Worin liegt der Unterschied zwischen Weißmehl und Vollkornweizenmehl?
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Der Hauptunterschied zwischen Weißmehl und Vollkornweizenmehl liegt darin, welche Teile des Getreidekorns verarbeitet werden.
Um das zu verstehen, muss man sich den Aufbau eines Weizenkorns ansehen. Es besteht aus drei Hauptkomponenten:
- Die Schale (Kleie): Sie enthält die meisten Ballaststoffe und Mineralstoffe.
- Der Keimling: Er ist das "Herz" des Korns und enthält Vitamine, Eiweiß und gesunde Fette.
- Der Mehlkörper (Endosperm): Er besteht hauptsächlich aus Stärke (Kohlenhydraten) und etwas Eiweiß (Gluten).
Hier sind die Unterschiede im Detail:
1. Die Herstellung
- Weißmehl (z. B. Type 405): Hier werden die Randschichten (Schale) und der Keimling vor dem Mahlen entfernt. Übrig bleibt fast nur der helle Mehlkörper. Deshalb ist das Mehl sehr fein und weiß.
- Vollkornmehl: Hier wird das gesamte Korn gemahlen – inklusive Schale und Keimling. Es enthält alle natürlichen Bestandteile des Getreides.
2. Nährstoffgehalt
Dies ist der wichtigste gesundheitliche Aspekt:
- Weißmehl: Da Schale und Keimling fehlen, gehen viele wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Es liefert vor allem "leere" Kalorien in Form von Stärke.
- Vollkornmehl: Es ist deutlich reicher an:
- Ballaststoffen: Gut für die Verdauung.
- Vitaminen: Vor allem B-Vitamine und Vitamin E.
- Mineralstoffen: Wie Magnesium, Eisen und Zink.
3. Sättigung und Blutzuckerspiegel
- Weißmehl: Die enthaltene Stärke wird vom Körper sehr schnell in Zucker umgewandelt. Das lässt den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen, aber auch schnell wieder abfallen. Die Folge: Man bekommt schneller wieder Hunger (Heißhungergefahr).
- Vollkornmehl: Die Ballaststoffe sorgen dafür, dass die Kohlenhydrate langsamer ins Blut gelangen. Der Blutzuckerspiegel bleibt stabiler, und man bleibt deutlich länger satt.
4. Backeigenschaften und Geschmack
- Weißmehl: Es ist sehr fein, hat eine hohe Bindekraft und lässt Teige (wie Kuchen oder helles Brot) sehr luftig und weich werden. Der Geschmack ist eher neutral.
- Vollkornmehl: Es schmeckt nussiger und kräftiger. Da die Kleie die Kleberstruktur (Gluten) etwas stört, werden Gebäcke kompakter und fester.
- Tipp: Wer mit Vollkornmehl backt, benötigt meist etwas mehr Flüssigkeit im Teig, da die Ballaststoffe Wasser binden.
5. Haltbarkeit
- Weißmehl: Es ist sehr lange haltbar (oft Jahre), da das fetthaltige Mehl des Keimlings entfernt wurde.
- Vollkornmehl: Da der Keimling mitgemahlen wurde und dieser Fette enthält, kann Vollkornmehl nach einiger Zeit (ca. 6-12 Monate) ranzig werden.
Zusammenfassung: Was ist die "Type"?
Die Typenzahl auf der Mehlpackung (z. B. Type 405, 550, 1050) gibt an, wie viele Milligramm Mineralstoffe in 100 Gramm Mehl enthalten sind.
- Niedrige Type (z.B. 405): Wenig Schalenanteile, wenig Mineralstoffe = Weißmehl.
- Hohe Type (z.B. 1050): Mehr Schalenanteile, mehr Mineralstoffe = dunkleres Mehl.
- Vollkornmehl: Hat keine Typenzahl, da per Definition alle Bestandteile enthalten sein müssen.
Fazit: Vollkornmehl ist die wesentlich gesündere Wahl, da es den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgt und länger satt macht. Weißmehl hingegen ist aufgrund seiner Feinheit oft besser für feine Patisserie oder sehr fluffige Backwaren geeignet.