Wie kann man die Festplatte einer QEMU-VM vergrößern?

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  1. Überblick: Warum die Festplatte vergrößern?
  2. Vorbereitung: Backup der bestehenden Festplatte
  3. Festplatte vergrößern mit qemu-img
  4. Dateisystem innerhalb der VM anpassen
  5. Alternativen und Besonderheiten
  6. Zusammenfassung

Die Vergrößerung der Festplatte einer virtuellen Maschine, die mit QEMU betrieben wird, ist ein häufiger Bedarf, wenn der verfügbare Speicherplatz knapp wird oder zusätzliche Kapazitäten benötigt werden. Im Folgenden wird Schritt für Schritt erläutert, wie man die Festplattengröße einer QEMU-VM vergrößert und welche Aspekte dabei zu beachten sind.

Überblick: Warum die Festplatte vergrößern?

In virtuellen Umgebungen ist die ursprünglich zugewiesene Festplattengröße oft aus praktischen Gründen oder aus Testzwecken begrenzt. Wenn die Datenmenge innerhalb der VM wächst oder Anwendungen mehr Speicherplatz verlangen, reicht der ursprünglich zugewiesene Speicher häufig nicht mehr aus. Daher ist es sinnvoll, die virtuelle Festplatte zu erweitern, ohne dass man die VM neu aufsetzen muss.

Vorbereitung: Backup der bestehenden Festplatte

Bevor man Änderungen an der virtuellen Festplatte vornimmt, ist es essentiell, eine Sicherheitskopie der bestehenden Festplattenimage-Datei zu erstellen. Ein Backup schützt vor Datenverlust, falls während des Vergrößerungsvorgangs Fehler auftreten oder unerwartete Probleme auftreten. Je nach Speicherformat der virtuellen Festplatte (z.B. QCOW2 oder RAW) unterscheidet sich der genaue Vorgang der Vergrößerung.

Festplatte vergrößern mit qemu-img

Das Kommandozeilenwerkzeug qemu-img ist das zentrale Tool zur Verwaltung von QEMU-Festplattenimages. Um eine bestehende Festplattendatei zu vergrößern, verwendet man den Befehl qemu-img resize. Beispielsweise erweitert der Befehl qemu-img resize vm-disk.qcow2 +10G die Größe der Datei vm-disk.qcow2 um 10 Gigabyte.

Wichtig ist, dass dieser Befehl nur die Größe der Festplattenimage-Datei anpasst. Das darin enthaltene Dateisystem der VM wird nicht automatisch erweitert, weil QEMU hier nur das Container-Image verwaltet, nicht die Partitionen oder Dateisysteme innerhalb der VM.

Dateisystem innerhalb der VM anpassen

Nachdem das Image vergrößert wurde, muss das zusätzlich zugewiesene Volumen für das Betriebssystem der virtuellen Maschine verfügbar gemacht werden. Das bedeutet, die Partitionstabelle und das Dateisystem in der VM müssen angepasst werden, um den neu hinzugefügten Speicher zu nutzen.

Dies erfolgt typischerweise durch Booten in die VM und Verwenden von Tools wie fdisk oder parted, um die vorhandene Partition zu vergrößern oder neue Partitionen anzulegen. Anschließend wird das Dateisystem z.B. mit resize2fs (für ext4) oder anderen Werkzeugen auf die neue Partitionsgröße angepasst.

Alternativen und Besonderheiten

Bei QCOW2-Dateien ist die Vergrößerung nicht immer direkt möglich, je nach Version und verwendeten Features. Hier kann ein Erstellen eines neuen größeren Images und das Kopieren der Daten eine Alternative sein. Außerdem bieten manche Verwaltungstools grafische Oberflächen oder Skripte, die den Prozess vereinfachen.

Bei RAW-Images ist die Vergrößerung einfacher, da die Datei einfach mit qemu-img resize geändert werden kann, ohne Komplikationen durch Kompressions- oder Snapshot-Funktionen.

Zusammenfassung

Das Vergrößern einer QEMU-Festplatte ist ein zweistufiger Prozess: Zuerst wird das Image auf Host-Ebene mit qemu-img resize erweitert, danach muss das Innere der VM angepasst werden, sodass das Betriebssystem den zusätzlichen Speicher erkennt und nutzen kann. Ein Backup vor Beginn schützt vor Datenverlust, und die Verwendung geeigneter Tools zur Partitionierung und Dateisystem-Erweiterung in der VM runden den Vorgang ab.

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