Woran erkennt man, ob einer Tomatensauce im Glas künstlicher Zucker zugesetzt wurde?

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Um herauszufinden, ob einer Tomatensauce im Glas Zucker zugesetzt wurde, gibt es drei zuverlässige Wege: den Blick auf die Zutatenliste, die Nährwerttabelle und das Verständnis der verschiedenen Bezeichnungen.

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

1. Der Blick auf die Zutatenliste (Der wichtigste Check)

Zutaten sind immer nach ihrem Gewichtsanteil sortiert. Steht Zucker weit vorne, ist viel davon enthalten. Aber Vorsicht: Zucker hat viele Namen.

Achten Sie auf diese Begriffe:

  • Direkter Zucker: Zucker, Rohrohrzucker, Rübenzucker, Kandiszucker.
  • Die „-ose“-Endungen: Dextrose, Fruktose, Glukose, Saccharose, Maltose (Malzzucker).
  • Sirupe: Glukose-Fruktose-Sirup, Maissirup, Reissirup, Agavendicksaft, Ahornsirup.
  • Andere Zusätze: Maltodextrin, Gerstenmalzextrakt, Fruchtsaftkonzentrate (oft Apfel- oder Birnendicksaft, um „ohne Kristallzucker“ werben zu können).

2. Die Nährwerttabelle („Davon Zucker“)

Tomaten enthalten von Natur aus Fruchtzucker. Eine Sauce ohne Zuckerzusatz ist also nie bei „0 g Zucker“.

  • Der Richtwert: Reine passierte Tomaten haben ca. 3 bis 5 Gramm Zucker pro 100 Gramm (natürlicher Ursprung).
  • Das Warnsignal: Liegt der Wert bei 8 Gramm, 10 Gramm oder mehr, wurde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Zucker (oder konzentrierter Fruchtsaft) hinzugefügt.

3. „Künstliche“ Süßstoffe erkennen

Wenn Sie mit „künstlichem Zucker“ eigentlich Süßstoffe (Ersatzstoffe ohne Kalorien) meinen, müssen Sie auf folgende Begriffe in der Zutatenliste achten:

  • Aspartam, Saccharin, Sucralose, Acesulfam K.
  • Zuckeraustauschstoffe: Erythrit, Xylit (Birkenzucker), Sorbit.
  • Stevia (Steviolglycoside).
  • Hinweis: Diese finden sich meist nur in speziellen „Light-“ oder „Low-Carb-Saucen“.

4. Marketing-Tricks auf dem Etikett verstehen

  • „Ohne Zuckerzusatz“: Das ist ein geschützter Begriff. Es darf kein Haushaltszucker oder Sirup zugesetzt sein. Die Sauce enthält dann nur den natürlichen Zucker der Tomaten.
  • „Weniger süß“: Das ist rechtlich vage und bedeutet oft nur, dass weniger Zucker als in einer Vergleichssauce enthalten ist – er ist aber trotzdem drin.
  • „Ohne Kristallzucker“: Ein beliebter Trick. Hier wird stattdessen oft mit Agavendicksaft, Honig oder Apfelsüße gearbeitet, was biologisch gesehen fast dasselbe wie Zucker ist.

Warum ist überhaupt Zucker in der Tomatensauce?

Hersteller nutzen Zucker aus zwei Gründen:

  1. Geschmacksverstärker: Zucker mildert die natürliche Säure der Tomaten ab und macht die Sauce „runder“.
  2. Qualitätsausgleich: Wenn minderwertige, saure Tomaten verwendet werden, kaschiert Zucker den faden Geschmack.

Tipp für den Kauf: Eine wirklich gute Tomatensauce braucht nur 3 bis 5 Zutaten: Tomaten, Olivenöl, Zwiebeln/Knoblauch, Salz und Kräuter. Erscheint „Zucker“ in der Liste, greifen Sie lieber zu einem anderen Glas oder nehmen Sie einfach reine passierte Tomaten und würzen selbst.