Den Standort eines E-Mail-Absenders ermitteln: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

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Haben Sie eine verdächtige E-Mail erhalten oder möchten einfach wissen, aus welchem Teil der Welt eine Nachricht abgeschickt wurde? Über die Metadaten einer E-Mail lässt sich der Weg, den sie durch das Internet genommen hat, oft bis zum Ursprung zurückverfolgen.

In dieser Anleitung erfahren Sie, wie Sie die IP-Adresse des Absenders finden und dessen ungefähren Standort ermitteln können.


Wichtiger Hinweis vorab: Was ist möglich und was nicht?

  • Möglich: Die Ermittlung des Landes, der Region, der Stadt und des Internetanbieters (ISP).
  • Nicht möglich: Eine genaue Adresse (Straße, Hausnummer) oder der Name der Person.
  • Einschränkung: Nutzt der Absender einen VPN, einen Proxy oder moderne Webmailer (wie die Browser-Version von Gmail), führt die Spur oft nur zum Server des Anbieters, nicht zum tatsächlichen Computer des Absenders.

Schritt 1: Den E-Mail-Header (Kopfzeile) anzeigen

Der sogenannte „Header“ enthält technische Daten über den Weg der E-Mail. Da er standardmäßig ausgeblendet ist, müssen Sie ihn manuell öffnen.

  • Gmail:
    1. Öffnen Sie die E-Mail.
    2. Klicken Sie oben rechts neben dem Antworten-Pfeil auf die drei vertikalen Punkte.
    3. Wählen Sie „Original anzeigen“.
  • Outlook (Desktop-App):
    1. Öffnen Sie die E-Mail per Doppelklick in einem eigenen Fenster.
    2. Klicken Sie auf Datei > Eigenschaften.
    3. Das Feld „Internetkopfzeilen“ enthält den Header.
  • Outlook.com (Webmail):
    1. E-Mail öffnen > Drei Punkte oben rechts > Anzeigen > Nachrichtendetails anzeigen.
  • Apple Mail:
    1. E-Mail markieren.
    2. Im Menü oben auf Darstellung > E-Mail > Alle Header klicken.

Schritt 2: Die IP-Adresse des Absenders finden

Nun sehen Sie viel unübersichtlichen Code. Suchen Sie gezielt nach der ursprünglichen IP-Adresse:

  1. Drücken Sie Strg + F (Windows) bzw. Cmd + F (Mac), um die Suchfunktion zu öffnen.
  2. Suchen Sie nach Zeilen wie:
    • Received: from
    • X-Originating-IP
    • X-Sender-IP
  3. So lesen Sie die Zeilen richtig: E-Mails wandern meist über mehrere Server. Die Zeilen Received: from sind chronologisch von unten nach oben angeordnet.
    • Die unterste Received: from-Zeile enthält oft die IP-Adresse des Absenders oder des ersten E-Mail-Servers.
  4. Eine IP-Adresse sieht meist so aus (IPv4): 192.168.1.1 (Zahlen von 0–255, getrennt durch Punkte) oder seltener als IPv6: 2001:0db8:85a3:....

Hinweis: Wenn Sie dort eine IP-Adresse sehen, die zu Google oder Microsoft gehört, wurde die E-Mail über einen Webbrowser gesendet. In diesem Fall schützt der Anbieter die Privatsphäre des Nutzers, und Sie sehen nur den Standort des Rechenzentrums.


Schritt 3: Die IP-Adresse lokalisieren (IP-Lookup)

Sobald Sie die verdächtige IP-Adresse kopiert haben, können Sie einen kostenlosen Online-Dienst zur Standortbestimmung nutzen:

  1. Besuchen Sie eine sogenannte „IP Lookup“-Webseite, wie zum Beispiel:
    • whatismyipaddress.com
    • iplocation.net
    • ipinfo.io
  2. Fügen Sie die gefundene IP-Adresse in das Suchfeld ein.
  3. Klicken Sie auf „IP suchen“ (oder Lookup).

Schritt 4: Die Ergebnisse analysieren

Das Tool liefert Ihnen nun eine Auswertung mit folgenden Daten:

  • Land & Stadt: Der ungefähre geografische Standort, an dem das E-Mail-Programm online war.
  • ISP (Internet Service Provider): Der Anbieter (z. B. Telekom, Vodafone etc.).

Fazit zur Genauigkeit: Stimmt der ermittelte Standort mit den Angaben des Absenders überein (z. B. die E-Mail behauptet, von einer Bank in Deutschland zu sein, die IP stammt aber aus einem völlig anderen Kontinent), handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Spam, Phishing oder Betrug.

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