Wie kann man in Gnome Boxes eine zusätzliche Festplatte hinzufügen?

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  1. Einführung in Gnome Boxes und Festplattenverwaltung
  2. Warum eine zusätzliche Festplatte in Gnome Boxes hinzufügen?
  3. Schritte zum Hinzufügen einer zusätzlichen Festplatte in Gnome Boxes
  4. Nach der Hardwareerweiterung: Die neue Festplatte im Gastsystem einrichten
  5. Zusammenfassung

Einführung in Gnome Boxes und Festplattenverwaltung

Gnome Boxes ist eine benutzerfreundliche Virtualisierungssoftware, die es ermöglicht, virtuelle Maschinen einfach zu erstellen und zu verwalten. Oftmals besteht die Notwendigkeit, den Speicherplatz einer virtuellen Maschine zu erweitern oder zusätzliche Festplatten hinzuzufügen, um mehr Daten zu speichern oder spezielle Tests durchzuführen. Das Hinzufügen einer zusätzlichen Festplatte in Gnome Boxes ist nicht auf den ersten Blick über die Oberfläche direkt möglich, kann jedoch mit einem kleinen Umweg realisiert werden.

Warum eine zusätzliche Festplatte in Gnome Boxes hinzufügen?

Das Erweitern der virtuellen Hardware durch eine zusätzliche Festplatte kann aus verschiedenen Gründen sinnvoll sein. Einerseits kann so Applikationen mehr Speicherplatz zur Verfügung gestellt werden, ohne die bestehende virtuelle Festplatte verändern zu müssen. Andererseits kann man verschiedene Daten getrennt speichern oder verschiedene Systeme simulieren, die eigene Datenträger benutzen.

Schritte zum Hinzufügen einer zusätzlichen Festplatte in Gnome Boxes

Gnome Boxes bietet keine direkte Option in der Benutzeroberfläche zum Hinzufügen einer weiteren virtuellen Festplatte. Um dennoch eine zusätzliche Festplatte zu integrieren, müssen wir auf die darunterliegende Technologie, QEMU/KVM, zurückgreifen und die virtuelle Maschine entsprechend anpassen.

Zunächst sollte man die virtuelle Maschine ausschalten. Anschließend kann man im Terminal eine weitere Disk-Image-Datei mit dem Programm qemu-img erstellen. Dort legt man ein neues virtuelles Laufwerk in Form einer Datei an, beispielsweise im qcow2-Format, welches speichereffizient ist.

Danach öffnet man die gespeicherte XML-Konfigurationsdatei der virtuellen Maschine, die bei Gnome Boxes unter bestimmten Pfaden abgelegt ist, oder man verwendet `virsh`, um die XML-Konfiguration zu bearbeiten. Dort fügt man einen neuen Disk-Eintrag hinzu, der auf das neue Disk-Image verweist und an einen freien PCI- oder SATA-Anschluss bindet.

Alternativ kann man die Maschine in einer anderen grafischen Anwendung wie Virt-Manager öffnen, wo das Hinzufügen von Hardwarekomponenten, inklusive zusätzlicher Festplatten, komfortabel möglich ist. Die geänderte Konfiguration wird von Gnome Boxes übernommen.

Nach der Hardwareerweiterung: Die neue Festplatte im Gastsystem einrichten

Nachdem die neue Festplatte hinzugefügt wurde und die virtuelle Maschine wieder gestartet ist, erkennt das Gastsystem das neue Laufwerk. Je nach installiertem Betriebssystem muss das Laufwerk ggf. zunächst partitioniert, formatiert und eingebunden werden. Unter Linux kann man dazu Tools wie `fdisk` oder `parted` verwenden, um die Partitionen zu erstellen. Danach wird das Dateisystem angelegt – beispielsweise ext4 – und das Laufwerk in das gewünschte Verzeichnis gemountet.

Unter Windows bietet die Datenträgerverwaltung die Möglichkeit, neue Festplatten initialisieren und formatieren. Erst wenn diese Schritte abgeschlossen sind, steht der neue Speicherplatz für Anwendungen und Nutzer zur Verfügung.

Zusammenfassung

Das Hinzufügen einer neuen Festplatte zu einer virtuellen Maschine in Gnome Boxes erfordert einen Umweg über manuelle Konfigurationen oder andere Tools wie Virt-Manager. Gnome Boxes selbst bietet aktuell keine direkte Schaltfläche, um zusätzliche Festplatten hinzuzufügen. Mit etwas Wissen über QEMU und die Verwaltung von virtuellen Laufwerken ist es jedoch problemlos möglich, die bestehende virtuelle Maschine mit zusätzlichem Speicher zu erweitern und diesen anschließend im Gastsystem zu nutzen.

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