Wie konfiguriere ich die maximale Anzahl gleichzeitiger Verbindungen in PostgreSQL?

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  1. Einführung
  2. Die Konfigurationsdatei postgresql.conf
  3. Ändern von max_connections
  4. Weitere Auswirkungen und wichtige Einstellungen
  5. Neustart des PostgreSQL-Servers
  6. Überprüfen der aktuellen Einstellung
  7. Zusammenfassung

Einführung

Die maximale Anzahl gleichzeitiger Verbindungen zu einer PostgreSQL-Datenbank ist eine wichtige Einstellung, die die Leistung und Stabilität der Datenbank beeinflussen kann. Diese Zahl wird über die Konfigurationsdatei postgresql.conf gesteuert und legt fest, wie viele Client-Verbindungen gleichzeitig zugelassen werden. Standardmäßig ist dieser Wert oft auf 100 gesetzt, was für viele Anwendungen ausreichend ist, aber bei größeren oder stark frequentierten Systemen angepasst werden muss.

Die Konfigurationsdatei postgresql.conf

Die zentrale Einstellung zur Steuerung der maximalen Verbindungen heißt max_connections. Diese findet sich in der Datei postgresql.conf, die sich je nach Installation an unterschiedlichen Orten befinden kann, beispielsweise in /etc/postgresql/ /main/postgresql.conf unter Linux oder im Datenverzeichnis der PostgreSQL-Installation. Um die Datei zu bearbeiten, empfiehlt es sich, einen Texteditor mit entsprechenden Rechten zu verwenden, beispielsweise sudo nano oder vim unter Linux.

Ändern von max_connections

In der Konfigurationsdatei suchen Sie nach dem Eintrag max_connections. Falls dieser Eintrag auskommentiert ist (mit einem vorangestellten #), entfernen Sie das Kommentarzeichen und setzen Sie den gewünschten Wert, z. B. max_connections = 200, um künftig bis zu 200 gleichzeitige Verbindungen zu erlauben. Beachten Sie, dass eine Erhöhung des Wertes den Speicherverbrauch des PostgreSQL-Servers erhöht, da für jede Verbindung Ressourcen reserviert werden.

Weitere Auswirkungen und wichtige Einstellungen

Das Erhöhen von max_connections beeinflusst auch andere Parameter, insbesondere den Speicherbedarf. PostgreSQL reserviert für jede Verbindung bestimmte interne Strukturen. Parameter wie shared_buffers und work_mem sollten daher auf die angepasste Anzahl Verbindungen abgestimmt werden. Außerdem ist es ratsam, das Betriebssystem hinsichtlich der maximalen Anzahl von offenen Dateien (File Descriptors) zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, da jede Verbindung auch Dateideskriptoren verwendet.

Neustart des PostgreSQL-Servers

Nachdem die Änderung in postgresql.conf vorgenommen wurde, muss der PostgreSQL-Server neu gestartet werden, damit die Änderung wirksam wird. Ein Reload der Konfiguration reicht hier nicht aus, da max_connections eine Einstellung ist, die beim Serverstart übernommen wird. Der Neustart erfolgt unter Linux häufig mit einem Befehl wie sudo systemctl restart postgresql oder sudo service postgresql restart. Stellen Sie sicher, dass Sie keine wichtigen Verbindungen verlieren und führen Sie den Neustart möglichst in Wartungsfenstern oder außerhalb der Spitzenzeiten durch.

Überprüfen der aktuellen Einstellung

Nach dem Neustart können Sie die aktuell eingestellte maximale Anzahl Verbindungen mit einer SQL-Anfrage überprüfen. Melden Sie sich dazu in der Datenbank an und führen Sie den Befehl SHOW max_connections; aus. Das Ergebnis zeigt den aktuellen Wert an, den PostgreSQL verwendet.

Zusammenfassung

Die maximale Anzahl gleichzeitiger Verbindungen in PostgreSQL wird über den Parameter max_connections in der Konfigurationsdatei postgresql.conf eingestellt. Das Anpassen dieses Wertes erfordert einen Neustart des Servers und sollte mit Blick auf Speicherressourcen und Betriebssystem-Limits erfolgen. Durch sorgfältige Planung und Anpassung kann die Datenbank so optimiert werden, dass sie eine höhere Anzahl von gleichzeitig aktiven Clients effizient verwaltet.

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