Worauf sollte man bei der Ergonomie von Türdrückern achten?
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Bei der Ergonomie von Türdrückern geht es darum, die Bedienung so komfortabel, sicher und kraftschonend wie möglich zu gestalten – und zwar für alle Nutzergruppen (Kinder, Senioren, Menschen mit Einschränkungen).
Hier sind die wichtigsten Aspekte, auf die man achten sollte:
1. Formgebung und Haptik
- Keine scharfen Kanten: Der Griff sollte abgerundet sein, um Druckstellen in der Handfläche zu vermeiden.
- Die "U-Form" (Rückführung): Ein ergonomisch guter Türgriff ist zum Türblatt hin abgebogen (U-Form). Das verhindert, dass man mit der Kleidung (z. B. Ärmeln) hängen bleibt, und bietet dem Handballen einen natürlichen Abschluss.
- Griffvolumen: Der Durchmesser sollte weder zu dünn noch zu dick sein. Ein Standardmaß von ca. 20 bis 25 mm gilt als ideal, um die Handkraft optimal zu übertragen.
2. Hebelarm und Kraftaufwand
- Länge des Griffs: Ein längerer Hebelarm reduziert den Kraftaufwand beim Herunterdrücken. Der Griff sollte lang genug sein, dass die gesamte Hand bequem Platz findet (ca. 120 bis 135 mm).
- Leichtgängigkeit: Das Schloss und die Federung im Drücker sollten so abgestimmt sein, dass die Tür ohne großen Widerstand öffnet, der Griff aber dennoch von selbst wieder in die Horizontale zurückspringt.
3. Material und Oberfläche
- Griffigkeit: Die Oberfläche sollte nicht zu glatt sein (Rutschgefahr bei feuchten Händen). Mattierte Oberflächen (z. B. matt gebürsteter Edelstahl) bieten oft besseren Halt als poliertes Chrom.
- Temperatur: Metall fühlt sich oft kalt an. In Bereichen, in denen Komfort wichtig ist, können Materialien wie Holz, hochwertiger Kunststoff oder Polyamid angenehmer sein, da sie die Körperwärme schlechter ableiten.
- Hygiene: In öffentlichen Gebäuden sind antimikrobielle Oberflächen (z. B. Kupferlegierungen) ergonomisch sinnvoll, um die Keimübertragung zu minimieren.
4. Barrierefreiheit (DIN 18040)
- Bedienbarkeit: Für Menschen mit eingeschränkter Handfunktion sind Drücker ideal, die man auch mit dem Ellbogen oder dem Unterarm bedienen kann (daher wieder: die U-Form).
- Kontrast: Für sehbehinderte Menschen ist ein farblicher Kontrast zwischen Türdrücker und Türblatt wichtig (z. B. dunkler Griff auf heller Tür), um die Orientierung zu erleichtern.
- Greifraum: Zwischen dem Türdrücker und dem Türblatt (oder dem Rahmen) muss genügend Platz sein, damit man sich nicht die Finger klemmt (ca. 40–50 mm Abstand).
5. Montagehöhe
- Standardhöhe: In Deutschland liegt die Standardhöhe bei 105 cm (Mitte Drücker über Oberkante Fertigfußboden).
- Sonderfälle: In Kindergärten werden oft zusätzliche Drücker auf einer niedrigeren Höhe (ca. 85 cm) angebracht. In Altenheimen oder für Rollstuhlfahrer kann eine leicht angepasste Höhe ebenfalls sinnvoll sein.
6. Sicherheit
- Endanschlag: Der Drücker sollte einen festen Endpunkt haben, damit man nicht "ins Leere" drückt.
- Verletzungsgefahr: Bei Paniktüren oder in öffentlichen Gebäuden ist die Kröpfung (Abbiegung zum Türblatt) vorgeschrieben, damit bei einer Massenpanik niemand an den Griffen hängen bleibt.
Zusammenfassung: Der ideale Türdrücker...
...ist ein U-förmiger Rundstab aus mattem Edelstahl mit einer Länge von etwa 13 cm, der leichtgängig montiert ist und sich farblich deutlich von der Tür abhebt.
Tipp für die Praxis: Wenn Sie Türdrücker kaufen, nehmen Sie sie in die Hand („Probe-Greifen“). Die Haptik lässt sich theoretisch nur schwer beschreiben, aber man spürt sofort, ob ein Griff gut in der Hand liegt.