Wie kann man unter Windows mit OpenSSL ein Zertifikat generieren?

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  1. Vorbereitung: Installation von OpenSSL unter Windows
  2. Generierung eines privaten Schlüssels
  3. Erstellung einer Zertifikatsignieranforderung (CSR)
  4. Erstellung eines selbstsignierten Zertifikats
  5. Zusammenfassung und weitere Hinweise

OpenSSL ist ein weit verbreitetes Tool zur Erstellung und Verwaltung von SSL/TLS-Zertifikaten und kryptografischen Schlüsseln. Die Nutzung von OpenSSL unter Windows ermöglicht es, eigene Zertifikate zu generieren, die dann beispielsweise für Entwicklungszwecke, interne Netzwerke oder zum Testen von sicheren Verbindungen verwendet werden können. Im Folgenden wird ausführlich beschrieben, wie man unter Windows mit OpenSSL ein Zertifikat erstellen kann.

Vorbereitung: Installation von OpenSSL unter Windows

Bevor ein Zertifikat generiert werden kann, ist es notwendig, OpenSSL auf dem Windows-System zu installieren. Es gibt verschiedene Distributionen, die OpenSSL für Windows bereitstellen, beispielsweise die offizielle Win32- oder Win64-Version oder Pakete wie Win64 OpenSSL von Shining Light Productions. Nach dem Download und der Installation sollte sichergestellt werden, dass der OpenSSL-Befehl in der Eingabeaufforderung zugänglich ist. Dies kann durch Anpassung der Systemumgebungsvariablen PATH erreicht werden, sodass der Pfad zum OpenSSL-Programmverzeichnis eingebunden wird.

Generierung eines privaten Schlüssels

Der erste Schritt zur Erstellung eines Zertifikats ist die Erzeugung eines privaten Schlüssels. Dieser Schlüssel wird benötigt, um die Identität zu sichern und ist die Grundlage für das spätere Zertifikat. In der Eingabeaufforderung wird dazu folgender Befehl ausgeführt:

openssl genrsa -out privater_schluessel.key 2048

Der Befehl erstellt einen 2048-Bit-RSA-Schlüssel und speichert ihn in der Datei privater_schluessel.key. Die Länge von 2048 Bit ist ein üblicher Wert, der ausreichend Sicherheit für die meisten Anwendungen bietet.

Erstellung einer Zertifikatsignieranforderung (CSR)

Im nächsten Schritt wird eine Zertifikatsignieranforderung (Certificate Signing Request, CSR) generiert. Diese Anfrage enthält Informationen über den Antragsteller des Zertifikats und den öffentlichen Schlüssel, der zum privaten Schlüssel gehört. Die CSR kann an eine Zertifizierungsstelle (CA) gesendet werden, um ein offiziell signiertes Zertifikat zu erhalten, oder für selbstsignierte Zertifikate verwendet werden. Der Befehl lautet:

openssl req -new -key privater_schluessel.key -out anfrage.csr

Während der Ausführung muss man verschiedene Daten wie Land, Bundesland, Ort, Organisation, Abteilung, Domainnamen (Common Name) und optionale Angaben eingeben. Diese Informationen werden im Zertifikat abgebildet.

Erstellung eines selbstsignierten Zertifikats

Für Test- oder Entwicklungszwecke werden häufig selbstsignierte Zertifikate genutzt. Diese sind nicht von einer externen Zertifizierungsstelle bestätigt, können aber trotzdem für verschlüsselte Verbindungen verwendet werden. Der Befehl zur Erzeugung eines selbstsignierten Zertifikats sieht folgendermaßen aus:

openssl req -x509 -key privater_schluessel.key -in anfrage.csr -out zertifikat.crt -days 365

Dieser Befehl erzeugt ein Zertifikat mit einer Gültigkeit von einem Jahr (-days 365), basierend auf der zuvor erstellten CSR und dem privaten Schlüssel. Das Ergebnis ist die Datei zertifikat.crt, die das fertige SSL/TLS-Zertifikat enthält.

Zusammenfassung und weitere Hinweise

Die Verwendung von OpenSSL unter Windows zum Generieren von Zertifikaten gliedert sich im Wesentlichen in die Installation von OpenSSL, die Erstellung eines privaten Schlüssels, die Generierung einer CSR und schließlich die Erzeugung eines selbstsignierten Zertifikats oder das Einreichen der CSR bei einer CA. Mit diesen Schritten kann man sicherstellen, dass man eine eigene SSL/TLS-Umgebung aufsetzen kann, um sichere Kommunikationswege zu ermöglichen. Für produktive Umgebungen wird empfohlen, Zertifikate von vertrauenswürdigen Zertifizierungsstellen zu verwenden, da selbstsignierte Zertifikate in Browsern oder Clients Warnungen auslösen können.

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