Woran erkennt man minderwertige Blumenerde bereits beim Kauf?

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Minderwertige Blumenerde sieht im Sack oft erst einmal gleich aus, doch es gibt klare Indizien, an denen du bereits im Gartencenter oder Baumarkt erkennen kannst, ob die Qualität stimmt.

Hier sind die wichtigsten Punkte, auf die du beim Kauf achten solltest:

1. Die Lagerung (Der erste Blick)

  • Draußen im Regen: Wenn die Erdsäcke ungeschützt im Freien liegen und vielleicht sogar schon Algen am Plastik ansetzen, ist Vorsicht geboten. Die Erde saugt sich durch die Belüftungslöcher mit Wasser voll. Das führt dazu, dass Nährstoffe ausgewaschen werden und die Erde im Sack zu faulen oder zu schimmeln beginnen kann.
  • Pralle Sonne: UV-Strahlung macht die Plastiksäcke spröde und lässt die Erde im Inneren überhitzen, was die nützlichen Mikroorganismen abtöten kann.

2. Das Gewicht und die Haptik (Der „Fühltest“)

  • Extrem schwer: Ein Sack, der sich bleischwer anfühlt, ist oft klatschnass. Das deutet auf schlechte Lagerung oder einen sehr hohen Anteil an einfachem Kompost hin, der zur Verdichtung neigt.
  • Fremdkörper ertasten: Drücke den Sack an verschiedenen Stellen fest zusammen. Spürst du viele harte Äste, dicke Holzstücke oder gar Steine? Hochwertige Erde ist fein gesiebt. Grobe Holzstücke sind oft ein Zeichen für „frischen“ Kompost, der im Topf weiter verrottet und dabei den Pflanzen den Stickstoff raubt.
  • Struktur: Gute Erde sollte sich elastisch anfühlen. Wenn du sie durch den Sack drückst, sollte sie leicht nachgeben und wieder in Form kommen (wie ein Schwamm), anstatt zu einem harten Klumpen zu verbacken.

3. Die Deklaration (Das Kleingedruckte)

Schau auf die Rückseite des Sacks. Dort müssen die Inhaltsstoffe stehen:

  • Zusammensetzung: Billigerde besteht oft fast nur aus Hochmoortorf (ökologisch bedenklich) oder groben Holzfasern. Hochwertige Erde enthält eine Mischung aus Torf (oder Torfersatz wie Kokosmark), Grünschnittkompost, Rindenhumus und Tongranulat (zur Wasserspeicherung).
  • Stickstoff-Gehalt: Wenn die Erde sehr viele Holzfasern hat, aber kaum Dünger zugesetzt wurde, werden deine Pflanzen schnell gelb, weil das Holz beim Zersetzen den Stickstoff verbraucht.
  • Salzgehalt: Ein zu hoher Salzgehalt (oft bei billigem Kompost) verbrennt die feinen Wurzeln der Pflanzen.

4. Zertifikate und Siegel

  • RAL-Gütezeichen: Das ist das wichtigste Merkmal in Deutschland. Erden mit dem RAL-Gütezeichen Substrate für Pflanzen unterliegen einer ständigen Kontrolle. Sie sind garantiert frei von Unkrautsamen und pflanzenschädigenden Stoffen und haben eine stabile Struktur.
  • Bio-Siegel: Bei Bio-Erden wird auf Torf verzichtet oder der Anteil stark reduziert. Achte hier besonders darauf, dass die Struktur nicht zu faserig ist.

5. Der Preis als Indikator

Qualität hat ihren Preis. Eine 40-Liter-Tüte für unter 2 oder 3 Euro kann kaum hochwertige Inhaltsstoffe oder Langzeitdünger enthalten. Oft handelt es sich dabei um minderwertigen, grob gesiebten Kompost oder reinen Torf ohne Nährstoffpuffer.

Zusammenfassung: Worauf du achten solltest

  • Sack ist trocken und unbeschädigt.
  • Keine dicken Äste oder Steine spürbar.
  • RAL-Gütezeichen vorhanden.
  • Angaben zu Nährstoffen und pH-Wert sind klar deklariert.

Ein Tipp nach dem Kauf: Wenn du den Sack zu Hause öffnest und dir ein muffiger, fauliger Geruch entgegenschlägt oder du weiße Schimmelrasen siehst, solltest du die Erde umtauschen. Auch wenn die Erde beim Gießen das Wasser gar nicht aufnimmt, sondern es einfach oben stehen bleibt, ist die Qualität mangelhaft.

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