. Nmap installieren

Führe nun den folgenden Befehl aus, um Nmap herunterzuladen und zu installieren:

sudo apt install nmap -y

3. Installation überprüfen

Nach Abschluss der Installation kannst du überprüfen, ob alles geklappt hat, indem du die installierte Version abfragst:

nmap --version

Wird dir die Versionsnummer und das Nmap-Copyright angezeigt, ist das Tool einsatzbereit.


Wichtiger rechtlicher Hinweis vor dem Scannen!

Führe Scans nur in Netzwerken oder auf Systemen durch, die dir gehören oder für die du eine ausdrückliche, schriftliche Genehmigung hast. Das unbefugte Scannen fremder Netzwerke kann als Vorbereitung eines Angriffs gewertet werden und rechtliche Konsequenzen haben.

Tipp zum Üben: Die Entwickler von Nmap stellen den Server scanme.nmap.org bereit. Dieser darf für einfache Test-Scans mit Nmap verwendet werden.


Teil 2: Grundlegende Nmap-Scans durchführen

Ersetze in den folgenden Beispielen scanme.nmap.org oder die IP-Adressen durch dein gewünschtes Ziel (z. B. die IP-Adresse deines heimischen Routers, wie 192.168.1.1).

1. Einen einzelnen Host scannen (Standard-Scan)

Der einfachste Scan überprüft die 1.000 am häufigsten genutzten TCP-Ports des Zielsystems:

nmap scanme.nmap.org

2. Bestimmte Ports oder Portbereiche scannen

Standardmäßig scannt Nmap 1.000 Ports. Mit dem Parameter -p kannst du gezielt festlegen, welche Ports überprüft werden sollen:

  • Einen einzelnen Port scannen (z. B. Port 80):
    nmap -p 80 scanme.nmap.org
  • Mehrere Ports scannen (z. B. HTTP und HTTPS):
    nmap -p 80,443 scanme.nmap.org
  • Einen Port-Bereich scannen (z. B. Ports 1 bis 100):
    nmap -p 1-100 scanme.nmap.org
  • Alle 65.535 Ports scannen:
    nmap -p- scanme.nmap.org

3. Host-Discovery (Ping-Scan)

Wenn du nur wissen möchtest, welche Geräte im Netzwerk überhaupt eingeschaltet sind, ohne deren Ports zu scannen, nutzt du den Ping-Scan (-sn). Dies spart viel Zeit.

  • Gesamtes Subnetz scannen:
    nmap -sn 192.168.1.0/24

4. Versions- und Dienst-Erkennung (-sV)

Nmap kann herausfinden, welche Software (inklusive Versionsnummer) hinter einem offenen Port lauscht. Das ist besonders nützlich, um veraltete oder unsichere Software zu identifizieren:

nmap -sV scanme.nmap.org

5. Betriebssystem-Erkennung (-O)

Nmap kann versuchen, anhand der Netzwerk-Antwortmuster das Betriebssystem des Zielgeräts zu erraten. Hierfür werden Root-Rechte (sudo) benötigt:

sudo nmap -O scanme.nmap.org

6. Der "Aggressive" Scan (-A)

Der Schalter -A kombiniert Betriebssystem-Erkennung, Versionsprüfung, Skript-Scanning und Traceroute in einem einzigen Befehl. Er liefert die meisten Details, ist aber auch auffälliger und dauert etwas länger:

sudo nmap -A scanme.nmap.org

Häufige Ausgabe-Stati verstehen

Nach einem Scan siehst du eine Tabelle mit Ports und deren Status. Die wichtigsten sind:

  • open (offen): Eine Anwendung akzeptiert aktiv Verbindungen auf diesem Port (z. B. ein Webserver auf Port 80).
  • closed (geschlossen): Der Port empfängt Pakete, aber es lauscht keine Anwendung darauf.
  • filtered (gefiltert): Eine Firewall oder ein Paketfilter blockiert die Pakete. Nmap kann nicht feststellen, ob der Port offen oder geschlossen ist.

Fazit

Du hast Nmap erfolgreich auf Ubuntu installiert und die wichtigsten Befehle kennengelernt, um Hosts zu entdecken, offene Ports zu identifizieren und installierte Dienste auszulesen. Nmap bietet mit der Nmap Scripting Engine (NSE) noch weitaus tiefgehendere Möglichkeiten, die du dir als nächsten Schritt im Rahmen der Netzwerk- und Sicherheitsanalyse ansehen kannst.

0