Lässt sich der Akku bei gängigen Akkusaugern bei Defekt oder für längeres Saugen einfach austauschen?
Die kurze Antwort lautet: Ja, bei den meisten modernen Markengeräten ist das möglich – aber es gibt große Unterschiede in der Handhabung.
Man muss hier grundsätzlich zwischen drei Kategorien unterscheiden:
1. Click-Systeme (Echter Wechselakku)
Diese Modelle sind darauf ausgelegt, dass man den Akku sekundenschnell ohne Werkzeug austauscht.
- Zweck: Sowohl für den Austausch bei Defekt als auch für die Verlängerung der Laufzeit (man hat einen zweiten geladenen Akku bereitliegen).
- Gängige Marken:
- Bosch (besonders die "Unlimited"-Serie, die Akkus aus dem Werkzeugbereich nutzt).
- Dyson (neuere Modelle ab dem V11, V12, V15 haben oft einen roten Knopf zum Entriegeln).
- Samsung (Jet-Serie).
- Shark und Tineco.
- Vorteil: Maximale Flexibilität. Wenn der Akku leer ist, klickt man den nächsten rein und saugt weiter.
2. Verschraubte Akkus (Austauschbar, aber nicht für den schnellen Wechsel)
Bei vielen (vor allem älteren oder günstigeren) Modellen ist der Akku fest im Griff verbaut, aber mit Schrauben gesichert.
- Zweck: Nur für den Austausch bei Defekt.
- Gängige Marken: Ältere Dyson-Modelle (V6, V7, V8, V10). Hier muss man meist 2 bis 3 Schrauben lösen.
- Nachteil: Das dauert 2 bis 5 Minuten. Es ist völlig unpraktisch, dies während des Saugens zu tun, nur um die Laufzeit zu verlängern. Als Ersatzteil-Lösung ist es jedoch sehr nachhaltig.
3. Fest verbaute Akkus (Nicht wechselbar)
Bei sehr günstigen Akkusaugern oder manchen älteren Handstaubsaugern ist der Akku fest verklebt oder verlötet.
- Nachteil: Wenn der Akku nach 2 bis 3 Jahren an Kapazität verliert, ist das gesamte Gerät oft ein Fall für den Elektroschrott. Dies wird jedoch aufgrund neuer EU-Richtlinien immer seltener.
Was Sie beim Kauf beachten sollten:
- Das Ökosystem (Beispiel Bosch): Bosch nutzt bei der "Green Power for All"-Serie dieselben Akkus wie für ihre Akkuschrauber und Gartengeräte. Das ist ideal, da man die Akkus untereinander tauschen kann.
- Kosten für Ersatzakkus: Original-Akkus (besonders von Dyson oder Vorwerk) sind teuer (oft 80 bis 150 Euro). Prüfen Sie vor dem Kauf, was ein Zweitakku kostet.
- EU-Verordnung: Die EU hat eine neue Batterieverordnung verabschiedet, die vorschreibt, dass Akkus in Elektrogeräten in Zukunft für Endnutzer einfacher entnehmbar und austauschbar sein müssen. Der Trend geht also klar zum Click-System.
Fazit
Wenn Sie ein großes Haus haben und länger saugen wollen, achten Sie beim Kauf explizit auf das Wort "Wechselakku" oder "Click-In-Akku". Nur dann macht das Arbeiten mit einem Zweitakku Sinn. Wenn es Ihnen nur um die Reparierbarkeit geht, reicht es oft schon, wenn der Akku verschraubt und als Ersatzteil erhältlich ist.