Wie kann OpenSSL unter Windows mit FIPS-Unterstützung verwendet werden?

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  1. Einführung in OpenSSL und FIPS
  2. Was bedeutet FIPS-Unterstützung in OpenSSL?
  3. OpenSSL unter Windows mit FIPS nutzen
  4. Aufbau und Konfiguration
  5. Besondere Herausforderungen unter Windows
  6. Fazit

Einführung in OpenSSL und FIPS

OpenSSL ist eine weit verbreitete Open-Source-Bibliothek für kryptografische Funktionen, die in zahlreichen Anwendungen und Systemen eingesetzt wird. FIPS steht für Federal Information Processing Standards und beschreibt verbindliche Sicherheitsstandards für kryptografische Module, die insbesondere in staatlichen und sicherheitskritischen Umgebungen der USA eine wichtige Rolle spielen. Die Kombination von OpenSSL mit FIPS-Unterstützung ist daher interessant für Anwender, die ein erhöhtes Maß an Sicherheit und Konformität benötigen.

Was bedeutet FIPS-Unterstützung in OpenSSL?

FIPS-Unterstützung in OpenSSL bedeutet, dass die kryptografischen Module und Algorithmen den strengen Anforderungen des FIPS 140-2 oder 140-3 entsprechen. Diese Anforderungen inkludieren umfangreiche Tests, Zertifizierungen und spezielle Implementierungen, die darauf ausgelegt sind, die Sicherheitsintegrität der eingesetzten Kryptografie sicherzustellen. Im Kontext von OpenSSL ist dies nicht standardmäßig enthalten, sondern erfordert eine spezielle Version oder Konfiguration der Software.

OpenSSL unter Windows mit FIPS nutzen

Um OpenSSL mit FIPS-Unterstützung unter Windows zu verwenden, ist es nötig, eine FIPS-kompatible Version zu installieren. OpenSSL selbst bietet ab Version 3.0 eine neue Architektur, die die Nutzung von FIPS-Modulen vereinfacht. Trotzdem muss die FIPS-Modulkomponente separat aktiviert und von einer unabhängigen Stelle zertifiziert sein.

In der Regel muss man zunächst die offizielle OpenSSL-Version herunterladen, die FIPS-Module enthält oder verwenden, da viele Standard-Builds diese Funktionalität nicht vorinstalliert mitbringen. Für Windows kann dies bedeuten, dass man entweder eine fertig konfigurierte Distribution sucht oder selbst OpenSSL mit FIPS-Modulen baut. Das ist technisch anspruchsvoll, da spezielle Compiler- und Build-Tools zum Einsatz kommen.

Aufbau und Konfiguration

Nachdem eine FIPS-fähige Version von OpenSSL installiert wurde, muss die FIPS-Engine aktiviert werden. Dies erfolgt über Konfigurationseinstellungen in der OpenSSL-Konfigurationsdatei oder durch entsprechende Befehle. Die genaue Vorgehensweise hängt von der OpenSSL-Version ab. Typischerweise lädt man das FIPS-Modul in die Laufzeitumgebung, setzt Umgebungsvariablen und stellt sicher, dass alle kryptografischen Operationen explizit unter Nutzung des FIPS-Modus stattfinden.

Besondere Herausforderungen unter Windows

Windows als Betriebssystem stellt speziell beim Thema Kryptografie und deren Zertifizierung gewisse Besonderheiten dar. Microsoft bietet beispielsweise eigene FIPS-konforme Module für das System an, die in Kombination mit OpenSSL verwendet werden können. Allerdings ist das Zusammenspiel von OpenSSL und Windows-eigenem Krypto-Subsystem nicht immer trivial. Nutzer müssen darauf achten, dass keine Funktionen außerhalb des FIPS-Modus verwendet werden, da dies die Zertifizierung und damit die Compliance beeinträchtigen kann.

Darüber hinaus sind wenige vorgefertigte OpenSSL-Builds mit FIPS-Unterstützung für Windows frei verfügbar, weshalb viele Anwender auf selbstkompilierte Lösungen zurückgreifen. Dies setzt detailliertes Wissen über OpenSSL-Buildprozesse, Abhängigkeiten und Zertifizierungsanforderungen voraus.

Fazit

Die Nutzung von OpenSSL mit FIPS-Unterstützung unter Windows ist möglich, aber mit einem gewissen Aufwand verbunden. Es erfordert entweder eine speziell bereitgestellte Version mit aktiviertem FIPS-Modul oder den eigenen Aufbau dieser Umgebung. Das Ziel hinter der FIPS-Konformität ist eine erhöhte Sicherheit im Kryptobereich, die vor allem für sensible Anwendungen notwendig ist. Wer diesen Weg gehen möchte, sollte sich ausführlich mit der OpenSSL-Dokumentation, den FIPS-Zertifizierungsanforderungen und den Besonderheiten der Windows-Umgebung auseinandersetzen, um eine korrekte und sichere Implementierung sicherzustellen.

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