Wie kann man ein Video mit ffmpeg drehen?

Melden
  1. Grundlagen von ffmpeg für die Videodrehung
  2. Video um 90 Grad mit dem transpose-Filter drehen
  3. Beliebige Drehung mit dem rotate-Filter
  4. Fazit und weiterführende Tipps

Das Drehen eines Videos ist eine häufige Aufgabe in der Videobearbeitung, die beispielsweise notwendig sein kann, wenn ein Video im falschen Format aufgenommen wurde oder die Ausrichtung geändert werden soll. Mit dem leistungsfähigen Kommandozeilenwerkzeug ffmpeg lässt sich ein Video einfach und schnell drehen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie mit ffmpeg ein Video drehen können, welche Optionen dafür zur Verfügung stehen und worauf Sie achten sollten.

Grundlagen von ffmpeg für die Videodrehung

ffmpeg ist ein open-source Multimedia-Framework, das zur Verarbeitung von Audio- und Videodateien dient. Für das Drehen von Videos nutzt man Filter, die direkt in der ffmpeg-Befehlszeile eingebunden werden. Die gängigste Methode, ein Video zu drehen, ist der Einsatz des Filters transpose, der das Video um 90 Grad im oder gegen den Uhrzeigersinn dreht. Alternativ bieten sich auch Filter wie rotate an, falls eine Drehung um einen beliebigen Winkel erwünscht ist.

Video um 90 Grad mit dem transpose-Filter drehen

Der transpose-Filter ist sehr praktisch, wenn Sie das Video standardmäßig um 90 Grad drehen möchten. Dafür wird der Befehl im Terminal folgendermaßen formuliert:

ffmpeg -i input.mp4 -vf "transpose=1" output.mp4

Der Parameter transpose=1 bedeutet, dass das Video 90 Grad im Uhrzeigersinn gedreht wird. Alternativ stehen folgende Werte zur Verfügung:

Damit lässt sich die Ausrichtung passgenau anpassen. Diese Methode ist besonders schnell, da nicht das komplette Video neu enkodiert werden muss, sondern nur der Filter angewendet wird.

Beliebige Drehung mit dem rotate-Filter

Wenn keine 90-Grad-Schritte, sondern eine freie Drehung z. B. um 45 Grad gewünscht wird, kann mit dem rotate-Filter gearbeitet werden. Dabei wird der Drehwinkel im Befehl in Radianten angegeben. Beispiel für 45 Grad (entspricht etwa 0.7854 Radianten):

ffmpeg -i input.mp4 -vf "rotate=0.7854" output.mp4

Bei dieser Methode handelt es sich um eine komplexere Berechnung, weswegen die Verarbeitung etwas länger dauern kann. Außerdem ist zu beachten, dass hierbei der Bildinhalt abgeschnitten oder schwarze Ränder entstehen können, wenn das Video um Nicht-Vielfache von 90 Grad gedreht wird.

Fazit und weiterführende Tipps

ffmpeg bietet mit den Filtern transpose und rotate einfache Wege, Videos zu drehen. Für typische Anwendungsfälle wie 90-Grad-Drehungen ist transpose zu bevorzugen, da es performant und unkompliziert ist. Falls eine Drehung um einen beliebigen Winkel erwünscht ist, ist der rotate-Filter die richtige Wahl, aber hier sollte man auf eventuelle visuelle Effekte wie Beschnitt oder schwarze Ränder achten.

Bevor Sie ein Video drehen, empfiehlt es sich zudem, ein Backup anzulegen, um Originaldateien nicht zu verlieren. Schließlich bietet ffmpeg noch umfangreiche Möglichkeiten zur Kombination von Filtern, wie z. B. Zuschneiden oder Skalieren, falls die Drehung in einen größeren Bearbeitungsprozess eingebettet wird.

0

Kommentare