Hintergrundgeräusche in Audacity entfernen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

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Hier ist ein ausführliches Tutorial, wie du Hintergrundgeräusche (wie Rauschen, Summen oder Lüftergeräusche) mit der kostenlosen Software Audacity entfernst.

Die Rauschreduzierung in Audacity funktioniert in zwei Phasen: Zuerst „lernst“ du dem Programm, was das Geräusch ist, und danach lässt du es dieses Geräusch aus der gesamten Aufnahme herausfiltern.


Schritt 1: Ein Rauschprofil erstellen

Damit Audacity weiß, welche Frequenzen es löschen soll, benötigt es eine Referenz des Störgeräusches.

  1. Öffne deine Audiodatei in Audacity.
  2. Suche eine Stelle in deiner Aufnahme, an der nur das Hintergrundgeräusch zu hören ist (idealerweise eine Sprechpause von 2–5 Sekunden).
  3. Markiere diesen Bereich mit der Maus.
  4. Gehe im Menü oben auf Effekt -> Rausch-Unterdrückung... (in älteren Versionen: Rausch-Verminderung).
  5. Klicke im Fenster, das sich öffnet, auf die Schaltfläche Rauschprofil ermitteln.
    • Das Fenster schließt sich nun automatisch. Audacity hat das Geräusch nun „gelernt“.

Schritt 2: Die Rauschreduzierung anwenden

Jetzt wenden wir den Filter auf die gesamte Tonspur (oder den gewünschten Teil) an.

  1. Markiere die gesamte Tonspur (Tastenkombination Strg + A unter Windows oder Cmd + A am Mac) oder wähle den Bereich aus, den du säubern möchtest.
  2. Gehe erneut auf Effekt -> Rausch-Unterdrückung....
  3. Diesmal konzentrieren wir uns auf den unteren Bereich des Fensters (Schritt 2). Bevor du auf „OK“ klickst, kannst du die Einstellungen anpassen:

Schritt 3: Die optimalen Einstellungen (Feintuning)

Hier ist eine Erklärung der Regler, um ein natürliches Ergebnis zu erzielen:

  • Rauschminderung (dB): Bestimmt, wie stark das Rauschen abgesenkt wird. Ein Wert zwischen 6 und 12 dB ist meist ideal. Zu hohe Werte lassen die Stimme „blechern“ oder „roboterhaft“ klingen.
  • Empfindlichkeit: Bestimmt, wie aggressiv Audacity nach dem Rauschen sucht. Ein Wert zwischen 6 und 10 ist ein guter Standard.
  • Frequenz-Glättung (Bänder): Hilft dabei, digitale Artefakte (klingelnde Geräusche) zu vermeiden. Ein Wert von 3 bis 6 funktioniert meist gut.
  • Absenken / Ermitteln: Stelle sicher, dass der Punkt bei „Absenken“ gesetzt ist.

Tipp: Klicke unten links auf Vorschau, um das Ergebnis zu hören, bevor du es endgültig anwendest. Wenn es gut klingt, klicke auf OK.


Profi-Tipps für bessere Ergebnisse

  1. Weniger ist mehr: Es ist oft besser, die Rauschreduzierung zweimal mit sehr niedrigen Werten (z. B. 6 dB) anzuwenden, als einmal mit einem extrem hohen Wert (z. B. 24 dB). Das schont die Qualität der Stimme.
  2. Die „Stille“ am Anfang: Gewöhne dir an, bei jeder Aufnahme am Anfang 5–10 Sekunden lang einfach gar nichts zu sagen. So hast du immer ein perfektes Rauschprofil für die Bearbeitung.
  3. Noisegate als Alternative: Wenn das Rauschen nur in den Sprechpausen stört, kannst du zusätzlich das Plug-in „Noise Gate“ verwenden, das die Lautstärke in Pausen komplett auf Null setzt.

Zusammenfassung (Kurzform)

  1. Leere Stelle markieren.
  2. Effekt -> Rausch-Unterdrückung -> Rauschprofil ermitteln.
  3. Alles markieren (Strg + A).
  4. Effekt -> Rausch-Unterdrückung -> OK.
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