Wie kann ich Wine im Terminal debuggen?

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  1. Aktivieren von Debug-Informationen über Umgebungsvariablen
  2. Speichern der Debug-Ausgabe in eine Datei
  3. Benutzung von winecfg und anderen Hilfsmitteln
  4. Debugging mittels strace und anderen Werkzeugen
  5. Zusammenfassung

Wenn Sie Wine im Terminal debuggen möchten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um detaillierte Fehlermeldungen und Protokolle zu erhalten, die dabei helfen können, Probleme zu analysieren und zu beheben. Wine verwendet ein umfangreiches Debugging-System, das über Umgebungsvariablen und Kommandozeilenoptionen gesteuert wird.

Aktivieren von Debug-Informationen über Umgebungsvariablen

Eine der häufigsten Methoden zum Debuggen von Wine besteht darin, die Umgebungsvariable WINEDEBUG zu setzen. Diese Variable steuert, welche Arten von Logmeldungen Wine ausgibt. Typischerweise setzen Sie diese Variable vor dem Aufruf von Wine im Terminal, um spezifische Log-Kategorien anzuzeigen.

Beispielsweise könnten Sie im Terminal folgenden Befehl eingeben, um detaillierte Ausgaben zu erhalten:

WINEDEBUG=+all wine IhrProgramm.exe

Dies aktiviert nahezu alle Debugmeldungen, was nützlich ist, um einen vollständigen Überblick zu bekommen. Allerdings erzeugt dies sehr viel Text und ist oft schwer zu überblicken.

Um das Monitoring auf bestimmte Kategorien zu begrenzen, können Sie gezielte Subsysteme aktivieren, z. B. +relay (zeigt API-Aufrufe), +seh (Structured Exception Handling), +tid (Thread-ID-Informationen) oder +debugstr (Debug-Strings), also:

WINEDEBUG=+relay,+seh,+tid wine IhrProgramm.exe

Die Wahl der Kategorien hängt vom Fehlerbild ab.

Speichern der Debug-Ausgabe in eine Datei

Da die Debug-Ausgabe sehr umfangreich sein kann, empfiehlt es sich, diese in eine Datei umzuleiten, um sie anschließend in Ruhe analysieren zu können. Dies erreichen Sie beispielsweise so:

WINEDEBUG=+all wine IhrProgramm.exe > wine-debug.log 2>&1

Damit werden sowohl Standardausgabe als auch Fehlerausgabe in die Datei wine-debug.log geschrieben.

Benutzung von winecfg und anderen Hilfsmitteln

Für einige Probleme ist es sinnvoll, vor dem Debugging mit der Konfiguration von Wine zu experimentieren. winecfg ermöglicht es, Einstellungen wie die Windows-Version oder Bibliothekspfad-Overrides zu setzen, die Einfluss auf das Verhalten haben können. Auch wenn winecfg selbst keine Debug-Ausgaben erzeugt, ist es ein nützliches Werkzeug um Umweltbedingungen zu prüfen.

Debugging mittels strace und anderen Werkzeugen

Neben den internen Wine-Debug-Tools erlaubt strace die Analyse der Systemaufrufe, die Wine tätigt. Dies ist besonders hilfreich, um Probleme mit Dateien, Rechten oder Bibliotheken zu erkennen.

Der Befehl könnte so aussehen:

strace -f -o strace-log.txt wine IhrProgramm.exe

Hierbei wird strace für alle Threads (-f) aktiv, und die Ausgabe in eine Datei geschrieben.

Zusammenfassung

Das Debuggen von Wine im Terminal erfolgt vor allem durch das Setzen der Umgebungsvariable WINEDEBUG, mit der Sie die gewünschte Menge und Art an Debug-Informationen auswählen können. Die Ausgabe sollten Sie idealerweise in eine Datei schreiben, um die Analyse zu erleichtern. Weitere ergänzende Debugging-Werkzeuge wie strace können sinnvoll eingesetzt werden, um tiefergehende Einblicke auf Systemebene zu erhalten. Je nach Problem empfehlen sich unterschiedliche Kategorien der Debug-Ausgabe. Eine systematische Vorgehensweise durch gezieltes Aktivieren einzelner Debug-Kategorien und Analyse der erzeugten Logdateien ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Fehleranalyse.

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