Wie vermeidet man Spaltbildungen zwischen Holzbauteilen bei der Nutzung von Winkelverbindern?
Spaltbildungen zwischen Holzbauteilen bei der Verwendung von Winkelverbinder sind ein häufiges Problem, das meist durch Schwindverhalten des Holzes, falsche Montage oder ungeeignete Befestigungsmittel entsteht.
Hier sind die wichtigsten Strategien, um Spalten dauerhaft zu vermeiden:
1. Verwendung von trockenem Holz
Dies ist der wichtigste Faktor. Holz „arbeitet“. Wenn Sie frisches, feuchtes Bauholz verwenden, zieht es sich beim Trocknen zusammen (Schwinden).
- Lösung: Verwenden Sie technisch getrocknetes Holz wie KVH (Konstruktionsvollholz) oder BSH (Brettschichtholz). Diese haben eine definierte Restfeuchte (ca. 15 % +/- 3 %), wodurch nachträgliche Spaltbildungen durch Trocknung minimiert werden.
2. Bauteile vorspannen (Zwingen nutzen)
Verlassen Sie sich niemals darauf, dass der Winkel oder die Schraube die Bauteile zusammenzieht.
- Lösung: Pressen Sie die Holzbauteile vor dem Festschrauben mit Schraubzwingen oder einem Konstruktionsspanner fest zusammen. Erst wenn der Spalt auf Null gedrückt ist, werden die Schrauben oder Nägel gesetzt.
3. Die richtige Wahl der Befestigungsmittel
Normale Spanplattenschrauben sind für Winkelverbinder oft ungeeignet, da ihr Kopf nicht exakt in die Bohrung passt oder sie zu wenig Zugkraft entwickeln.
- Lösung: Verwenden Sie spezielle Winkelverbinderschrauben (CNA-Schrauben) oder Kammnägel (Ankernägel).
- Diese haben unter dem Kopf eine Verstärkung, die das Loch im Stahlwinkel exakt ausfüllt.
- Dadurch wird ein Verrutschen des Winkels im Millimeterbereich (was später als Spalt sichtbar wird) verhindert.
4. Die "Zieh-Technik" beim Verschrauben
Man kann die Physik nutzen, um das Holz während der Montage aktiv heranzuziehen:
- Ankerreihenfolge: Befestigen Sie den Winkel zuerst an dem Bauteil, das stabil steht (z.B. der Pfosten). Drücken Sie dann das anzuschließende Bauteil (z.B. den Riegel) fest an.
- Versetztes Schrauben: Wenn Sie die Schrauben im anzuschließenden Bauteil minimal (ca. 1-2 mm) versetzt zur Mitte des Langlochs in Richtung der Fuge ansetzen, zieht die Schraube beim Versenken des Kopfes das Holz in die Ecke des Winkels.
5. Verstärkte Winkel verwenden (Sicken)
Einfache, dünne Blechwinkel können sich unter Last leicht aufbiegen, was zu einem Spalt führt.
- Lösung: Nutzen Sie Winkelverbinder mit Sicke (einer eingepressten Verstärkungsrippe in der Beuge). Diese sind wesentlich formstabiler und verhindern, dass sich der Winkel unter dem Druck oder Zug des Holzes weitet.
6. Vollausnagelung vs. Teilausnagelung
Oft werden nur zwei Schrauben pro Schenkel gesetzt. Das reicht statisch oft aus, lässt dem Holz aber Raum, sich zu verwinden.
- Lösung: Eine Vollausnagelung (alle Löcher belegen) macht die Verbindung steifer und verhindert, dass sich das Holz verdreht oder wegwandert. Beachten Sie dabei die herstellerspezifischen Zulassungen (ETA-Datenblätter).
7. Hirnholz-Problematik beachten
Schrauben in das Hirnholz (die Stirnseite) haben weniger Auszugswiderstand als Schrauben quer zur Faser.
- Lösung: Wenn möglich, den Winkel so platzieren, dass die Hauptlast oder die Befestigung nicht ausschließlich im Hirnholz sitzt, oder längere Spezialschrauben verwenden, die tief genug greifen.
Zusammenfassung für die Praxis:
- KVH kaufen.
- Bauteile mit Zwingen lückenlos fixieren.
- Winkelverbinderschrauben statt normaler Senkkopfschrauben nutzen.
- Winkel mit Sicke wählen.
Wenn diese Punkte beachtet werden, bleibt die Verbindung auch nach Jahren noch dicht.