Wie richte ich einen freigegebenen Ordner in GNOME Boxes für eine Windows-Gastmaschine ein?

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  1. Einleitung
  2. Grundlagen zu freigegebenen Ordnern in GNOME Boxes
  3. Freigegebene Ordner vorbereiten
  4. Freigegebenen Ordner in GNOME Boxes hinzufügen
  5. Installation der Virtio-Treiber in Windows
  6. Freigegebenen Ordner in Windows einbinden
  7. Alternative Methoden für den Datenaustausch
  8. Fazit

Einleitung

GNOME Boxes ist eine benutzerfreundliche Virtualisierungssoftware unter Linux, die es ermöglicht, verschiedene Betriebssysteme wie Windows als Gastmaschinen auszuführen. Eine häufige Anforderung besteht darin, Dateien zwischen dem Hostsystem (Linux) und der Windows-Gastmaschine auszutauschen. Dies kann durch das Einrichten von freigegebenen Ordnern realisiert werden. In dieser Antwort wird ausführlich beschrieben, wie man eine Windows-Gastmaschine in GNOME Boxes mit einem freigegebenen Ordner einrichtet und benutzt.

Grundlagen zu freigegebenen Ordnern in GNOME Boxes

GNOME Boxes basiert intern auf QEMU/KVM und nutzt für die Dateifreigabe sogenannte "Virtio-FS" oder ähnliche Mechanismen, mit denen ein Ordner des Hostsystems dem Gast als Netzwerk- oder gemountetes Laufwerk zugänglich gemacht wird. Allerdings unterstützen GNOME Boxes in der Standardkonfiguration noch nicht immer die nahtlose Einrichtung wie etwa VirtualBox mit seinem Gasterweiterungspaket. Deshalb sind einige zusätzliche Schritte notwendig.

Freigegebene Ordner vorbereiten

Zunächst muss auf dem Linux-Host ein Ordner erstellt oder gewählt werden, der als gemeinsame Arbeitsfläche dienen soll. Dieser Ordner enthält alle Dateien, die mit Windows geteilt werden sollen. Es empfiehlt sich, dafür einen Ordner mit sinnvollen Rechten zu wählen, sodass der Benutzer des Gastbetriebssystems auf die Inhalte zugreifen kann.

Freigegebenen Ordner in GNOME Boxes hinzufügen

In GNOME Boxes können Sie bei der virtuellen Maschine über die Einstellungen versuchen, Freigaben hinzuzufügen. Da die GUI für freigegebene Ordner nicht immer direkt sichtbar ist, besteht die Alternative darin, die Konfiguration über das Terminal mit libvirt zu bearbeiten oder die Virtio-Treiber im Windows-Gast zu installieren.

Installation der Virtio-Treiber in Windows

Damit Windows auf die freigegebenen Ordner zugreifen kann, müssen die Virtio-Treiber (insbesondere für die Virtio-FS-Komponente) in Windows installiert sein. Diese Treiber können von der Fedora-Projektseite heruntergeladen werden und enthalten Treiber für Netzwerk, Festplatten, und eben auch für die gemeinsam genutzten Ordner. Nach der Installation erkennt Windows die entsprechenden Geräte und kann den freigegebenen Ordner als Netzlaufwerk oder lokales Laufwerk einbinden.

Freigegebenen Ordner in Windows einbinden

Nach erfolgreicher Installation der Treiber kann der freigegebene Ordner in Windows als Netzlaufwerk über den Datei-Explorer eingebunden werden. Dazu nutzt man die Netzwerkadresse, die von der Virtualisierungskonfiguration bestimmt wird, üblicherweise etwas wie \\10.0.2.4\share oder einen speziellen Pfad, der in der VM konfiguriert wurde.

Alternative Methoden für den Datenaustausch

Falls die direkte Einrichtung eines freigegebenen Ordners schwierig ist, sind alternative Wege möglich. Häufig wird einfach ein Cloud-Dienst (z. B. Dropbox, Nextcloud), ein USB-Stick oder die Einrichtung eines Netzwerkfreigabeprotokolls (SMB) auf dem Host genutzt, um Daten auszutauschen. Auch das Einrichten eines gemeinsamen Netzwerkordners ist eine praktikable Lösung.

Fazit

Die Einrichtung eines freigegebenen Ordners in GNOME Boxes für eine Windows-Gastmaschine ist etwas komplexer als bei manch anderer Virtualisierungssoftware, erfordert vor allem die Installation der Virtio-Treiber in Windows und eine passende Konfiguration des virtuellen Laufwerks. Mit etwas Aufwand kann man jedoch einen weitgehend nahtlosen Dateiaustausch zwischen Host und Gast realisieren. Alternativ bieten sich Netzwerkfreigaben oder Cloud-Synchronisationen an.

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