Wie funktioniert eine Notruf-App im Vergleich zum herkömmlichen Notruf per Telefon?

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  1. Einleitung
  2. Funktionsweise des herkömmlichen Notrufs per Telefon
  3. Funktionsweise einer Notruf-App
  4. Unterschiede in der Kommunikation
  5. Technische Voraussetzungen und Herausforderungen
  6. Fazit

Einleitung

In Notsituationen ist ein schneller und zuverlässiger Kontakt zur Rettungsleitstelle entscheidend. Traditionell erfolgt dies über den herkömmlichen Notruf per Telefon, zum Beispiel durch das Wählen der Notrufnummer 112 oder 110. Mit dem technologischen Fortschritt sind jedoch auch Notruf-Apps populär geworden, welche diese Abläufe ergänzen oder teilweise verbessern sollen. Im Folgenden wird detailliert dargestellt, wie eine Notruf-App funktioniert und worin die wesentlichen Unterschiede zum klassischen Notruf liegen.

Funktionsweise des herkömmlichen Notrufs per Telefon

Beim herkömmlichen Notruf wird eine spezielle Notrufnummer über das Mobiltelefon oder Festnetz angerufen. Die Leitstelle erkennt sofort, dass es sich um einen Notruf handelt, und nimmt das Gespräch entgegen. Der Anrufer muss dann mündlich die Einsatzkräfte über Lage, Ort und Art des Notfalls informieren. Die Leitstelle ist darauf angewiesen, dass der Anrufer genaue Informationen geben kann, insbesondere den Unfall- oder Einsatzort. Bei Mobiltelefonen wird in der Regel die ungefähre Position durch Funkzelleninformationen bzw. via GPS der Leitstelle übermittelt, jedoch ist deren Genauigkeit oft begrenzt. Bei Festnetztelefonen ist die Ortsangabe durch die Telefonnummer hinterlegt, was eine genaue Standortbestimmung erleichtert.

Funktionsweise einer Notruf-App

Eine Notruf-App ist eine spezielle Anwendung, die auf Smartphones installiert wird und im Notfall den Kontakt zur Leitstelle herstellt. Ihr entscheidender Vorteil liegt darin, dass sie zum Beispiel bei Aktivierung automatisch den genauen GPS-Standort des Nutzers ermittelt und an die Rettungsleitstelle überträgt. Zusätzlich können solche Apps oft weitere wichtige Informationen, wie persönliche Daten, medizinische Vorinformationen oder eventuell vorhandene Gefahrenhinweise, übermitteln. Manche Apps ermöglichen auch eine stille Auslösung des Notrufs etwa bei Überfällen oder Situationen, in denen ein lautes Telefonat nicht möglich ist. Somit unterstützt die App die Leitstellenmitarbeiter durch bessere und schneller verfügbare Informationen.

Unterschiede in der Kommunikation

Während beim klassischen Notruf die Kommunikation sprachbasiert erfolgt und ein aktives Gespräch notwendig ist, ist die Notruf-App oftmals so konzipiert, dass sie automatisch und auch ohne verbale Rückmeldung einen Notruf absetzen kann. So kann die App beispielsweise durch einen speziellen Knopf oder eine bestimmte Geste aktiviert werden und sendet dann gleichzeitig Standortdaten und vorab gespeicherte Notfallinformationen an die Leitstelle. Damit kann auch in Situationen geholfen werden, in denen der Betroffene nicht sprechen kann oder eine Sprachverbindung nicht möglich ist. Allerdings ersetzen Apps nicht vollständig das Gespräch, da bei komplexeren Situationen oft ein weiterer direkter Kontakt mit der Leitstelle notwendig ist.

Technische Voraussetzungen und Herausforderungen

Für den klassischen Notruf ist eine Telefonverbindung erforderlich, was bedeutet, dass das Telefon zumindest eine Notrufverbindung zum Mobilfunknetz oder Festnetz haben muss. Bei einer Notruf-App ist zusätzlich die Internetverbindung oder zumindest eine mobile Datenverbindung von Vorteil, um umfangreiche Daten senden zu können. Einige Apps sind auch in der Lage, den Notruf über SMS oder andere Netzwerkelemente auszulösen. Ein Nachteil ist, dass beim Ausfall des Mobilfunk- oder Datennetzes die App nicht funktionieren kann, während der klassische Notruf auch ohne aktivierte SIM-Karte bei aktiver Netzerreichbarkeit möglich bleibt. Außerdem müssen Nutzer die App installiert, eingerichtet und im Ernstfall bedient haben, was eine Voraussetzung für den effektiven Einsatz darstellt.

Fazit

Eine Notruf-App ergänzt den herkömmlichen Notruf per Telefon durch eine verbesserte Übermittlung von Standort- und Zusatzinformationen und ermöglicht auch stille Notrufe. Sie erleichtert die Arbeit der Leitstellen und erhöht die Chancen auf eine schnelle und zielgerichtete Hilfe. Dennoch ersetzt sie nicht vollständig den klassischen Notruf, da der direkte Sprachkontakt häufig weiterhin nötig ist. Beide Systeme besitzen ihre Vor- und Nachteile, und die Kombination aus beiden sorgt für optimale Versorgung in Notfällen.

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