Wie funktioniert eine Remote Desktop Connection bei AAD Joined Geräten?
- Was bedeutet AAD Joined?
- Remote Desktop Verbindung zu AAD Joined Geräten
- Voraussetzungen für Remote Desktop bei AAD Joined Computern
- Besondere Sicherheitsaspekte und Authentifizierung
- Fazit
Die Remote Desktop Connection (RDP) ist eine weitverbreitete Methode, um von einem entfernten Standort aus auf einen Computer zuzugreifen und diesen zu steuern. In Unternehmen und modernen IT-Umgebungen werden Geräte häufig nicht mehr mit einer klassischen Active Directory (AD) Domäne verbunden, sondern sind Azure Active Directory (AAD) beigetreten. Dies wirft die Frage auf, wie das Remotedesktopprotokoll in einem solchen Szenario funktioniert und welche Besonderheiten bei AAD Joined Geräten zu beachten sind.
Was bedeutet AAD Joined?
AAD Joined beschreibt den Zustand eines Geräts, das direkt in die Cloud-basierte Identitäts- und Zugriffsverwaltung Azure Active Directory eingebunden ist, ohne auf eine lokale AD-Domäne angewiesen zu sein. Dieses Modell ist besonders für Unternehmen interessant, die auf cloudbasierte Dienste setzen oder auf eine hybride Infrastruktur umsteigen. Im Gegensatz zu traditionellen AD-Domänen wird bei AAD Joined Geräten die Benutzerverwaltung und Authentifizierung über Azure AD gesteuert.
Remote Desktop Verbindung zu AAD Joined Geräten
Standardmäßig ist die Einrichtung von Remote Desktop und die Authentifizierung bei AAD Joined Geräten anders als bei klassischen Domänenmitgliedern. Da diese Geräte nicht in einem lokalen AD sind, stehen die gewohnten Mechanismen wie Kerberos-Authentifizierung oder Gruppenrichtlinien nicht in derselben Form zur Verfügung. Stattdessen muss die Anmeldung über Azure AD-Benutzerkonten erfolgen, was einige Konfigurationen erfordert.
Voraussetzungen für Remote Desktop bei AAD Joined Computern
Damit eine Remote Desktop Verbindung zu einem AAD Joined Gerät funktioniert, müssen zunächst auf dem Zielgerät die Remote Desktop Verbindungen aktiviert sein. Zusätzlich müssen die Benutzer, die sich remote anmelden möchten, explizit zur Gruppe der Remote Desktop-Benutzer hinzugefügt werden. Bei AAD Joined Geräten erfolgt diese Benutzerverwaltung typischerweise über Azure AD-Benutzerkonten. Die Anmeldung über RDP erfolgt dann mit der Azure AD-E-Mail-Adresse und dem entsprechenden Passwort. Wichtig ist, dass das verwendete Betriebssystem die AAD-Anmeldung für Remote Desktop unterstützt, was zum Beispiel bei Windows 10/11 Pro und Enterprise der Fall ist.
Besondere Sicherheitsaspekte und Authentifizierung
Bei der Remote Desktop Verbindung zu AAD Joined Geräten wird häufig eine Azure AD-gestützte Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) empfohlen, um die Sicherheit zu erhöhen. Da die Authentifizierung cloudbasiert erfolgt, können moderne Sicherheitsmechanismen wie Conditional Access Policies in Azure AD genutzt werden, um Zugriffe besser zu kontrollieren. Auch die Verwendung von Windows Hello for Business ist möglich, was eine starke und benutzerfreundliche Authentifizierungsmethode darstellt.
Fazit
Die Remote Desktop Connection bei AAD Joined Geräten unterscheidet sich in der Konfiguration und Authentifizierung teilweise deutlich von der klassischen Domänenanbindung. Die zentrale Benutzer- und Zugriffsverwaltung über Azure Active Directory ermöglicht moderne, cloudbasierte Sicherheitskonzepte und erleichtert den Zugriff von überall, erfordert aber auch ein Verständnis der neuen Abläufe und Voraussetzungen. Für eine erfolgreiche Remote-Verbindung müssen Remote Desktop auf dem Gerät aktiviert, Benutzer entsprechend eingerichtet und die Authentifizierungsmethoden korrekt konfiguriert sein. Unternehmen, die auf AAD setzen, profitieren so von einer flexiblen und sicheren Lösung für den Fernzugriff.
