Wie kann ich mit einfachen technischen Mitteln überprüfen, ob Milch pasteurisiert wurde?
- Einführung
- Visuelle und sensorische Prüfung
- Erwärmungstest
- Milchaufschäumer- oder Schaumtest
- Enzymtest mit Thiocyanat oder Peroxidase (nur eingeschränkt selbst durchführbar)
- Fazit
Einführung
Pasteurisierung ist ein Verfahren, bei dem Milch für eine bestimmte Zeit auf eine definierte Temperatur erhitzt wird, um schädliche Mikroorganismen abzutöten. Für Verbraucher ohne Zugang zu professionellen Labortests kann es schwierig sein, direkt festzustellen, ob Milch tatsächlich pasteurisiert wurde. Dennoch gibt es einige einfache technische und praktische Methoden, die Hinweise darauf geben können.
Visuelle und sensorische Prüfung
Ursprünglich gefrorene und aufgetaute Milch, wie Rohmilch, neigt dazu, sich stärker abzusetzen und Klumpen oder Haut zu bilden, da Fett und Proteine nicht homogenisiert oder pasteurisiert sind. Pasteurisierte und homogenisierte Milch bleibt in der Regel gleichmäßiger verteilt, wirkt cremiger und bildet keine deutlichen Hautschichten, wenn sie steht. Allerdings ist diese Prüfung sehr unsicher, da auch Rohmilch homogenisiert und Pasteurisierung mit Homogenisierung oft kombiniert wird.
Erwärmungstest
Eine einfache, aber weniger sichere Methode ist, einen kleinen Teil der Milch vorsichtig zu erhitzen. Rohmilch neigt dazu, beim Erhitzen schneller zu gerinnen, also Klümpchen oder Eiweißfilme zu bilden, da sie unveränderte Enzyme und Mikroorganismen enthält. Pasteurisierte Milch wurde auf Temperaturen zwischen ca. 63 °C (mindestens 30 Minuten) oder höher erhitzt, sodass sie diese Empfindlichkeit meist nicht zeigt. Dennoch ist dieses Experiment sehr unspezifisch, da auch Ausnahmefälle vorkommen können.
Milchaufschäumer- oder Schaumtest
Ein praktischer Test ist das Aufschäumen der Milch mit einem Milchaufschäumer oder durch kräftiges Schütteln. Pasteurisierte und homogenisierte Milch schäumt in der Regel stabiler und cremiger, weil durch Pasteurisierung und Homogenisierung die Fettkügelchen kleiner gemacht und Proteine verändert wurden. Rohmilch erzeugt beim Schütteln oft groben, weniger haltbaren Schaum.
Enzymtest mit Thiocyanat oder Peroxidase (nur eingeschränkt selbst durchführbar)
Im professionellen Umfeld werden Enzymtests genutzt, um Pasteurisierung nachzuweisen. Rohmilch enthält aktive Enzyme wie Peroxidase oder Phosphatase, die durch die Wärmeeinwirkung beim Pasteurisieren zerstört werden. Chemische Testsets, die Peroxidaseaktivität nachweisen können, sind gelegentlich im Handel erhältlich, aber nicht immer leicht zu handhaben oder preiswert. Solche Kits basieren meist auf einer Farbänderung nach Zugabe einer Testflüssigkeit.
Fazit
Eine hundertprozentig sichere und einfache technische Methode zur Überprüfung, ob Milch pasteurisiert wurde, steht Privatpersonen in der Regel nicht zur Verfügung. Praktische Tests wie das Beobachten des Verhaltens beim Erhitzen oder Aufschäumen können Hinweise geben, sind aber unsicher. Für eine verlässliche Bestimmung sind enzymatische Labortests notwendig, die Mikroorganismen oder Enzymaktivitäten überprüfen. Im Zweifelsfall sollte man Milch nur von vertrauenswürdigen Anbietern beziehen oder sich auf die Kennzeichnung verlassen.
