Wie wirkt sich der Konsum von Zigarren auf die Entstehung von Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs aus?

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Der Konsum von Zigarren hat einen erheblichen und wissenschaftlich belegten Einfluss auf die Entstehung von Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich, insbesondere auf Mundhöhlenkrebs und Kehlkopfkrebs.

Obwohl viele Zigarrenraucher glauben, dass ihr Risiko geringer sei, weil sie den Rauch meist nicht inhalieren („paffen“), ist das Gegenteil der Fall: Das Risiko für Krebserkrankungen der oberen Atem- und Speisewege ist bei Zigarrenrauchern ähnlich hoch wie bei Zigarettenrauchern, in einigen Bereichen sogar höher.

Hier sind die Details zur Wirkungsweise:

1. Hohe Konzentration an Schadstoffen

Zigarren enthalten oft mehr Tabak als Zigaretten. Ein einziger großer Zigarillo oder eine Zigarre kann so viel Tabak enthalten wie eine ganze Packung Zigaretten.

  • Nitrosamine: Zigarren weisen aufgrund des Fermentationsprozesses des Tabaks eine wesentlich höhere Konzentration an tabakspezifischen Nitrosaminen auf – dies sind hochgradig krebserregende Stoffe.
  • Teer und Giftstoffe: Beim Verbrennen entstehen große Mengen an Teer, Kohlenmonoxid und Stickoxiden.

2. Der Mechanismus in der Mundhöhle (Mundhöhlenkrebs)

Zigarrenrauch ist im Gegensatz zu Zigarettenrauch meist alkalisch (basisch). Dies hat zur Folge, dass das Nikotin bereits über die Mundschleimhaut aufgenommen werden kann, ohne dass der Rauch eingeatmet werden muss.

  • Lange Verweildauer: Da eine Zigarre oft 30 bis 90 Minuten geraucht wird, ist die Mundschleimhaut den Karzinogenen über einen sehr langen Zeitraum intensiv ausgesetzt.
  • Direkter Kontakt: Die Giftstoffe lösen sich im Speichel und wirken direkt auf die Schleimhautzellen ein, was zu Mutationen in der DNA und schließlich zur Tumorbildung führen kann.

3. Auswirkungen auf den Kehlkopf (Kehlkopfkrebs)

Obwohl viele Zigarrenraucher nicht tief inhalieren, gelangt der Rauch dennoch in den Rachenraum und an den Kehlkopf.

  • Sekundäre Inhalation: Auch beim Paffen werden Rauchgase unbewusst eingeatmet oder gelangen über den Nasen-Rachen-Raum an den Kehlkopf.
  • Schädigung der Stimmlippen: Die heißen Gase und chemischen Reizstoffe führen zu chronischen Entzündungen der Kehlkopfschleimhaut, was die Entstehung von Karzinomen begünstigt.
  • Inhalierer: Wer Zigarrenrauch inhaliert (was bei ehemaligen Zigarettenrauchern häufiger vorkommt), erhöht sein Risiko für Kehlkopf- und Lungenkrebs massiv (bis zu dem 20-fachen Risiko gegenüber Nichtrauchern).

4. Der Synergieeffekt mit Alkohol

Ein besonders kritischer Faktor beim Zigarrenkonsum ist der häufige gleichzeitige Genuss von Alkohol.

  • Alkohol wirkt als Lösungsmittel. Er macht die Schleimhäute im Mund und Rachen durchlässiger für die krebserregenden Stoffe aus dem Tabakrauch.
  • Studien zeigen, dass das Krebsrisiko bei kombiniertem Konsum von Tabak und Alkohol nicht nur addiert wird, sondern sich potenziert (multipliziert).

5. Das Risiko im Vergleich

Statistiken zeigen:

  • Zigarrenraucher haben ein 7- bis 10-fach höheres Risiko für Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs im Vergleich zu Nichtrauchern.
  • Das Risiko korreliert direkt mit der Anzahl der gerauchten Zigarren pro Tag und der Tiefe der Inhalation.

Fazit

Die Annahme, Zigarrenrauchen sei eine „sichere“ Form des Tabakkonsums, ist ein gefährlicher Trugschluss. Die hohe Konzentration an Karzinogenen und die lange Kontaktzeit mit der Mund- und Rachenschleimhaut machen Zigarren zu einem Hauptrisikofaktor für Krebserkrankungen der Mundhöhle und des Kehlkopfes.

Hinweis: Wenn Sie Veränderungen im Mundraum (weiße Flecken, nicht heilende Stellen) oder anhaltende Heiserkeit (länger als 3 Wochen) bemerken, sollten Sie umgehend einen Arzt (HNO oder Zahnarzt) aufsuchen.

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