Wie kann man mit rsync unter Windows ACLs kopieren?

Melden
  1. Was sind ACLs und warum sind sie unter Windows wichtig?
  2. Unterstützt rsync das Kopieren von Windows ACLs?
  3. Möglichkeiten, ACLs unter Windows mit rsync zu übertragen
  4. Fazit

rsync ist ein beliebtes Tool zum Synchronisieren und Kopieren von Dateien und Verzeichnissen, das primär für Unix-ähnliche Systeme entwickelt wurde. Eine häufig gestellte Frage bei der Nutzung von rsync unter Windows ist, ob und wie sich die sogenannten ACLs (Access Control Lists) mitkopieren lassen, denn diese sind wichtig für die Rechtevergabe und Sicherheit von Dateien.

Was sind ACLs und warum sind sie unter Windows wichtig?

Access Control Lists, kurz ACLs, definieren detaillierte Zugriffsrechte für Dateien und Ordner. Während unter Unix-Systemen die Rechte meist über das traditionelle rwx-System (Lesen, Schreiben, Ausführen) geregelt werden, bieten ACLs eine deutlich feinere Steuerung, die insbesondere bei Windows-Systemen genutzt wird. Ein korrektes Kopieren der ACLs ist deshalb entscheidend, um sicherzustellen, dass die Sicherheitseinstellungen von Dateien auch nach der Übertragung erhalten bleiben.

Unterstützt rsync das Kopieren von Windows ACLs?

Standardmäßig ist rsync nicht darauf ausgelegt, Windows-spezifische ACLs zu erhalten oder zu kopieren. rsync arbeitet unter Windows häufig über Umgebungen wie Cygwin, DeltaCopy oder Windows-Subsystem für Linux (WSL), bei denen das Übertragen von Windows-spezifischen Berechtigungen nicht automatisch mit abgedeckt ist. Die herkömmlichen rsync-Optionen wie "-a" (archiv) können Unix-Dateiberechtigungen erhalten, aber ACLs auf NTFS-Dateisystemen werden dadurch nicht zuverlässig mittransportiert.

Möglichkeiten, ACLs unter Windows mit rsync zu übertragen

Da rsync allein keine direkte Unterstützung für Windows-ACLs bietet, existieren nur eingeschränkte Workarounds. Eine Möglichkeit ist, vor und nach dem rsync-Vorgang spezielle Tools wie "icacls" zu verwenden, um die ACLs zu exportieren und anschließend am Ziel wiederherzustellen. Dabei exportiert man die ACLs der Quelldateien in eine Datei, synchronisiert die Dateien mit rsync, und setzt abschließend die zuvor gesicherten ACLs auf der Zielmaschine wieder zurück.

Alternativ kann auch auf native Windows-Programme oder Backup-Tools zurückgegriffen werden, die NTFS-Berechtigungen korrekt unterstützen, wenn das Zielsystem Windows ist und eine vollständige Rechteübernahme wichtig ist. rsync ist in diesem Fall eher für den Dateiinhalt und grundlegende Metadaten zuständig.

Fazit

Das Kopieren von Windows-ACLs mit rsync ist nicht nativ möglich, da rsync für Unix-Berechtigungen konzipiert ist. Wer dennoch ACLs unter Windows erhalten möchte, muss auf zusätzliche Methoden setzen, um die ACLs separat zu sichern und wiederherzustellen. Für eine vollständige Rechteübernahme empfiehlt sich unter Windows der Einsatz spezialisierter Tools oder PowerShell-Skripte, die gezielt mit ACLs umgehen können.

0

Kommentare