Welche Einstellungen in CrystalDiskMark sind optimal für SSD-Benchmarks?

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  1. Die Bedeutung der richtigen Einstellungen
  2. Testgröße (Testgröße / Test File Size)
  3. Anzahl der Durchläufe (Testdurchläufe / Test Runs)
  4. Blockgröße und Testmethode (Queue Depth, Thread Count, Testtyp)
  5. Zusätzliche Hinweise
  6. Fazit

Die Bedeutung der richtigen Einstellungen

CrystalDiskMark ist ein weit verbreitetes Tool zur Bewertung der Leistungsfähigkeit von Speicherlaufwerken wie SSDs. Um aussagekräftige und vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, ist es wichtig, die Einstellungen des Programms sorgfältig an die jeweilige Art des Laufwerks und den gewünschten Testzweck anzupassen. Insbesondere bei SSDs, die durch ihre schnellen Zugriffszeiten und hohen Datenraten überzeugen, müssen die Parameter so gewählt werden, dass sie den realen Einsatzbedingungen möglichst nahekommen und die maximale Leistungsfähigkeit des Laufwerks abbilden.

Testgröße (Testgröße / Test File Size)

Die Testgröße bestimmt, wie viel Daten CrystalDiskMark während eines einzelnen Durchlaufs schreibt und liest. Für SSDs ist es sinnvoll, eine ausreichend große Testdatei zu wählen, um den Einfluss von Zwischencaches (wie dem DRAM-Cache oder dem integrierten SLC-Cache) zu minimieren. Eine kleine Testdatei – etwa 1 GiB oder weniger – kann durch den Cache beschleunigt werden, was zu überhöhten Ergebnissen führt. Für realistischere Messungen empfiehlt sich eine Testgröße von mindestens 4 GiB bis 16 GiB, weil dadurch der Test die tatsächliche Schreib- und Lesegeschwindigkeit über einen längeren Zeitraum abbildet. Allerdings steigt dadurch auch die Testdauer.

Anzahl der Durchläufe (Testdurchläufe / Test Runs)

Die Anzahl der Testdurchläufe beeinflusst die Aussagekraft der Messergebnisse. Mehrere Durchläufe stellen sicher, dass Ausreißer ausgeglichen werden und die Ergebnisse stabil sind. Bei SSD-Benchmarks sind 3 bis 5 Durchläufe eine gute Wahl, um eine mittlere Leistung valide zu bestimmen. Ein einziger Durchlauf kann durch transienten Hintergrundlasten verfälscht sein, während zu viele Durchläufe unnötig viel Zeit beanspruchen.

Blockgröße und Testmethode (Queue Depth, Thread Count, Testtyp)

CrystalDiskMark unterstützt unterschiedliche Zugriffsmuster: sequentielles Lesen/Schreiben und zufälliges Lesen/Schreiben mit verschiedenen Blockgrößen. Für SSDs sind besonders die 4KiB-Zufallstests mit mehreren wartenden Befehlen (Queue Depth > 1) relevant, da sie typische Belastungen bei Betriebssystem- und Anwendungszugriffen simulieren. Empfehlenswert ist eine Queue Depth von 32 oder 64 für random 4KiB Tests sowie mindestens 4 Threads, um die parallelen Zugriffe moderner SSDs auszunutzen. Für sequentielle Tests sind höhere Blockgrößen, etwa 1MiB, geeignet, um maximale Durchsatzwerte zu messen. CrystalDiskMark bietet in der Regel auch die Möglichkeit, Queue Depth und Thread-Anzahl manuell einzustellen, was für eine tiefergehende Analyse wichtig ist.

Zusätzliche Hinweise

Es ist sinnvoll, während des Benchmarks sicherzustellen, dass keine anderen Prozesse stark auf die SSD zugreifen, da Hintergrundaktivitäten die Messung verfälschen können. Außerdem sollte die SSD idealerweise im "Idle"-Zustand sein, also keine vorherigen Schreib-/Löschvorgänge zu verarbeiten haben, um Verzerrungen durch Garbage Collection oder Wear Leveling zu vermeiden. Nutzer sollten auch beachten, dass TRIM aktiviert ist, um realistische Performance-Daten zu erhalten.

Fazit

Um mit CrystalDiskMark optimale und realistische Benchmarks für SSDs zu erzielen, ist eine Testdateigröße von 4 bis 16 GiB empfehlenswert, wobei mehrere Testdurchläufe (3–5) durchgeführt werden sollten, um stabile Werte zu erhalten. Für den Test von Alltagsworkloads sind insbesondere zufällige 4KiB-Zugriffe mit hoher Queue Depth (32–64) und mehreren Threads aussagekräftig, während sequentielle Tests mit großen Blockgrößen (1 MiB) die maximale Durchsatzleistung zeigen. Diese Einstellungen sorgen dafür, dass die Benchmark-Ergebnisse die tatsächliche Leistungsfähigkeit moderner SSDs möglichst genau widerspiegeln.

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