Wie verhindert man, dass die Haut unter einem Heftpflaster durch Feuchtigkeit aufweicht?
Das Aufweichen der Haut unter einem Pflaster nennt man in der Fachsprache Mazeration. Es passiert, wenn Schweiß oder Wundflüssigkeit nicht verdunsten können und die Hornschicht der Haut aufquellen lassen. Das macht die Haut anfällig für Keime und verlangsamt die Heilung.
Hier sind die besten Strategien, um das zu verhindern:
1. Das richtige Material wählen
Nicht alle Pflaster sind gleich. Für eine gute Belüftung sollten Sie auf die Materialwahl achten:
- Atmungsaktive Pflaster: Verwenden Sie Pflaster aus Gewebe (Textil) oder speziellem Vlies. Diese lassen Wasserdampf nach außen durch.
- Vermeiden Sie Plastikpflaster: Diese sind oft wasserdicht, schließen aber auch die Eigenfeuchtigkeit der Haut komplett ein („Okklusiv-Effekt“).
- Sensitiv-Pflaster: Diese haben oft einen hypoallergenen Kleber, der in Streifen oder Punkten aufgetragen ist, sodass dazwischen Luft an die Haut gelangt.
2. Die Haut richtig vorbereiten
Bevor das Pflaster aufgeklebt wird, muss die Stelle absolut trocken sein:
- Gründlich trocknen: Tupfen Sie die Wunde und die umliegende Haut nach dem Reinigen mit einer sterilen Kompresse oder einem sauberen Tuch vorsichtig trocken.
- Keine fettigen Salben: Tragen Sie Cremes oder Salben nur direkt auf die Wunde auf, nicht auf die Hautstelle, wo der Klebestreifen des Pflasters hinkommt. Fett verhindert die Atmung der Haut zusätzlich.
3. Regelmäßiger Wechsel
Ein Pflaster sollte nicht länger als nötig auf der Haut bleiben:
- Täglich wechseln: Spätestens nach 24 Stunden sollte ein normales Pflaster gewechselt werden.
- Sofortiger Wechsel bei Nässe: Wenn das Pflaster beim Händewaschen oder Duschen nass geworden ist, sollten Sie es sofort durch ein trockenes ersetzen. Feuchtigkeit von außen beschleunigt das Aufweichen extrem.
- Luftpausen: Gönnen Sie der Haut beim Wechseln einige Minuten Pause ohne Pflaster (sofern die Wunde geschützt ist), damit die Feuchtigkeit verdunsten kann.
4. Hautschutzsprays oder Barrierefilme
Es gibt in der Apotheke sogenannte Hautschutzsprays (alkoholfrei). Diese bilden einen hauchdünnen, atmungsaktiven Film auf der Haut.
- Sie schützen die Haut vor der Feuchtigkeit unter dem Pflaster.
- Sie verhindern gleichzeitig, dass die Haut beim Abziehen des Pflasters gereizt wird.
5. Die richtige Größe
Verwenden Sie ein Pflaster, das nur so groß wie nötig ist. Je mehr gesunde Haut abgeklebt wird, desto mehr Fläche kann aufweichen. Wenn möglich, nutzen Sie nur einen kleinen Klebestreifen oder fixieren Sie eine Kompresse mit einem atmungsaktiven Fixiervlies (z. B. Hypafix oder Fixomull), da diese sehr luftdurchlässig sind.
Sonderfall: Hydrokolloid-Pflaster (Blasenpflaster)
Diese Pflaster funktionieren absichtlich nach dem Prinzip der feuchten Wundheilung. Sie lassen die Haut oft weißlich und aufgeweicht aussehen. Das ist in diesem speziellen Fall gewollt und kein Grund zur Sorge, solange keine Entzündungszeichen (Rötung, Pochen, Eiter) auftreten.
Zusammenfassend: Greifen Sie zu Textilpflastern, halten Sie die Stelle trocken und wechseln Sie das Pflaster sofort, wenn es feucht wird.