Woran erkennt man, dass ein Akku verschlissen ist oder getauscht werden muss?
Dass ein Akku (egal ob im Smartphone, Laptop, E-Bike oder Auto) verschlissen ist, kündigt sich meist durch eine Kombination aus chemischen und physischen Symptomen an.
Hier sind die wichtigsten Anzeichen, unterteilt in verschiedene Kategorien:
1. Nachlassende Kapazität (Die Laufzeit)
Das ist das offensichtlichste Anzeichen:
- Kürzere Intervalle: Du musst das Gerät deutlich häufiger laden als früher, obwohl du es nicht intensiver nutzt.
- Plötzliche Sprünge: Die Anzeige springt innerhalb weniger Minuten von z. B. 30 % auf 10 % oder das Gerät schaltet sich bei 15 % einfach komplett aus.
- Lange Ladezeiten / Ungewöhnlich schnelles Laden: Wenn ein Akku sehr schnell "voll" anzeigt, aber genauso schnell wieder leer ist, deutet das auf einen hohen Innenwiderstand und Kapazitätsverlust hin.
2. Leistungseinbußen (Performance)
Moderne Elektronik drosselt oft die Leistung, um einen schwachen Akku zu schonen und Abstürze zu verhindern:
- Ruckeln und Langsamkeit: Das Betriebssystem (besonders bei iPhones bekannt) wird langsamer, Apps öffnen verzögert.
- Abstürze bei Last: Wenn du eine leistungsintensive App startest (z. B. Kamera oder ein Spiel) oder es draußen kalt ist, geht das Gerät einfach aus. Ein alter Akku kann die benötigten Spannungsspitzen nicht mehr liefern.
3. Physische Warnsignale (Gefahr!)
Diese Anzeichen sind kritisch und erfordern sofortiges Handeln:
- Aufblähen (Blown Battery): Der Akku dehnt sich aus. Man erkennt es daran, dass sich das Display hochdrückt, das Gehäuse verformt oder Spalte entstehen. Achtung: Ein aufgeblähter Akku ist eine Brandgefahr! Nicht mehr laden und fachgerecht entsorgen.
- Starke Hitzeentwicklung: Das Gerät wird beim Laden oder bei normaler Nutzung ungewöhnlich heiß.
4. Software-Diagnose (So prüfst du es genau)
Die meisten modernen Geräte bieten Tools an, um den "Gesundheitszustand" (State of Health, SoH) auszulesen:
- iPhone (iOS): Unter Einstellungen > Batterie > Batteriezustand & Ladevorgang. Ein Wert unter 80 % gilt als kritisch; hier empfiehlt Apple meist einen Austausch.
- Android: Es gibt oft kein direktes Menü. Apps wie "AccuBattery" können über einige Ladezyklen hinweg den Zustand schätzen. Alternativ gibt es Codes für das Telefon-Tastenfeld (z. B.
*#*#4636#*#*), die aber nicht bei allen Herstellern funktionieren. - Laptop (Windows): Öffne die Eingabeaufforderung (CMD) als Administrator und tippe
powercfg /batteryreportein. Die generierte HTML-Datei zeigt dir die "Design Capacity" im Vergleich zur "Full Charge Capacity". - MacBook: Unter Systemeinstellungen > Batterie > Batteriezustand.
- E-Auto / E-Bike: Hier hilft meist nur das Auslesen des Fehlerspeichers oder des Batteriemanagementsystems (BMS) durch den Fachhändler.
5. Besonderheit: Autobatterie (Starterbatterie)
Bei herkömmlichen Verbrennern merkst du es so:
- Der Anlasser dreht sich beim Starten nur mühsam ("Leiern").
- Die Kontrollleuchten im Cockpit flackern beim Startversuch.
- Das "Magische Auge" (falls vorhanden) an der Batterie ist nicht mehr grün, sondern schwarz oder weiß.
Zusammenfassung: Wann tauschen?
- Bei Verformung: Sofort!
- Bei plötzlichem Ausschalten: Sehr bald, da die Zuverlässigkeit nicht mehr gegeben ist.
- Bei Kapazität unter 80 %: Wenn es dich im Alltag stört.
- Bei Hitze: Wenn das Gerät beim Laden so heiß wird, dass man es kaum anfassen kann.
Tipp: Um die Lebensdauer zu verlängern, versuche den Akku meist im Bereich zwischen 20 % und 80 % zu halten und extreme Hitze oder Kälte zu vermeiden.