Wie baut man OpenSSL für Windows?
- Einleitung zum Erstellen von OpenSSL unter Windows
- Erforderliche Werkzeuge und Vorbereitung der Umgebung
- Herunterladen des OpenSSL-Quellcodes
- Kompilierung mit Visual Studio
- Alternative: Kompilierung mit MinGW
- Abschluss und Tests
Einleitung zum Erstellen von OpenSSL unter Windows
OpenSSL ist eine weitverbreitete Bibliothek zur Implementierung von SSL- und TLS-Protokollen. Wenn man die OpenSSL-Bibliothek auf einem Windows-System selbst kompilieren möchte, ist es wichtig, bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen und einige Schritte in der korrekten Reihenfolge auszuführen. Dieser Prozess unterscheidet sich von der Kompilierung unter Unix-Systemen und erfordert die richtige Umgebung und Werkzeuge.
Erforderliche Werkzeuge und Vorbereitung der Umgebung
Zur Kompilierung von OpenSSL auf Windows benötigt man zunächst einen geeigneten Compiler wie beispielsweise Microsoft Visual Studio oder MinGW. Am häufigsten wird Visual Studio verwendet, da OpenSSL ein spezielles Build-System für diese Umgebung mitbringt. Zusätzlich sollte man Perl installieren, da das OpenSSL-Build-System auf Perl-Skripten basiert. Eine gängige Wahl ist ActivePerl oder Strawberry Perl. Nach der Installation dieser Werkzeuge müssen die Umgebungsvariablen korrekt gesetzt sein, sodass der Compiler und Perl von der Kommandozeile aus erreichbar sind.
Herunterladen des OpenSSL-Quellcodes
Der OpenSSL-Quellcode kann von der offiziellen Webseite heruntergeladen werden. Es empfiehlt sich, eine stabile Version zu wählen. Nach dem Herunterladen wird das Archiv entpackt und in ein Verzeichnis auf dem System gelegt, in welchem man Schreibrechte und einfachen Zugriff hat, um Kompilierung und Installation durchzuführen.
Kompilierung mit Visual Studio
Für die Nutzung von Visual Studio öffnet man die Developer Command Prompt”, welche alle nötigen Umgebungsvariablen für den Compiler lädt. Innerhalb dieses Terminals navigiert man in das Verzeichnis mit dem entpackten OpenSSL-Quellcode. Ist Perl verfügbar, startet man das Konfigurationsskript mit einem Befehl wie perl Configure und gibt die entsprechende Zielplattform an, zum Beispiel VC-WIN64A für 64-Bit Windows-Architektur.
Nach erfolgreicher Konfiguration führt man den Befehl nmake aus, der die Kompilierung der Bibliothek und der Werkzeuge auslöst. Sollten alle Schritte erfolgreich verlaufen, stehen am Ende der Kompilierung die OpenSSL-Bibliotheken und ausführbaren Programme zur Verfügung. Optional kann man abschließend nmake install ausführen, um die Bibliothek und die Tools an einem definierten Ort zu installieren.
Alternative: Kompilierung mit MinGW
Neben Visual Studio ist auch MinGW eine Möglichkeit, OpenSSL unter Windows zu bauen. Hierfür ist es wichtig, dass das Betriebssystem eine Bash-Shell zur Verfügung stellt, beispielsweise durch die Installation von MSYS2. Die Kompilierung erfolgt ähnlich durch das Ausführen von Konfigurations- und Make-Befehlen in der Bash-Umgebung. Diese Methode ist jedoch etwas komplexer und wird häufig von Anwendern genutzt, die eine Unix-ähnliche Umgebung unter Windows bevorzugen.
Abschluss und Tests
Nach erfolgreicher Kompilierung empfiehlt es sich, die erstellten OpenSSL-Programme auszuführen und zu testen, um sicherzugehen, dass die Bibliothek korrekt funktioniert. Dies kann durch einfache Befehle wie openssl version geschehen. Wenn keine Fehler auftauchen, ist die OpenSSL-Bibliothek erfolgreich für Windows kompiliert worden und kann in eigenen Projekten verwendet werden.
