Der ultimative Guide: So testest du die Leistung deines PCs (CPU, GPU, RAM & SSD)
Hier ist ein umfassendes Tutorial, wie du die Leistung deines Computers auf Herz und Nieren prüfst.
Egal, ob du einen neuen PC gebaut hast, die Stabilität nach dem Übertakten prüfen willst oder einfach wissen möchtest, ob dein System noch zeitgemäß ist – Benchmarks und Stresstests sind das Werkzeug der Wahl.
1. Vorbereitung (Wichtig!)
Bevor du startest, solltest du folgende Punkte beachten:
- Hintergrundanwendungen schließen: Beende Browser, Spotify, Discord etc., um die Ergebnisse nicht zu verfälschen.
- Temperaturen überwachen: Lade dir ein Tool wie HWiNFO oder HWMonitor herunter, um die Temperaturen von CPU und GPU während des Tests im Auge zu behalten.
- Netzstrom: Stelle bei Laptops sicher, dass sie am Stromnetz angeschlossen sind und das Energieprofil "Beste Leistung" aktiv ist.
2. CPU-Test (Prozessor)
Hier unterscheidet man zwischen Performance-Benchmarks und Stresstests (Stabilität).
Performance-Test: Cinebench R23 / 2024
Cinebench ist der Standard, um die reine Rechenleistung zu messen.
- Lade Cinebench (kostenlos im Microsoft Store oder bei Maxon) herunter.
- Wähle "Multi Core", um die volle Leistung aller Kerne zu testen.
- Klicke auf "Start". Am Ende erhältst du einen Punktwert, den du online mit ähnlichen CPUs vergleichen kannst.
Stresstest: Prime95
Wenn du wissen willst, ob deine CPU unter Maximallast stabil läuft (oder zu heiß wird):
- Starte Prime95.
- Wähle "Small FFTs" für maximale Hitzeentwicklung.
- Lasse es 15–30 Minuten laufen. Wenn der PC nicht abstürzt und die Temperaturen unter 90-95°C bleiben, ist alles okay.
3. GPU-Test (Grafikkarte)
Hier testen wir die Gaming-Performance und die Kühlung der Grafikkarte.
Performance-Test: Unigine Superposition / 3DMark
- Lade Unigine Superposition herunter.
- Wähle ein Preset (z. B. "1080p Extreme" oder "4K Optimized").
- Nach dem Durchlauf erhältst du einen Score und die durchschnittlichen FPS (Bilder pro Sekunde).
Stresstest: FurMark
FurMark wird oft als "Power Virus" bezeichnet, da es die GPU extrem belastet.
- Starte FurMark.
- Klicke auf "GPU Stress Test".
- Vorsicht: Behalte die Temperatur genau im Auge. FurMark treibt die GPU ans absolute Limit. Ideal, um Instabilitäten oder Lüfterprobleme zu finden.
4. RAM-Test (Arbeitsspeicher)
Beim RAM sind zwei Dinge wichtig: Die Geschwindigkeit und die Fehlerfreiheit.
Speed-Test: AIDA64 (Cache & Memory Benchmark)
- Öffne AIDA64 (Trial Version reicht aus).
- Gehe auf "Werkzeuge" -> "Cache & Memory Benchmark".
- Hier siehst du die Lese-/Schreibgeschwindigkeiten und die Latenz (in Nanosekunden).
Stabilitätstest: MemTest86
Wenn dein PC oft Bluescreens hat, ist dies der wichtigste Test.
- Lade MemTest86 herunter und installiere es auf einem USB-Stick.
- Boote den PC vom USB-Stick.
- Der Test prüft den RAM Bit für Bit. Er dauert lange (Stunden!), ist aber extrem zuverlässig.
5. SSD/HDD-Test (Festplatte)
Um zu prüfen, ob deine SSD die versprochene Geschwindigkeit (z. B. 3.500 MB/s oder 7.000 MB/s) erreicht.
Tool: CrystalDiskMark
- Lade CrystalDiskMark herunter.
- Wähle oben rechts das Laufwerk aus (z. B. C:).
- Klicke auf die Schaltfläche "All".
- Der wichtigste Wert ist die erste Zeile (SEQ1M Q8T1). Das ist die maximale sequenzielle Lese- und Schreibgeschwindigkeit.
6. All-in-One Lösung (Schnellcheck)
Wenn du nicht für jedes Teil ein eigenes Programm laden willst:
- UserBenchmark: Ein kleines Tool, das alle Komponenten kurz testet und dir in einer Prozent-Skala zeigt, wie gut dein PC im Vergleich zu anderen identischen Systemen abschneidet. (Gut für einen schnellen Überblick, aber weniger präzise als die oben genannten Tools).
Zusammenfassung: Was sind gute Werte?
- CPU: Sollte bei Volllast nicht drosseln (Thermal Throttling).
- GPU: FPS-Werte sollten stabil bleiben und nicht nach 5 Minuten einbrechen.
- SSD: Die Werte in CrystalDiskMark sollten nah an der Herstellerangabe auf der Verpackung liegen.
- Stabilität: Ein System gilt als "stabil", wenn es 1 Stunde Stresstest ohne Absturz oder Grafikfehler (Artefakte) übersteht.
Sicherheitshinweis: Führe Stresstests (besonders FurMark und Prime95) auf eigene Gefahr durch. Wenn dein PC überhitzt, schaltet er sich normalerweise zum Schutz selbst ab, aber eine dauerhafte Überlastung alter Hardware kann riskant sein.