Wie verhindert man, dass Fasern oder Fusseln der Kompresse in die Wunde gelangen?

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Um zu verhindern, dass Fasern oder Fusseln einer Kompresse in eine Wunde gelangen und dort Verklebungen oder Entzündungen verursachen, gibt es mehrere bewährte Methoden und Materialien.

Hier sind die wichtigsten Tipps:

1. Die Wahl des richtigen Materials

Herkömmliche Mullkompressen (aus gewebtem Stoff) neigen am stärksten zum Fusseln, da sie lose Fadenenden haben.

  • Vliesstoffkompressen: Diese sind deutlich fusselärmer als klassische Mullkompressen. Sie bestehen aus verpressten Fasern und haben keine Webkanten, die ausfransen.
  • Beschichtete Kompressen (z.B. aluminisiert): Es gibt spezielle Kompressen (bekannt unter Markennamen wie Metalline), die eine glatte, glänzende Aluminiumbeschichtung auf der Wundseite haben. Diese verkleben nicht mit der Wunde und geben keine Fasern ab.
  • Silikonbeschichtete Auflagen: Moderne Wundauflagen mit einer Silikonschicht sind besonders sanft und hinterlassen keinerlei Rückstände.

2. Die Kompresse niemals schneiden

Ein häufiger Fehler ist das Zuschneiden von Kompressen.

  • Das Problem: Durch das Schneiden werden die Web- oder Vliesstrukturen zerstört, und an der Schnittkante lösen sich massenhaft kleine Fasern ab.
  • Die Lösung: Verwenden Sie immer die passende Größe. Wenn eine Kompresse zu groß ist, falten Sie sie lieber, anstatt sie zu schneiden. Wenn Sie schneiden müssen, sollte die Schnittkante nach oben (weg von der Wunde) zeigen und die Wunde nicht berühren.

3. Verwendung von Salbengittern (Fettgaze)

Bevor Sie die eigentliche Kompresse auflegen, können Sie ein Salbengitter (z. B. Lomatuell oder Grassolind) direkt auf die Wunde legen.

  • Dieses Gitter dient als Trennschicht. Es lässt Wundsekret durch in die Kompresse abfließen, verhindert aber, dass die Fasern der Kompresse direkt in das heilende Gewebe einwachsen.

4. Feuchte Wundversorgung

Trockene Kompressen saugen sich mit Wundflüssigkeit voll und trocknen dann aus, wodurch die Fasern mit der Wundkruste verbacken.

  • Durch den Einsatz von Wundgelen (Hydrogelen) bleibt die Wunde feucht. Die Fasern können dann nicht so leicht im Schorf festkleben.

5. Vorsicht beim Verbandswechsel

Wenn eine Kompresse bereits festklebt, sollten Sie sie niemals trocken abreißen, da sonst Fasern in der Wunde zurückbleiben und die Wunde wieder aufreißt.

  • Tipp: Tränken Sie die festklebende Kompresse großzügig mit isotonischer Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %) oder einer Wundspüllösung, bis sie sich von selbst löst.

Zusammenfassung für die Praxis:

Wenn Sie eine Wunde optimal versorgen wollen, greifen Sie zu einer Vliesstoffkompresse oder einer beschichteten Kompresse und vermeiden Sie das Zuschneiden des Materials. Bei tieferen Wunden ist ein Salbengitter als Zwischenschicht die sicherste Methode.