Was sind die Unterschiede zwischen Evince und X Reader?

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  1. Herkunft und Entwicklungsumgebung
  2. Benutzeroberfläche und Bedienung
  3. Funktionalität und Performance
  4. Fazit

Bei der Auswahl eines PDF-Readers oder Dokumentenbetrachters für Linux-Systeme begegnet man häufig den Programmen Evince und X Reader. Beide Anwendungen erfüllen ähnliche Grundfunktionen, doch sie unterscheiden sich in ihrer Herkunft, Benutzeroberfläche und Funktionalität. Im Folgenden soll erläutert werden, worin die Unterschiede liegen und welche Vorteile jedes Programm bietet.

Herkunft und Entwicklungsumgebung

Evince ist der Standard-PDF-Reader der GNOME-Desktop-Umgebung und wurde entwickelt, um eine einfache und schnelle Anzeige von PDF-Dokumenten und anderen Formaten zu ermöglichen. Die Software ist eng an GNOME gebunden und nutzt dessen Technologien zur Integration in das Desktop-Umfeld.

X Reader hingegen stammt aus dem Linux Mint-Projekt und ist eine Abspaltung von Evince. Der Name spielt auf den "Xfce"-Desktop an, da X Reader häufig als Dokumentenbetrachter unter Xfce genutzt wird. Er wurde entwickelt, um eine stabilere und verbesserte Alternative zu Evince zu sein und bietet unter Umständen mehr Anpassungsmöglichkeiten.

Benutzeroberfläche und Bedienung

Evince präsentiert sich mit einer sehr aufgeräumten und minimalistischen Oberfläche, die sich stark an GNOME-Designrichtlinien orientiert. Dies führt zu einer einfachen Bedienung, die vor allem für Nutzer attraktiv ist, die Wert auf Übersichtlichkeit legen. Allerdings kann dies in manchen Fällen zu Einschränkungen bei der Anpassung führen.

X Reader zeigt eine Benutzeroberfläche, die sich an traditionellen Desktop-Umgebungen wie MATE oder Xfce orientiert. Dadurch wirkt das Programm etwas klassischer und bietet häufig mehr sichtbare Menüs und Optionen, was vor allem für Anwender mit speziellen Anforderungen oder solchen, die mehr Kontrolle wünschen, interessant sein kann.

Funktionalität und Performance

Beide Programme sind primär auf die Anzeige von PDF-Dateien ausgelegt und unterstützen zudem andere Formate wie PostScript oder DjVu. Evince punktet mit schneller Ladezeit und guter Integration in das GNOME-Ökosystem, bietet aber vergleichsweise wenige Zusatzfeatures.

X Reader wurde entwickelt, um einige Schwächen von Evince auszubessern. So soll er stabiler arbeiten und unter Umständen eine bessere Performance auf älteren Systemen bieten. Zudem beinhaltet X Reader mitunter Verbesserungen bei der Navigation, Anmerkungen und dem Drucken, wobei dies von der verwendeten Version abhängt.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Evince die erste Wahl für Nutzer ist, die einen einfachen, schnörkellosen PDF-Reader mit guter GNOME-Integration suchen. X Reader eignet sich eher für Anwender, die unter Xfce oder anderen Desktop-Umgebungen arbeiten und von einer tradierten, funktionsreichen Oberfläche profitieren möchten. Die Wahl zwischen beiden hängt letztlich von der persönlichen Präferenz sowie dem Desktop-Umfeld ab.

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