Woran erkennt man, ob ein Inbusschlüssel bereits zu stark abgenutzt ist?

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Einen abgenutzten Inbusschlüssel (Innensechskantschlüssel) zu erkennen, ist wichtig, um die Schraubenköpfe nicht zu beschädigen („rundzudrehen“). Sobald die Kraftübertragung nicht mehr optimal ist, riskierst du, dass die Schraube feststeckt und nur noch mit Spezialwerkzeug entfernt werden kann.

Hier sind die wichtigsten Anzeichen für Verschleiß:

1. Optische Prüfung: Abgerundete Kanten

Das deutlichste Zeichen ist die Form der Spitze.

  • Neu: Die Kanten sind scharf, präzise und bilden einen exakten 60-Grad-Winkel zueinander. Die Stirnseite ist flach.
  • Abnutzung: Die Ecken wirken „weich“ oder abgerundet. Statt eines Sechsecks nähert sich die Form langsam einem Kreis an. Oft sieht man auch glänzende, abgeschliffene Stellen an den Flanken.

2. Passgenauigkeit (Spiel in der Schraube)

Testen Sie den Schlüssel in einer neuen oder unbeschädigten Schraube:

  • Stecken Sie den Schlüssel in den Schraubenkopf.
  • Versuchen Sie, den Schlüssel hin und her zu drehen, ohne Kraft aufzuwenden.
  • Das Warnsignal: Wenn der Schlüssel spürbares „Spiel“ hat (sich also einige Millimeter drehen lässt, bevor er greift), ist er abgenutzt. Ein guter Schlüssel sitzt fast saugend und ohne Wackeln in der Schraube.

3. Torsionsspuren (Verdrehung)

Besonders bei kleineren Größen (1,5 mm bis 4 mm) oder günstigen Materialien kann sich der Schaft des Schlüssels in sich verdrehen.

  • Halten Sie den Schlüssel gegen das Licht. Wenn die Längskanten nicht mehr gerade verlaufen, sondern eine leichte Spirale bilden, ist das Metall ermüdet. Der Schlüssel kann jederzeit abbrechen oder aus der Schraube rutschen.

4. Absplitterungen oder Gratbildung

  • Untersuchen Sie die Spitze auf kleine Metallabsplitterungen (Pitting) oder Grate, die an den Seiten hervorstehen. Dies passiert oft bei gehärteten Schlüsseln, die spröde geworden sind. Solche Grate beschädigen die Innenwände der Schraube.

5. Durchrutschen unter Last

  • Wenn der Schlüssel beim Versuch, eine Schraube festzuziehen oder zu lösen, „springt“ oder kurzzeitig den Halt verliert, ist er definitiv reif für die Tonne. Benutzen Sie ihn in diesem Fall sofort nicht mehr weiter, da sonst der Schraubenkopf unwiderruflich zerstört wird.

Profi-Tipp: Den Inbusschlüssel „retten“

Wenn es sich um einen klassischen L-förmigen Winkelschlüssel handelt, kannst du ihn oft reparieren:

  1. Spann den Schlüssel in einen Schraubstock ein.
  2. Flexe oder säge das abgenutzte Ende (ca. 3–5 mm) sauber und gerade ab.
  3. Entgrate die neuen Kanten leicht mit einer Feile oder am Schleifbock.
  4. Nun hast du wieder ein frisches, scharfkantiges Profil mit vollem Grip.

Hinweis: Dies funktioniert nur bei massiven Stahlschlüsseln, nicht bei Schlüsseln mit Kugelkopf am langen Ende (der Kugelkopf lässt sich nicht nachschleifen).

Fazit

Investiere lieber in einen Satz hochwertiger Inbusschlüssel (z. B. aus Chrom-Vanadium-Stahl oder S2-Werkzeugstahl). Billiges Werkzeug ist oft aus zu weichem Metall gefertigt, nutzt sich extrem schnell ab und verursacht durch beschädigte Schrauben am Ende höhere Kosten als ein Profi-Set.

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