Wie stellt man sicher, dass man trotz der dünnen Konsistenz genug Sonnenschutzspray für den vollen Lichtschutzfaktor aufträgt?
Das Hauptproblem bei Sonnenschutzsprays ist, dass wir dazu neigen, viel zu wenig aufzutragen, weil sich der feine Nebel bereits „deckend“ anfühlt, bevor die notwendige Menge erreicht ist.
Um den auf der Flasche angegebenen Lichtschutzfaktor (LSF) tatsächlich zu erreichen, müssen 2 mg Sonnenschutz pro Quadratzentimeter Haut aufgetragen werden. Bei einem Erwachsenen entspricht das etwa 30 bis 35 ml (ca. 3 Esslöffel) für den ganzen Körper.
Hier sind die besten Strategien, um sicherzustellen, dass Sie genug erwischen:
1. Die Zwei-Schichten-Methode (Der wichtigste Trick)
Da Sprays so dünnflüssig sind, ist es schwierig, die gesamte Menge auf einmal aufzutragen, ohne dass sie verläuft.
- So geht’s: Tragen Sie eine erste Schicht auf den gesamten Körper auf, verreiben Sie diese und lassen Sie sie ca. 2–3 Minuten einziehen. Tragen Sie dann eine zweite Schicht identisch darüber auf.
- Warum: Studien zeigen, dass Menschen mit dieser Methode fast automatisch die Menge verdoppeln und so dem angestrebten LSF viel näher kommen. Zudem werden „Lücken“ der ersten Schicht geschlossen.
2. Sprühen UND Verreiben
Viele Sprays werden als „no touch“ oder „muss nicht verrieben werden“ vermarktet. Das ist für den vollen Schutz riskant.
- Regel: Sprühen Sie so lange, bis die Haut flüssig-nass glänzt.
- Verreiben: Massieren Sie das Produkt danach mit den Händen ein. Nur so stellen Sie sicher, dass keine Stellen ausgelassen werden und der Schutzfilm lückenlos ist.
3. Die „10-Sekunden-Regel“ pro Körperteil
Ein kurzes „Pffft“ reicht nicht. Als grobe Orientierung für ein herkömmliches Pumpspray:
- Sprühen Sie pro Extremität (ein Arm, ein Bein) mindestens 5 bis 10 Sekunden lang, bis die Haut deutlich feucht ist.
4. Wind meiden (Der „Verweh-Effekt“)
Ein großer Teil des Schutzes geht verloren, wenn man sich im Freien bei Wind einsprüht. Der feine Nebel landet dann eher in der Luft als auf der Haut.
- Tipp: Tragen Sie das Spray idealerweise bereits im Haus auf, bevor Sie nach draußen gehen. Das verhindert Wirkungsverlust und schont die Lunge (Aerosole nicht einatmen).
5. Nicht direkt ins Gesicht sprühen
Sprays enthalten oft Lösungsmittel (Alkohol), die Augen reizen können, und die Partikel sollten nicht eingeatmet werden.
- So geht’s: Sprühen Sie eine großzügige Menge in Ihre Handflächen und verteilen Sie das Produkt dann wie eine Creme im Gesicht. Achten Sie besonders auf die „Sonnenterrassen“ (Nasenrücken, Stirn, Wangenknochen).
6. Die Kontrolle: Der Glanztest
Sonnenschutzsprays hinterlassen direkt nach dem Auftrag einen öligen oder feuchten Film. Wenn die Haut nach dem Verreiben an einer Stelle matt aussieht oder sich trocken anfühlt, haben Sie dort zu wenig erwischt. Die Haut sollte überall gleichmäßig „glowy“ aussehen.
Zusammenfassung für die Praxis:
Wenn Sie denken, Sie haben genug aufgetragen, nehmen Sie zur Sicherheit noch eine weitere Schicht. Bei Sonnenschutz gilt ausnahmsweise: Viel hilft viel. Die meisten Menschen nutzen nur etwa 25 % bis 50 % der Menge, die für den angegebenen LSF nötig wäre.