Woran erkenne ich, ob HWiNFO die korrekten Temperaturen meines Prozessors anzeigt?

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  1. Einführung und Kontext
  2. Verständnis der Temperatur-Datenquellen
  3. Abgleich mit anderen Monitoring-Programmen
  4. Interpretation der angezeigten Zahlen
  5. Physikalische Plausibilität und Systemverhalten
  6. Weitere Hinweise und Troubleshooting
  7. Zusammenfassung

Einführung und Kontext

HWiNFO ist ein populäres Tool zur Überwachung von Hardware-Informationen und Sensorwerten, darunter auch die Temperatur des Prozessors. Da die Temperatur für die Sicherheit und Leistungsfähigkeit eines PCs entscheidend ist, stellt sich oft die Frage, wie zuverlässig und korrekt die angezeigten Werte in HWiNFO wirklich sind. Um zu beurteilen, ob die angezeigten Prozessor-Temperaturen korrekt sind, sind mehrere Aspekte zu berücksichtigen.

Verständnis der Temperatur-Datenquellen

Moderne Prozessoren verfügen über integrierte Temperatursensoren, meist digitale Thermal Sensoren (DTS), die direkt auf dem Chip sitzen. HWiNFO liest diese Sensorwerte über das Betriebssystem und den entsprechenden Hardware-Treiber aus. Da verschiedene CPUs (Intel, AMD) unterschiedliche Implementierungen haben, kann es dazu kommen, dass Werte je nach Sensor unterschiedlich interpretiert oder kalibriert werden müssen. Insbesondere bei älteren oder exotischen Prozessoren sind die ausgelesenen Werte mit Vorsicht zu genießen.

Abgleich mit anderen Monitoring-Programmen

Ein sinnvoller Ansatz, um die Korrektheit der Temperaturanzeige von HWiNFO zu überprüfen, ist der Vergleich mit anderen etablierten Monitoring-Tools. Programme wie HWMonitor, Core Temp, AIDA64 oder die herstellereigenen Softwarepakete (z.B. Intel Extreme Tuning Utility) geben ebenfalls Temperaturwerte aus. Stimmen die Werte weitgehend überein — insbesondere im Tagesgeschäft und unter Last —, ist das ein gutes Zeichen für die Zuverlässigkeit von HWiNFO. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Werte für dieselben Sensoren verglichen werden, denn oft zeigen Tools neben dem Core-Temperaturwert auch die VRM- oder Motherboard-Temperatur an, was leicht Verwirrungen stiftet.

Interpretation der angezeigten Zahlen

Temperaturen des Prozessors variieren je nach Belastung, Kühlung und Umgebungstemperatur stark. Ein konstantes Einfrieren bei unrealistisch hohen oder niedrigen Werten (z.B. 0 °C oder 110 °C dauerhaft) ist ein Indiz dafür, dass die Sensoren falsch ausgelesen werden oder fehlerhafte Kalibrierungen vorliegen. Dabei hilft es, bei verschiedenen Lastzuständen (Leerlauf, leichte und hohe Auslastung, z.B. durch Prime95 oder Cinebench) zu prüfen, ob die Temperaturwerte sinnvoll ansteigen und fallen. Ein Anstieg der Temperatur unter Last und ein Abfall im Leerlauf sind typische Anzeichen für korrekte Daten.

Physikalische Plausibilität und Systemverhalten

Die gemessenen Temperaturen sollten sich außerdem im Rahmen der physikalisch erwartbaren Werte bewegen. Beispielsweise liegt die normale Betriebstemperatur für viele Desktop-Prozessoren im Leerlauf meist zwischen 30 und 50 °C. Unter Volllast können Werte von 70 bis 90 °C je nach Kühlung vorkommen, während Temperaturen über 100 °C kritisch sind und meist zum Drosseln (Thermal Throttling) führen. Wenn HWiNFO ungewöhnlich niedrige Temperaturen zeigt (unter Raumtemperatur) oder extrem hohe Werte ohne Ergebnis einer Drosselung oder einem Absturz, ist Vorsicht angebracht.

Weitere Hinweise und Troubleshooting

Manchmal kann zudem die Firmware des Mainboards (BIOS/UEFI) oder ein veralteter Treiber Auswirkungen auf die korrekte Sensor-Auslesung haben. Ein Update dieser Komponenten kann die Genauigkeit verbessern. In HWiNFO kann man zudem unterschiedliche Sensoren auswählen und die Zuordnung prüfen; es gibt oft mehrere Werte und Beschriftungen wie Core #1, Package Temperature oder CPU Die. Auch hier gilt es, zu verstehen, welcher Wert für welchen Teil des Prozessors steht. Manche Messwerte sind nicht direkt die Temperatur, sondern Offset-Werte oder Abweichungen zur TjMAX-Temperatur—das sollte man bei der Interpretation berücksichtigen.

Zusammenfassung

Zusammenfassend erkennt man korrekte Temperaturen in HWiNFO, indem man die Werte auf physikalische Plausibilität prüft, sie bei unterschiedlicher Auslastung beobachtet, sie mit anderen Überwachungstools vergleicht und sicherstellt, dass keine veralteten oder fehlerhaften Firmware- oder Treiberkomponenten das Auslesen beeinträchtigen. Erst wenn all diese Faktoren sinnvoll zusammenpassen und keine offensichtlichen Fehler bestehen, kann man sich auf die angezeigten Temperaturen in HWiNFO verlassen.

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