Warum stimmen die historischen Daten in meinem Portfolio-Tracker nicht mit offiziellen Quellen überein?

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  1. Datenquellen und deren Unterschiede
  2. Zeitpunkt der Datenaktualisierung
  3. Datenanpassungen und Corporate Actions
  4. Währungsumrechnung und Bewertungsmethoden
  5. Fehler und technische Einschränkungen
  6. Fazit

Datenquellen und deren Unterschiede

Die Grundlage für die historischen Daten eines Portfolio-Trackers bilden oftmals verschiedene Datenlieferanten. Offizielle Quellen, wie Börsenwebsites, Finanzportale oder offizielle Fondsgesellschaften, greifen meist direkt auf Primärdaten zurück oder nutzen verifizierte Zeitreihen. Portfolio-Tracker hingegen beziehen ihre Daten häufig von Drittanbietern oder aggregieren sie automatisch. Diese Unterschiede bei der Datenherkunft führen dazu, dass es zeitweise Abweichungen gibt. Während offizielle Quellen streng reguliert sind und ihre Werte in Echtzeit oder mit minimaler Verzögerung veröffentlichen, können Tracker abhängig vom Anbieter oder der technischen Infrastruktur Verzögerungen, Aktualisierungszyklen und Fehler bei der Datenaufbereitung aufweisen.

Zeitpunkt der Datenaktualisierung

Historische Daten können je nach System zu unterschiedlichen Zeiten aktualisiert werden. Offizielle Quellen bieten oft Tagesendkurse oder sogar intraday-Kurse an, die unmittelbar nach Börsenschluss publiziert werden. Portfolio-Tracker aktualisieren ihre Daten häufig zu festgelegten Zeitpunkten oder beziehen sie erst später von Drittanbietern. Dadurch kann es zu Unterschieden kommen, insbesondere wenn man Daten an bestimmten Stichtagen oder während volatilitätsreicher Phasen vergleicht. Auch Feiertage, Wochenenden oder technische Ausfälle bei Datenanbietern können die Synchronität der Daten beeinflussen.

Datenanpassungen und Corporate Actions

Ein wesentlicher Grund für Unterschiede in historischen Kursdaten sind sogenannte Corporate Actions wie Dividendenzahlungen, Aktiensplits oder Kapitalmaßnahmen. Offizielle Quellen passen historische Kursverläufe entsprechend an (sogenannte "adjusted prices"), damit die Wertentwicklung nachvollziehbar bleibt. Viele Portfolio-Tracker hingegen zeigen häufig die "unadjusted prices" oder berücksichtigen diese Anpassungen nicht vollständig oder falsch. Das führt dazu, dass die historische Entwicklung im Tracker von der Darstellung in offiziellen Quellen abweicht. Insbesondere bei Aktien mit häufigen Dividenden oder mehreren Splits fällt dieser Effekt sehr stark ins Gewicht.

Währungsumrechnung und Bewertungsmethoden

Bei internationalen Wertpapieren gelten unterschiedliche Währungen. Offizielle Quellen zeigen typischerweise Kurse in der Heimatwährung des Wertpapiers an. Portfolio-Tracker können diese Kurse jedoch oft in die Basiswährung des Nutzers umrechnen. Dabei entstehen durch Wechselkursschwankungen Differenzen in der Darstellung der historischen Performance. Zudem verwenden Tracker manchmal unterschiedliche Methoden zur Berechnung von Kursen, Renditen oder Total Returns, was ebenfalls zu Abweichungen gegenüber offiziellen oder standardisierten Quellen führt.

Fehler und technische Einschränkungen

Schließlich dürfen technische Fehler oder Einschränkungen der Systeme nicht außer Acht gelassen werden. Fehler in der Datenverarbeitung, fehlerhafte Datenimporte, unvollständige Zeitreihen oder fehlerhafte Synchronisation mit den Datenanbietern können dazu führen, dass historische Daten in Portfolio-Trackern nicht akkurat oder unvollständig sind. Da Nutzer oft auf kostenlose oder allgemein zugängliche Datenquellen angewiesen sind, besteht zudem die Möglichkeit, dass diese weniger zuverlässig sind als offizielle oder professionelle Angebote.

Fazit

Die Diskrepanz zwischen den historischen Daten in Ihrem Portfolio-Tracker und den offiziellen Quellen ist ein Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren. Unterschiedliche Datenquellen, Aktualisierungszeitpunkte, Corporate Action Anpassungen, Währungsumrechnungen sowie technische Fehler tragen dazu bei, dass die Angaben nicht immer identisch sind. Um möglichst genaue und konsistente Daten zu erhalten, sollte man darauf achten, die Datenquelle des Trackers zu prüfen, auf Anbieter mit hoher Datenqualität zurückzugreifen und gegebenenfalls manuelle Anpassungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Ein Verständnis für diese Unterschiede hilft, Fehleinschätzungen zu vermeiden und eine realistischere Performancebewertung vorzunehmen.

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