Warum wird der Hintergrund im Porträtmodus beim iPhone 6s Plus nicht richtig unscharf dargestellt?

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  1. Kurze Zusammenfassung des Problems
  2. Hardware- und Softwaregründe
  3. Optische Einschränkungen und Brennweite
  4. Aufnahmebedingungen und Motive
  5. Warum Kanten und Übergänge oft fehlerhaft aussehen
  6. Was man tun kann

Kurze Zusammenfassung des Problems

Das iPhone 6s Plus verfügt nicht über einen echten „Porträtmodus“ mit physischer Tiefenschärfen-Simulation wie spätere Modelle. Wenn der Hintergrund nicht richtig unscharf wirkt, liegt das an den hardware- und softwaretechnischen Grenzen des Geräts, an den Kameraeigenschaften und an Aufnahmebedingungen.

Hardware- und Softwaregründe

Das iPhone 6s Plus hat zwar eine bessere Kamera als frühere Modelle, aber es besitzt keine dedizierte Dual-Kamera-Kombination mit unterschiedlicher Brennweite, wie sie später für echte Tiefeninformationen genutzt wurde. Ohne echte Tiefenmessung kann das System Schwierigkeiten haben, zwischen Vordergrund (Person) und Hintergrund zuverlässig zu unterscheiden. Die Software versucht, Tiefenwirkung durch Bildverarbeitung zu erreichen, doch ohne präzise Tiefenkarte ist das Ergebnis oft unnatürlich oder zu schwach. Außerdem fehlen für die softwareseitige Kantenerkennung und Kantenglättung die leistungsfähigeren Prozessoren und neuronalen Engines modernerer iPhones, was die Qualität der Hintergrundunschärfe weiter einschränkt.

Optische Einschränkungen und Brennweite

Die optische Konstruktion und die kleine Sensorgröße eines Smartphones erzeugen von Haus aus eine große Schärfentiefe – das heißt: viel ist gleichzeitig scharf. Um einen stark verschwommenen Hintergrund (starke Bokeh-Wirkung) zu erreichen, braucht man entweder eine lange Brennweite, eine große Blendenöffnung oder einen großen Sensor. Da das 6s Plus nur eine relativ kurze Brennweite und eine begrenzte Blendenöffnung hat, ist die natürliche Hintergrundunschärfe gering. Software kann das nur begrenzt „nachahmen“.

Aufnahmebedingungen und Motive

Auch die Szene beeinflusst das Ergebnis stark. Bei großer Distanz zwischen Motiv und Hintergrund, bei gutem Licht und wenn das Motiv relativ nah an der Kamera ist, wirkt der Hintergrund stärker unscharf. Stehen Motiv und Hintergrund hingegen nah beieinander oder ist das Motiv weit weg, fällt jede simulierte Unschärfe kaum ins Gewicht. Komplexe Hintergründe mit feinen Strukturen oder ähnlichen Farben wie das Motiv erschweren die Segmentierung und führen zu unsauberen Rändern.

Warum Kanten und Übergänge oft fehlerhaft aussehen

Weil die Unschärfe oft per Software auf Basis von Kanten- und Tiefenschätzungen angewendet wird, entstehen bei haarigen Konturen, durchscheinenden Objekten oder sich überlappenden Bereichen Übergangsfehler: Teile des Motivs werden unscharf, Hintergrundreste bleiben scharf oder es gibt hässliche Halos. Diese Artefakte sind bei Geräten ohne echte Tiefenkamera deutlich sichtbarer.

Was man tun kann

Verbesserte Ergebnisse erreicht man durch bessere Aufnahmebedingungen: helles Licht, engerer Abstand zum Motiv, größerer Abstand zum Hintergrund und klare Trennung von Motiv und Hintergrund. Für deutlich besseren Porträt-Effekt sind neuere iPhone-Modelle mit Porträtmodus und Dual-/LiDAR-Sensoren oder eine echte Kamera mit großer Blende empfehlenswert.

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