Wie unterscheiden sich Probiotika von Präbiotika?

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Der Unterschied zwischen Probiotika und Präbiotika lässt sich am einfachsten mit einem Vergleich aus dem Garten erklären: Probiotika sind die Pflanzen, und Präbiotika sind der Dünger.

Beide sind wichtig für eine gesunde Darmflora, erfüllen aber völlig unterschiedliche Aufgaben. Hier ist die detaillierte Gegenüberstellung:


1. Probiotika: Die lebenden Helfer

Probiotika sind lebende Mikroorganismen (meist Bakterien oder Hefen), die einen gesundheitlichen Nutzen haben, wenn sie in ausreichender Menge in den Darm gelangen.

  • Was sie sind: "Gute" Bakterienstämme, die natürlicherweise im Darm vorkommen.
  • Wirkung: Sie siedeln sich im Darm an (zumindest vorübergehend), verdrängen schädliche Keime und unterstützen das Immunsystem sowie die Verdauung.
  • Vorkommen in Lebensmitteln:
    • Joghurt (mit lebenden Kulturen)
    • Kefir
    • Sauerkraut (nur das frische, nicht erhitzte!)
    • Kimchi
    • Kombucha
    • Miso
  • Bekannte Stämme: Lactobacillus (Milchsäurebakterien) und Bifidobacterium.

2. Präbiotika: Das Futter für die Bakterien

Präbiotika sind keine Lebewesen, sondern unverdreuliche Ballaststoffe (spezielle Kohlenhydrate). Da der menschliche Körper sie nicht selbst abbauen kann, wandern sie unbeschadet in den Dickdarm.

  • Was sie sind: Nahrung für die guten Darmbakterien.
  • Wirkung: Sie dienen den nützlichen Bakterien als Energiequelle. Dadurch können sich die guten Bakterien vermehren und ihre Arbeit besser verrichten.
  • Vorkommen in Lebensmitteln:
    • Zwiebeln und Knoblauch
    • Lauch/Porree
    • Artischocken (besonders Topinambur)
    • Bananen (vor allem, wenn sie noch etwas grün sind)
    • Vollkornprodukte (Haferflocken)
    • Zichorienwurzel (Inulin)
  • Bekannte Stoffe: Inulin, Oligofruktose, resistente Stärke.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Merkmal Probiotika Präbiotika
Natur Lebende Organismen (Bakterien/Hefe) Unbelebte Ballaststoffe (Nahrung)
Aufgabe Besiedlung des Darms, Abwehr von Erregern Fütterung und Stärkung der guten Bakterien
Empfindlichkeit Hitzeempfindlich (sterben beim Kochen ab) Hitzeunempfindlich (überstehen Kochen meist gut)
Beispiel Milchsäurebakterien im Joghurt Ballaststoffe im Apfel oder in der Zwiebel

Was sind Synbiotika?

In der Ernährungswissenschaft spricht man von Synbiotika, wenn ein Produkt beides kombiniert. Ein klassisches Beispiel ist ein Joghurt (Probiotikum), dem Inulin (Präbiotikum) zugesetzt wurde. Die Idee dahinter: Man liefert die guten Bakterien zusammen mit ihrem Reiseproviant aus, damit sie im Darm die besten Überlebenschancen haben.

Fazit: Für eine gesunde Verdauung sollten Sie beides kombinieren. Essen Sie fermentierte Lebensmittel (Probiotika) und sorgen Sie mit ausreichend Gemüse und Vollkornprodukten (Präbiotika) dafür, dass die Bakterien auch etwas zu essen haben.