Worauf sollte man beim Kauf einer Gartenschere in Bezug auf die Ergonomie achten?
Beim Kauf einer Gartenschere ist die Ergonomie entscheidend, um Ermüdungserscheinungen, Blasen an den Händen und langfristige Gelenkschäden (wie Sehnenscheidenentzündungen) zu vermeiden.
Hier sind die wichtigsten Punkte, auf die Sie achten sollten:
1. Die passende Handgröße
Nicht jede Schere passt in jede Hand. Viele Hersteller bieten Modelle in verschiedenen Größen (S, M, L) an.
- Test: Wenn Sie die Schere ganz öffnen, sollten Sie sie immer noch bequem mit den Fingerspitzen umschließen können, ohne die Hand unnatürlich weit zu spreizen.
- Verstellbare Öffnungsweite: Einige Modelle haben einen Schieberegler, mit dem man einstellen kann, wie weit die Griffe aufspringen. Das ist ideal, wenn mehrere Personen mit unterschiedlichen Handgrößen dieselbe Schere benutzen.
2. Der Rollgriff (besonders wichtig bei viel Arbeit)
Einige hochwertige Scheren verfügen über einen sogenannten Rollgriff (der untere Griff dreht sich beim Schließen mit).
- Vorteil: Er reduziert die Reibung der Finger am Griff deutlich. Das verhindert Blasenbildung und verringert den Kraftaufwand um bis zu 30 %, da die Handbewegung natürlicher abläuft.
3. Stoßdämpfer und Puffer
Achten Sie darauf, dass die Schere über Gummipuffer/Stoßdämpfer verfügt, die den Schlag am Ende des Schnitts abfangen.
- Vorteil: Ohne diese Dämpfung geht der Stoß direkt in das Handgelenk und den Ellenbogen, was bei häufigem Schneiden zu Schmerzen führen kann.
4. Die Form der Griffe
- Anatomische Form: Die Griffe sollten der natürlichen Wölbung der Handinnenfläche angepasst sein.
- Abgewinkelter Schneidkopf: Manche Scheren haben einen leicht geneigten Schneidkopf. Dies hilft dabei, das Handgelenk beim Schneiden gerade zu halten, anstatt es abzuknicken.
- Material: Achten Sie auf Soft-Grip-Komponenten oder rutschfesten Kunststoff. Metallgriffe ohne Überzug sind im Winter kalt und werden bei Schweißbildung rutschig.
5. Das Gewicht
Gerade bei längeren Arbeitseinsätzen zählt jedes Gramm.
- Leichtbauweise: Griffe aus geschmiedetem Aluminium oder glasfaserverstärktem Kunststoff sind stabil, aber deutlich leichter als reine Stahlscheren.
6. Kraftunterstützung (Getriebe oder Ratsche)
- Getriebescheren: Eine integrierte Übersetzung erhöht die Hebelkraft, sodass man weniger Muskelkraft benötigt.
- Ratschenmechanismus: Bei sehr dicken Ästen erlaubt eine Ratsche das Schneiden in mehreren Etappen (Nachsetzen ohne Kraftverlust).
7. Linkshänder- vs. Rechtshändermodelle
Benutzen Sie niemals eine Rechtshänderschere als Linkshänder (und umgekehrt).
- Die Klingen sind bei einer ergonomischen Schere so angeordnet, dass man die Schnittstelle gut sieht und die Handkraft optimal übertragen wird. Linkshänder sollten unbedingt ein spezielles Linkshändermodell kaufen.
8. Einhand-Verschluss
Die Sicherheitsverriegelung sollte so positioniert sein, dass Sie sie bequem mit dem Daumen erreichen und bedienen können, ohne die zweite Hand zu Hilfe zu nehmen.
Der „Trockentest“ im Laden:
Nehmen Sie die Schere in die Hand und führen Sie mehrere Schnittbewegungen in der Luft aus:
- Liegt der Griff satt in der Handfläche?
- Erreichen Sie den Sicherheitsverschluss mit dem Daumen?
- Fühlt sich die Federung weich an oder „springt“ die Schere zu aggressiv auf?
- Können Sie die Schere halten, ohne dass das Handgelenk abknickt?
Fazit: Eine ergonomisch gute Schere ist eine Investition in Ihre Gesundheit. Marken wie Felco, Gardena (ExpertCut-Serie), Fiskars oder Löwe bieten oft spezielle ergonomische Linien an, bei denen diese Aspekte berücksichtigt werden.