Was kann man tun, wenn der Akku des Akkuschraubers nicht mehr lädt?

Melden

Wenn der Akku deines Akkuschraubers nicht mehr lädt, kann das verschiedene Ursachen haben – von einfachen Kontaktproblemen bis hin zu einem Defekt der Akkuzellen.

Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, was du tun kannst:

1. Die Grundlagen prüfen

  • Steckdose kontrollieren: Klingt banal, aber teste das Ladegerät an einer anderen Steckdose.
  • Temperatur checken: Moderne Lithium-Ionen-Akkus haben einen Schutzmechanismus. Ist der Akku zu heiß (direkt nach der Arbeit) oder zu kalt (Lagerung in der Garage im Winter), verweigert das Ladegerät den Dienst.
    • Lösung: Akku für 1–2 Stunden bei Zimmertemperatur akklimatisieren lassen.

2. Kontakte reinigen

Oft verhindern Staub, Fett oder leichte Korrosion den Stromfluss.

  • Vorgehensweise: Reinige die Metallkontakte am Akku und am Ladegerät vorsichtig mit einem trockenen Tuch, einem Wattestäbchen oder etwas Isopropanol (Reinigungsalkohol).
  • Prüfung: Schau nach, ob die Kontakte verbogen sind oder nicht mehr richtig federn.

3. Das Ladegerät testen

Manchmal liegt es gar nicht am Akku, sondern am Ladegerät.

  • Zweit-Akku: Hast du einen zweiten Akku? Wenn dieser lädt, ist das Ladegerät okay. Wenn beide nicht laden, ist das Ladegerät defekt.
  • Anzeige-LEDs: Achte auf die Blinkcodes des Ladegeräts. In der Bedienungsanleitung steht oft, was "schnelles rotes Blinken" oder "Dauerleuchten" bedeutet (z. B. "Akku defekt" oder "Warten auf Abkühlung").

4. Tiefentladung (Das häufigste Problem)

Wenn ein Akku lange leer herumliegt, sinkt die Spannung unter einen kritischen Wert. Das intelligente Ladegerät erkennt den Akku dann aus Sicherheitsgründen nicht mehr als "vorhanden" oder meldet ihn als "defekt".

  • Der "Trick" (für Erfahrene): Manchmal kann man den Akku "anschubsen". Dabei verbindet man den defekten Akku für nur wenige Sekunden (ca. 10–30 Sek.) parallel mit einem baugleichen, vollen Akku (Plus an Plus, Minus an Minus). Das hebt die Spannung des leeren Akkus gerade so weit an, dass das Ladegerät ihn wieder erkennt.
  • Achtung: Das ist riskant! Bei falscher Polung oder zu langem Kontakt besteht Brandgefahr. Nur machen, wenn man weiß, was man tut.

5. Reset-Funktion (bei smarten Akkus)

Manche modernen Akkus (z. B. von Bosch, Makita oder Milwaukee) haben eine interne Elektronik, die den Akku bei einem Fehler "sperrt".

  • Manchmal hilft es, den Knopf für die Kapazitätsanzeige am Akku mehrmals hintereinander zu drücken oder den Akku mehrfach kurz hintereinander in das Ladegerät ein- und auszustecken.

6. Zellen austauschen (Zellentausch)

Wenn der Akku alt ist (über 5 Jahre), sind oft einzelne Zellen im Inneren chemisch am Ende.

  • Es gibt professionelle Anbieter ("Akkuman" etc.), die das Gehäuse öffnen und neue, hochwertige Zellen einlöten. Das ist oft günstiger als ein neuer Original-Akku und nachhaltiger.
  • Vorsicht: Öffne den Akku nicht selbst, wenn du keine Erfahrung mit Elektronik hast. Kurzschlüsse bei Li-Ion-Akkus können heftige Brände verursachen.

Wann du den Akku entsorgen solltest:

  • Wenn das Gehäuse aufgebläht oder verformt ist.
  • Wenn der Akku beim Ladeversuch extrem heiß wird oder merkwürdig riecht.
  • Wenn Flüssigkeit austritt.

Wichtig: Akkus niemals in den Hausmüll werfen! Bring sie zum Wertstoffhof oder in den nächsten Baumarkt zur Sammelbox.

Mein Tipp: Wenn es sich um ein Markengerät handelt, lohnt sich oft ein Nachbau-Akku von Drittanbietern (z.B. von Firmen wie Patona oder Weiss), die deutlich günstiger sind als die Originale, aber oft eine ähnliche Qualität bieten.

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