Wie wirkt sich Feuchtigkeit auf die Dämmleistung von Mineralwolle aus und kann das Material schimmeln?
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Feuchtigkeit hat einen erheblichen Einfluss auf Mineralwolle (Glaswolle und Steinwolle), sowohl was die physikalischen Eigenschaften als auch die Langlebigkeit der Dämmung betrifft.
Hier ist die detaillierte Aufschlüsselung:
1. Auswirkung auf die Dämmleistung
Mineralwolle dämmt deshalb so gut, weil in den Zwischenräumen der feinen Fasern stehende Luft eingeschlossen ist. Luft ist ein schlechter Wärmeleiter.
- Verdrängung der Luft: Wenn Feuchtigkeit in die Mineralwolle eindringt, ersetzt das Wasser die Luft in den Poren. Da Wasser Wärme etwa 25-mal besser leitet als Luft, bricht der Dämmwert drastisch ein. Schon eine geringe Durchfeuchtung kann die Dämmwirkung um 50 % oder mehr reduzieren.
- Kapillareffekt: Mineralwolle ist meist hydrophobiert (wasserabweisend imprägniert), um das Aufsaugen von flüssigem Wasser zu verhindern. Dennoch kann Wasserdampf (durch Diffusion) eindringen und kondensieren, wenn der Taupunkt innerhalb der Dämmung unterschritten wird.
- Strukturverlust: Wenn Mineralwolle über längere Zeit nass ist, kann sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammensacken. Dadurch entstehen Hohlräume in der Dämmschicht (Wärmebrücken), die auch nach dem Trocknen bestehen bleiben.
2. Kann Mineralwolle schimmeln?
Hier muss man zwischen dem Material selbst und äußeren Einflüssen unterscheiden:
- Das Material (Anorganisch): Mineralwolle besteht aus Stein oder Glas. Diese Materialien sind anorganisch und bieten Schimmelpilzen keine Nahrungsgrundlage. Die Fasern selbst können also nicht "verfaulen" oder verschimmeln.
- Verschmutzung als Nährboden: Schimmel kann jedoch auf der Mineralwolle wachsen, wenn diese mit organischen Stoffen verunreinigt ist. Das können Staub, Pollen oder Hautschuppen sein, die sich im Laufe der Jahre in den Fasern verfangen haben. In Verbindung mit Feuchtigkeit bietet dieser "Dreck" einen idealen Nährboden.
- Angrenzende Bauteile: Das größere Problem ist meist nicht der Schimmel in der Wolle, sondern der Schimmel an den angrenzenden Bauteilen (z. B. Holzsparren, Gipskartonplatten). Die feuchte Mineralwolle hält die Feuchtigkeit direkt am Holz oder Papier. Da diese Materialien organisch sind, schimmeln und rotten sie sehr schnell weg.
3. Was passiert, wenn Mineralwolle nass geworden ist?
- Kurzzeitige Feuchtigkeit: Wenn die Wolle während der Bauphase kurzzeitig etwas Regen abbekommt und danach vollständig und zügig austrocknen kann, bleibt die Dämmleistung meist erhalten.
- Langzeitige Feuchtigkeit (Kondensat): Wenn durch eine fehlerhafte Dampfbremse ständig Feuchtigkeit in die Dämmung zieht, muss das Material in der Regel ausgetauscht werden. Einmal durchfeuchtete Mineralwolle trocknet aufgrund ihrer dichten Faserstruktur im eingebauten Zustand nur sehr langsam oder gar nicht mehr aus.
Zusammenfassung & Tipps:
- Dampfbremse ist Pflicht: Um die Dämmleistung zu schützen, muss auf der warmen Seite (innen) eine korrekt verklebte Dampfbrems- oder Dampfsperrfolie angebracht werden.
- Trockener Einbau: Dämmung niemals in feuchtem Zustand einbauen oder Regen aussetzen.
- Hinterlüftung beachten: Je nach Dachkonstruktion muss sichergestellt sein, dass eventuelle Restfeuchtigkeit nach außen abgeführt werden kann (diffusionsoffene Unterspannbahn).
Fazit: Mineralwolle selbst schimmelt kaum, verliert aber bei Nässe fast ihre komplette Schutzwirkung gegen Kälte und begünstigt Schimmelbildung an umliegenden Holz- oder Gipskonstruktionen.