Wie vermeidet man einen künstlichen oder säuerlichen Nachgeschmack bei günstiger Aufbackware?

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Günstige Aufbackbrötchen oder Baguettes aus dem Supermarkt haben oft einen spezifischen chemischen oder leicht säuerlichen Beigeschmack. Das liegt meist an Konservierungsstoffen (wie Essigsäure oder Calciumpropionat), künstlichen Aromen oder Enzymen, die den Teig maschinengängig machen.

Hier sind die effektivsten Strategien, um diesen Geschmack loszuwerden oder zu überdecken:

1. Feuchtigkeit ist der Schlüssel (Das "Abwaschen")

Der künstliche Geruch und Geschmack konzentriert sich oft an der Oberfläche.

  • Abspülen: Halte die Brötchen kurz unter fließendes Wasser oder bestreiche sie großzügig mit einem Backpinsel und Wasser. Das wäscht oberflächliche Rückstände ab und sorgt zudem für eine deutlich knusprigere Kruste.
  • Wasserdampf im Ofen: Stelle eine feuerfeste Schale mit heißem Wasser unten in den Ofen. Der Dampf hilft, die flüchtigen Säuren während des Backens zu binden und abzuführen.

2. Die richtige Backtemperatur (Maillard-Reaktion)

Oft sind die Zeitangaben auf der Packung zu kurz oder die Temperatur zu niedrig. Ein blasses Brötchen schmeckt eher nach dem rohen, industriellen Teig.

  • Höhere Hitze: Backe die Brötchen lieber 20 Grad heißer als angegeben (z.B. 200°C statt 180°C), aber dafür etwas kürzer.
  • Richtig kross werden lassen: Erst wenn die Kruste goldbraun ist, entstehen durch die Maillard-Reaktion Röstaromen, die den faden oder säuerlichen Industriegeschmack überlagern.

3. Fett als Geschmacksträger nutzen

Fett neutralisiert Säure und bindet künstliche Aromen.

  • Butter-Kur: Bestreiche die Brötchen direkt nach dem Backen (wenn sie noch heiß sind) mit einem Stück Butter oder Olivenöl. Das gibt ihnen ein "echtes" Aroma.
  • Kräuteröl: Wenn der Eigengeschmack besonders schlimm ist, hilft ein schnelles Bestreichen mit Knoblauch- oder Kräuteröl vor dem Backen.

4. Nachbearbeitung (Der "Toaster-Trick")

Wenn die Brötchen fertig gebacken sind und immer noch künstlich riechen:

  • Aufschneiden und Toasten: Schneide das Brötchen auf und lege die Hälften kurz auf den Toaster oder in eine Pfanne mit etwas Butter. Die direkte Hitze auf die Krume (das Innere) verändert das Geschmacksprofil sofort weg vom "Tüten-Aroma".

5. Gewürze hinzufügen

  • Bestreue die angefeuchteten Brötchen vor dem Backen mit grobem Meersalz, Kümmel, Sesam oder Mohn. Diese starken Eigenaromen lenken die Geschmacksknospen vom industriellen Beigeschmack ab.

6. Richtig auskühlen lassen

  • Lasse die Brötchen nach dem Backen nicht in der Nähe der Plastikverpackung liegen. Lege sie auf ein Gitter, damit sie von allen Seiten ausdampfen können. Viele der flüchtigen "Chemie-Gerüche" verfliegen in den ersten 5 Minuten nach dem Backen.

7. Beim Kauf auf die Zutatenliste achten (Prävention)

Nicht alle günstigen Aufbackwaren sind gleich.

  • Vermeide Produkte, auf denen explizit "Essig" oder "Säuerungsmittel" weit vorne stehen.
  • Suche nach Packungen mit der Aufschrift "Steinofen" – diese sind oft schon einmal heißer angebacken worden, was den faden Teiggeschmack reduziert.
  • Bio-Aufbackbrötchen: Selbst die günstigen Eigenmarken (z.B. von Aldi, Lidl oder dm) verzichten aufgrund der Bio-Verordnung auf viele technische Enzyme und chemische Konservierer. Sie schmecken oft deutlich natürlicher.

Zusammenfassend: Kräftig nass machen, heiß und dunkelbraun backen und mit etwas Butter veredeln – so schmeckt fast jedes 15-Cent-Brötchen wie vom Handwerksbäcker.